Sie sind hier:

Hängepartie im Mittelmeer - "Lifeline" darf in maltesische Gewässer

Datum:

Die Hängepartie der "Lifeline" hält an: Das Rettungsschiff mit 230 Flüchtlingen an Bord wartet noch immer auf eine Anlegeerlaubnis. Zumindest darf es nun in Richtung Malta steuern.

Migranten auf der Lifeline am 21.6.2018
Seit gut fünf Tagen wartet die "Lifeline" mit 230 Migranten an Bord auf dem Mittelmeer auf eine Einweisung in einen Hafen (21.6.2018).
Quelle: reuters

Das deutsche Flüchtlings-Rettungsschiff "Lifeline" hat nun die Erlaubnis, in Richtung Malta zu steuern. "Die @MV_LIFELINE darf jetzt in Maltesische Gewässer, um Windschutz zu suchen", twitterte die Dresdner Organisation Mission Lifeline am Mittwoch. Das Schiff mit etwa 230 Migranten und 17 deutschen Besatzungsmitgliedern ist seit fast einer Woche im Mittelmeer blockiert.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die Flüchtlinge waren am Donnerstag gerettet worden. Italien hat die Einfahrt in einen Hafen verweigert. Am Dienstag erklärte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte, die "Lifeline" dürfe in Malta anlegen. Der maltesische Ministerpräsident Joseph Muscat stelle jedoch die Bedingung, die Flüchtlinge auf europäische Länder zu verteilen. Daraufhin bot neben Berlin laut "Mission Lifeline" auch Schleswig-Holstein an, Flüchtlinge aufzunehmen. Nach Angaben der Tageszeitung "Malta Today" vom Mittwoch haben bisher Malta, Frankreich, Italien, Portugal und Irland die Aufnahme einiger Flüchtlinge von dem Schiff zugesagt.

NGO: Seehofer blockiert Lösung

Der Gesundheitszustand der Flüchtlinge und das Wetter verschlechterten sich zusehends, erklärte die Hilfsorganisation in Dresden. Dem Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) warf die Organisation vor, eine Lösung wegen des Asylstreits zwischen CDU und CSU zu blockieren. Mitgründer Axel Steier sagte, wenn die Situation auf dem Schiff in den nächsten Stunden eskaliere, sei dies allein Seehofers Verantwortung. Seehofer mache die deutsche Regierung der unterlassenen Hilfeleistung für Menschen in Gefahr mitschuldig.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

"Das Schicksal der Menschen auf der Lifeline, die nach wie vor nicht in Malta einlaufen kann, liegt bei Horst Seehofer, der die Kooperation verweigert", erklärte die ebenfalls im Mittelmeer aktive Hilfsorganisation Sea-Watch auf Twitter. Aus Sicht des Grünen-Abgeordneten Manuel Sarrazin, der am Montag an Bord des Schiffes war, hängt die Lösung für die "Lifeline" nur noch an der Bundesregierung. "Wenn Deutschland sich an Verteilung der 234 Menschen an Bord beteiligt, steht der Deal", schrieb Sarrazin auf Twitter. Ohne Deutschland sei Malta nicht bereit zu helfen. Sarrazins Fazit: "Diese CSU spielt mit dem Schicksal der Menschen."

Italiens Innenminister: Schiff wird beschlagnahmt

Die Hängepartie der "Lifeline" erinnert an den Fall des Rettungsschiffs "Aquarius", das von französischen Hilfsgruppen betrieben wird. Mit 630 Migranten an Bord musste es eine Woche auf dem Mittelmeer warten, nachdem Malta und Italien keine Anlegegenehmigung erteilen wollten. Schließlich ließ Spanien die Insassen an Land, die "Aquarius" musste dafür eine zusätzliche Strecke von 1.500 Kilometern nach Valencia zurücklegen.

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Partei Lega hat klargestellt, dass er Rettungsschiffe mit Migranten an Bord nicht länger anlegen lassen will. In einem Tweet zur "Lifeline" schrieb er, das "illegale Schiff wird letztlich beschlagnahmt", wenn es auf Malta ankomme. "Für Frauen und Kinder, die wirklich vor Krieg fliehen, sind die Häfen offen, für alle anderen nicht."

Malta: Crew muss mit Ermittlungsverfahren rechnen

Maltas Regierungschef Muscat teilte mit, im Falle eines Anlegens dort müsse die Crew der "Lifeline" mit einem Ermittlungsverfahren rechnen. Dabei soll es darum gehen, wieso die Besatzung angeblich Anweisungen der italienischen Behörden ignoriert habe, die die Rettungsaktion zunächst koordiniert hätten. Behörden haben zudem die Rechtmäßigkeit des Schiffs infrage gestellt, das unter holländischer Flagge segelt und von Mission Lifeline aus Dresden betrieben wird.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.