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Politbarometer - Verständnis für Streiks sehr groß

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Für die Warnstreiks der Beschäftigten im öffentlichen Dienst zeigen 75 Prozent der Befragten Verständnis, nur 23 Prozent haben dies nicht. Das zeigt das aktuelle Politbarometer.

Mit den Streiks wollen die Gewerkschaften ihrer Forderung nach einer Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent Nachdruck verleihen. 54 Prozent halten diese Forderung für gerade richtig, 36 Prozent bezeichnen sie als zu hoch und sechs Prozent als zu niedrig (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht").

Syrienkonflikt: Verschärfung bei Militäreingriff befürchtet

Die Mehrheit der Deutschen glaubt, dass sich der Syrienkonflikt durch eine militärische Intervention des Westens eher verschärfen würde. 58 Prozent der Befragten glauben, dass ein stärkeres militärisches Eingreifen der USA und westlicher Verbündeter generell eher zu einer Verschärfung des Konflikts in Syrien führen würde. Nur sieben Prozent erwarten, dass dies zur Lösung des Konflikts beitragen würde und für 28 Prozent würde dies nicht viel ändern. Eine Beteiligung Deutschlands an einem militärischen Einsatz westlicher Staaten in Syrien würden nur 18 Prozent befürworten, 78 Prozent wären dagegen.

Wegen des mutmaßlichen Einsatzes von Giftgas durch das syrische Militär hat US-Präsident Donald Trump mit einem Raketen-Angriff auf Ziele in Syrien gedroht. Eine große Mehrheit der Deutschen (90 Prozent) lehnt das ab, lediglich sechs Prozent fänden einen solchen Angriff richtig. Zudem rechnen 56 Prozent damit, dass ein US-Militärschlag in Syrien zu direkten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Russland führen würde, das die syrische Regierung und Machthaber Assad unterstützt. 38 Prozent befürchten das nicht.

Projektion: Union kann leicht zulegen

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, könnte die Union leicht zulegen auf 33 Prozent (plus 1) und die SPD bliebe bei 19 Prozent. Die AfD erreichte erneut 13 Prozent, die FDP gäbe einen Punkt ab auf acht Prozent, die Linke verschlechterte sich und käme auf neun Prozent (minus 2) und die Grünen verbesserten sich auf 14 Prozent (plus 2). Die anderen Parteien lägen zusammen bei unverändert vier Prozent. Wie bisher hätte dann neben einer großen Koalition nur ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen eine parlamentarische Mehrheit.

Schwaches Debüt der neuen Bundesregierung

Insgesamt 77 Prozent und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen bescheinigen der neuen Bundesregierung einen eher schlechten Start, nur für 17 Prozent war der Anfang positiv. Auch bei der letzten Großen Koalition wurde die Anfangsphase kritisch, aber nicht ganz so schlecht beurteilt: Im Januar 2014 sprachen 29 Prozent von einem guten und 62 Prozent von einem schlechten Auftakt der damaligen Regierung.

Bundestag, aufgenommen am 14.03.2018
Die Bundesregierung hat einer Mehrheit zufolge einen schlechten Start hingelegt. Quelle: reuters

43 Prozent erwarten jetzt, dass CDU/CSU und SPD in den nächsten Jahren eher gut zusammenarbeiten werden, 50 Prozent gehen von einer eher schlechten Zusammenarbeit der Koalitionspartner aus. Dennoch glauben die meisten (65 Prozent), dass die Große Koalition bis zur nächsten regulären Bundestagswahl 2021 bestehen bleiben wird, 30 Prozent bezweifeln das. Kritik gibt es auch an der Regierungschefin. Nur für 33 Prozent zeigt die Bundeskanzlerin in den letzten Wochen Führungsstärke, für 58 Prozent - darunter 47 Prozent der CDU/CSU-Anhänger– lässt sie die vermissen.

Top Ten: Merkel und Seehofer verschlechtert

Die Liste der zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker wurde im März von den Befragten neu zusammengestellt. Zum ersten Mal zählt jetzt Olaf Scholz dazu und wieder dabei sind Heiko Maas sowie Ursula von der Leyen. Nicht mehr im Ranking vertreten sind Cem Özdemir, Markus Söder und Martin Schulz.

Die beste Bewertung erhält erneut Wolfgang Schäuble mit einem Durchschnittswert von 1,9 (Mrz.: 2,0) auf der Skala von +5 bis -5. Danach folgen Sigmar Gabriel mit 1,3 (Mrz.: 1,5) und Olaf Scholz mit 1,1, der damit Angela Merkel, ebenfalls mit 1,1 (Mrz.: 1,4) und Unterschieden nur im Hundertstelbereich, von Platz drei verdrängt. Dahinter Heiko Maas mit 0,7, Ursula von der Leyen mit 0,3 und Sahra Wagenknecht mit 0,3 (Mrz.: 0,3). Andrea Nahles kommt auf 0,2 (Mrz.: 0,1), dann Christian Lindner mit 0,2 (Mrz.: 0,2) und neues Schlusslicht ist Horst Seehofer mit 0,1 (Mrz.: 0,3).

Unterstützung für strengeres Vorgehen in der Flüchtlingspolitik

Flüchtlingspolitik
Eine Mehrheit der Befragten unterstützt Seehofers Pläne in der Flüchtlingspolitik.

Der Forderung von Bundesinnenminister Horst Seehofer nach einem strengeren Vorgehen in der Flüchtlingspolitik stimmen 60 Prozent der Befragten zu, 34 Prozent sprechen sich dagegen aus. Im Detail findet die Mehrheit der CDU/CSU-Anhänger (68 Prozent) und der FDP-Anhänger (82 Prozent) sowie die geschlossene AfD-Anhängerschaft (100 Prozent) die Position Seehofers gut. Die meisten Anhänger der SPD (51 Prozent), der Linken (57 Prozent) und der Grünen (64 Prozent) jedoch lehnen eine härtere Gangart in der Flüchtlingspolitik ab. Insgesamt 45 Prozent meinen, Seehofer werde sich in dieser Frage durchsetzen, 51 Prozent glauben das nicht.

Die Umfrage zum Politbarometer...

... wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 10. bis 12. April 2018 bei 1.159 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Zusätzlich wurden in einem Politbarometer-Extra am 12. April 2018 972 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte zum Konflikt in Syrien befragt. Dabei werden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragungen sind repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 35 Prozent, SPD: 22 Prozent, AfD: acht Prozent, FDP: acht Prozent, Linke: sieben Prozent, Grüne: 16 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 27. April 2018. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.

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