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Der Fall Susanna - Verdächtiger im Nordirak festgenommen

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Schneller Fahndungserfolg im Fall der getöteten Susanna aus Mainz: Der tatverdächtige Flüchtling sei im Nordirak festgenommen worden, erklärt Innenminister Horst Seehofer.

Der Tatverdächtige Asylbewerber im Mordfall Susanna ist im Irak festgenommen worden. Das gab Bundesinnenminister Seehofer nach Abschluss der Innenministerkonferenz bekannt.

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Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) informierte am Freitag zum Abschluss der Innenministerkonferenz in Quedlinburg über den Fahndungserfolg. Der 20 Jahre alte irakische Staatsbürger Ali B. sei in der Nacht zum Freitag gegen zwei Uhr durch kurdische Sicherheitsbehörden festgenommen worden.

Seehofer dankte den Sicherheitskräften für die Festnahme. "Dieser Erfolg ist Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen den kurdischen Sicherheitsbehörden im Irak und der deutschen Bundespolizei", sagte der Innenminister. "Das mit der Auslieferung läuft jetzt nach den internationalen Regeln."

Kein Auslieferungsabkommen mit dem Irak

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass es kein Auslieferungsabkommen mit dem Irak gibt. In Einzelfällen sei die Auslieferung eines Tatverdächtigen aus dem Irak nach Deutschland aber möglich, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Zu dem konkreten Fall könne sie aber nichts sagen.

Ali B. wird verdächtigt, das 14 Jahre alte Mädchen Susanna vergewaltigt und getötet zu haben. Bevor er zur Fahndung ausgeschrieben wurde, reiste Ali B. nach Angaben des Bundesinnenministeriums mit seiner Familie über den Düsseldorfer Flughafen aus. Er und seine Familie sollen Flugtickets gezeigt haben, auf denen andere Namen angegeben gewesen seien als auf ihren Aufenthaltspapieren für Deutschland. Der 20-Jährige war bereits mehrfach polizeilich aufgefallen.

Susanna F. war zuvor zwei Wochen lang vermisst worden. Am Mittwoch wurde schließlich die Leiche in einem Erdloch in Wiesbaden entdeckt. Der Fall sorgte deutschlandweit für großes Aufsehen - auch in der Politik. So wird über die Frage diskutiert, weshalb Ali B. trotz unterschiedlicher Namen in den Ausweispapieren und auf der Bordkarte ungehindert in die Türkei fliegen konnte.

Ruf nach Aufklärung

Politiker verschiedener Parteien hatten noch vor der Festnahme des Verdächtigen im Nordirak Aufklärung gefordert. Es müsse "rasch geklärt werden, wie der Tatverdächtige entkommen konnte und wie er möglichst schnell in Deutschland vor Gericht gestellt werden" könne, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider der "Bild"-Zeitung.

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) sagte, der eigentliche Skandal sei "nicht, dass es jetzt ein Flüchtling gewesen ist, sondern jemand, der straffällig gewesen ist". Er forderte einen Migrationsgipfel zwischen Bund, Ländern und Kommunen. "Wir brauchen insgesamt eine Neuordnung der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik und ein wirklich konsistentes Einwanderungs- und Aufenthaltsgesetz", sagte er am Freitag im ZDF morgenmagazin.

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