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Entscheidung zu Kükenschreddern vertagt

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Bundesverwaltungsgericht - Entscheidung zu Kükenschreddern vertagt

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Gilt Unwirtschaftlichkeit als "vernünftiger Grund" für das Töten von männlichen Küken? Das Bundesverwaltungsgericht steht vor einer grundlegenden Weichenstellung.

Gilt Unwirtschaftlichkeit als "vernünftiger Grund" für das Töten von männlichen Küken? Das Bundesverwaltungsgericht steht vor einer grundlegenden Weichenstellung.

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"Kükenmord stoppen" - das ist die Botschaft einer Tierschutzorganisation vor der mündlichen Verhandlung am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Jedes Jahr werden hierzulande rund 45 Millionen männliche Küken entsorgt. Ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, sagen Tierschützer wie Jens Vogt: "Männliche Küken sind auch wie andere Lebewesen fühlende Individuen, denen wir gewaltsam das Leben nehmen für finanzielle Profite und das ist im Jahr 2019 nicht mehr zeitgemäß und gehört in die Geschichtsbücher verbannt."

Was ist ein vernünftiger Grund?

m Gericht stand heute die grundsätzliche Frage im Raum, ob das Kükentöten mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. In dem heißt es, dass niemand einem Tier Schäden, Schmerzen oder Leiden ohne vernünftigen Grund zufügen darf. Doch was ist ein vernünftiger Grund? Der 3. Senat muss abwägen zwischen menschlichen Nutzungsinteressen und ethischen Grundsätzen des Tierschutzes.

Die betroffenen Brütereien rechtfertigen das Töten der Küken unter anderem mit den wirtschaftlichen Bedingungen. Anwalt Martin Beckmann: "Die Brütereien dürfen Küken töten, weil es eine Praxis ist, die weltweit passiert, auch europaweit. Es ist europäisch geregelt, wie man das zu machen hat. Und das tut man, weil man eben eine Eierproduktion haben will, man will Legehennen haben, die 280 Eier im Jahr legen. Und mit der Gesamtmenge dieser Eier können sie die Bundesrepublik nicht versorgen, sie müssen immer noch importieren. Und das geht nur mit einer ganz großen Zahl von Legehennen und dann haben sie auf der anderen Seite eine gleich große Zahl von Masthähnchen, die aber nicht nachgefragt werden."

Das Bundesverwaltungsgericht steht vor einer grundlegenden Weichenstellung. Das mit Spannung erwartete Urteil wird am 23. Mai verkündet.

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