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Wachsende Netzwerke - Behörden warnen: Neue Generation "Dschihad"

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Terror wird "Familiensache": Der IS ist zerschlagen, die Kämpfer meist in Haft. Nun schlägt hierzulande die Stunde der Frauen - und ihrer Kinder, warnen Verfassungsschützer.

Viele deutsche Frauen, die sich dem IS angeschlossen hatten, wollen nach dem Niedergang der Terrororganisation mit ihren Kindern zurück nach Deutschland. Der Verfassungsschutz warnt, dass eine neue Dschihadisten-Generation herangezogen werden könnte.

Beitragslänge:
3 min
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Der Leiter des Hamburger Landesamts für Verfassungsschutz, Torsten Voß, warnt vor einer neuen "Generation Dschihad": "Wir reden über Kinder, die im IS-Gebiet in Schulen gegangen sind, dort indoktriniert und dschihadistisch erzogen wurden. Sie sollten zu Kriegern herangezogen werden, zu einer Art Kindersoldaten", sagte Voß der Wochenzeitung "Die Zeit". "Viele sitzen nun mit ihren Familien in den Flüchtlingslagern in Syrien und Umgebung. Wir müssen uns fragen, wie wir damit umgehen, wenn diese Kinder zu uns kommen."

Die deutschen Behörden müssten mit dem Thema sehr sensibel umgehen und alles tun, damit kein neuer Typ Attentäter entstehe, fordert Voß. In Deutschland habe es bereits Anschläge und Versuche von Minderjährigen gegeben: "In diesem Bereich sehe ich für unsere Gesellschaft in Zukunft eine sehr große Herausforderung, die am besten vorher gelöst wird, bevor die Sicherheitsbehörden aktiv werden müssen." Der Verfassungsschutz hat nun die Sozialbehörde eingeschaltet, um eine Strategie zu entwickeln. Es handele sich um eine Aufgabe, die nicht allein von Sicherheitsbehörden zu bewältigen sei, betonte Voß. Vielmehr müssten Staat und Gesellschaft "diese Bedrohung entschärfen".

"Salafismus wird weiblicher"

Zuvor hatte bereits der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz gewarnt. Er sieht die Gefahr der Entstehung von salafistische Parallelgesellschaften in Deutschland. Der Grund dafür sei, dass der Salafismus immer weiblicher werde, sagte Burkhard Freier, der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Weil viele charismatische Führungspersonen der salafistischen Szene im Zuge des konsequenten strafrechtlichen Vorgehens in Haft säßen, füllten Frauen die Lücken. "Wir haben in Nordrhein-Westfalen ein sogenanntes Schwesternetzwerk mit 40 Frauen im Blick." Diese weiblichen Führungspersonen, von denen manche mehrere hundert Facebook-Follower habe, seien in der Szene mittlerweile akzeptiert, sagte Freier. "Die Männer haben gemerkt, dass Frauen viel besser netzwerken können und deshalb viel stärker in der Lage sind, die Szene zu binden und am Leben zu halten.".

Die 40 "Schwestern" hätten ein komplettes salafistisches Programm im Angebot - von der Kindererziehung über das Kochen und die Interpretation von Religionsvorschriften bis zur Hetze gegen "Nichtgläubige". Das Salafistinnen-Netzwerk werbe und missioniere aggressiv im Netz. "Die Frauen sind mittlerweile Ideologieproduzentinnen", sagte der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes. Hinzu komme, dass die Frauen ihre eigenen Kinder von früh an indoktrinieren. "Dadurch wird der Salafismus zu einer Familienangelegenheit, es beginnt etwas zu entstehen, was sehr viel schwerer aufzulösen ist, nämlich salafistische Gesellschaftsteile."

Radikalisierung im Hinterhof

Zwar sei nicht jeder Salafist ein Terrorist, sagte Freier. "Aber jeder dschihadistische Terrorist, den wir in den vergangenen Jahren in Europa erlebt haben, kam aus der salafistischen Szene." Die deutschen Sicherheitsbehörden seien in den vergangenen Jahren mit repressiven Maßnahmen wie etwa dem Verbot der Koran-Verteilaktion "Lies!" sehr erfolgreich gegen die Szene vorgegangen, führt Freier weiter aus. Doch eben dadurch finde nun immer mehr in Hinterhöfen oder Wohnzimmern statt. Zugleich radikalisiere sich die Szene weiter.

"Es gibt eine immer größere Zahl von minderjährigen Salafisten, die über Gewalt fantasieren", sagte Freier. Durch die militärische Niederlage der Terrormiliz "Islamischen Staates" (IS) habe sich der Salafismus zum Inlandsextremismus entwickelt. 2017 hat es laut Freier innerhalb der Europäischen Union bereits 22 Fälle geplanter, vereitelter und durchgeführter Anschläge gegeben. 2016 seien es 17 gewesen.

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