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Siebeneinhalb Jahre Haft nach Messerangriff

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Mann sticht Kind nieder - Siebeneinhalb Jahre Haft nach Messerangriff

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Im niederbayerischen Vilshofen unterstützt ein Ehepaar einen Flüchtling. Dann ersticht der junge Mann beinahe deren Sohn. Jetzt ist das Urteil gesprochen worden.

Fassade des Landgerichts Passau. Archivbild
Fassade des Landgerichts Passau. Archivbild
Quelle: Matthias Balk/dpa

Wegen eines Messerangriffs auf einen Elfjährigen muss ein Mann für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis - das Kind ist der Sohn seiner Flüchtlingshelfer. Der Richter am Landgericht Passau verurteilte den 26-Jährigen am Montag wegen versuchten Mordes. Die Tat im niederbayerischen Vilshofen hatte im vergangenen Sommer Entsetzen hervorgerufen. "Das Überleben des Buben ist einfach unheimliches Glück", sagte der Richter. Das Motiv für die Tat habe sich nicht zweifelsfrei feststellen lassen.

Richter erkennt Heimtücke

Zum Abschluss des fünftägigen Prozesses fasste der Richter das dramatische Geschehen so zusammen: Der 26-Jährige aus Eritrea klingelt am frühen Abend des Tattages im Juli 2018 bei der Familie, der Elfjährige öffnet die Tür. Der Mann will die Mutter sprechen, die jedoch nicht zuhause ist, und geht in die Wohnung. Dort zieht er ein Messer aus der Hosentasche, der Junge versucht zu fliehen, stürzt und wird von dem Mann angegriffen. Der 26-Jährige soll dabei mindestens zweimal gesagt haben: "Stirb!" Dem stark blutenden Jungen gelingt die Flucht aus dem Mehrparteienhaus, er rennt auf die Straße, wo ihm Passanten helfen.

Der Richter sieht das Mordmerkmal der Heimtücke als gegeben an. Der Junge habe mit dem Angriff nicht gerechnet. Das Motiv habe nicht eindeutig aufgeklärt werden können. Zum Prozessauftakt hatte der 26-Jährige gesagt, er habe ein Nacktvideo von sich auf seinem Handy gehabt, das die Mutter verbreitet habe. Deswegen habe er es eigentlich auf sie abgesehen gehabt. Er sagte aber auch, der Junge habe ihn beleidigt. Der Richter ging davon aus, dass es sich um ein sprachliches Missverständnis gehandelt haben könne. Es sei jedoch auch nicht auszuschließen, dass der Mann wegen eines Wahns vermindert steuerungsfähig gewesen sei.

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