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Bundeswehr sucht Nachwuchs - Von der Leyens Charmeoffensive

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Die Bundeswehr hat viele Baustellen: Personal, Ausrüstung, Image. Beim Personal will Ministerin von der Leyen nun eine Trendwende erreichen - mit Charme und Geld.

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, um den Dienst an der Waffe attraktiver zu gestalten. Ursula von der Leyen hat sich nun zum neuen Gesetzesentwurf geäußert.

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Die ersten Wochen des Jahres waren für Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht eben einfach. Das millionenschwere Debakel um den Traditionssegler Gorch Fock, ein miserables Zeugnis durch den Wehrbeauftragten, das sich nicht einfach weglächeln lässt, die Einsetzung des Untersuchungsausschusses zur Berateraffäre – ein Ministerinnenleben in der Defensive.

Attraktivitätsschub für die Truppe

Nun die Offensive: Breit wirbt die Ministerin für ihr Gesetz "zur nachhaltigen Stärkung der personellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr", ein Attraktivitätsschub für den Dienst in der Truppe und gleichzeitig eine Charmeoffensive in eigener Sache. 380 Millionen Euro will das Ministerium in den kommenden vier Jahren zur Verfügung stellen – damit sich mehr Frauen und Männer für einen Job bei der Bundeswehr entscheiden und die, die schon da sind, besser gestellt werden.

Von der Leyen spricht von einem Meilenstein und schmeichelt der Truppe: "Die Soldatinnen und Soldaten geben im Ernstfall alles für ihr Land. Das Mindeste, das wir ihnen schulden, ist, dass sie in ihrem schwierigen Dienst gut abgesichert sind."

Ein ganzes Maßnahmenpaket wurde geschnürt, so sollen

  • Soldaten im Ausland sozial besser abgesichert werden,
  • Familienangehörige von einsatzgeschädigten Soldaten in Therapien einbezogen werden,
  • Wiedereingliederungsmaßnahmen für Soldaten ins zivile Berufsleben ausgeweitet und finanziell stärker gefördert werden,
  • Berufseinsteiger mit höherem Wehrsold bei der Truppe gehalten werden und
  • der Reservedienst künftig auch in Teilzeit absolviert werden können.

Verteidigungsministerin von der Leyen will die Bundeswehr unter anderem durch eine höhere Besoldung von freiwilligen Wehrdienstleistenden attraktiver machen.

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Es ist ein weiterer Baustein der lange verkündeten Trendwende beim Personal. Denn die Bewerberzahlen bei der Bundeswehr sind seit Jahren rückläufig, auch die Zahl der Diensteintritte sinkt, bemängelt der Wehrbeauftragte. Perspektivisch soll die Bundeswehr auf rund 203.000 Soldatinnen und Soldaten steigen, was in der Konkurrenz mit der freien Wirtschaft schwer werden wird. Denn allzu oft hat die Bundeswehr gegenüber der freien Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt das Nachsehen.

Kritik von der Linkspartei

Das neue Gesetz muss noch durch den Bundestag, Kritik kommt aber schon von der Linkspartei, die eine generelle Aufstockung der Armee ablehnt und davon spricht, dass das Gesetz "in die völlig falsche Richtung" gehe.

Bei den Soldaten und Soldatinnen punktet die Verteidigungsministerin mit den angekündigten Maßnahmen, keine Frage. Ob sich jedoch viele Frauen und Männer von außerhalb für die Truppe begeistern werden, muss sich erst noch zeigen. Denn in Zeiten des Fachkräftemangels spielen eben nicht nur finanzielle Aspekte eine Rolle – es ist auch eine Frage des Images.

Cornelia Schiemenz ist Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio.

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