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Bürgerkrieg - IS-Anschläge in Syrien: Dutzende Tote

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Mit einer Reihe von Selbstmordanschlägen hat der IS versucht, den Vormarsch der Regierungstruppen im syrischen Südwesten zu verhindern. Sie rissen Dutzende Menschen mit in den Tod.

Anschlagstelle in Al-Suwaida in Syrien am 25.07.2018
Anschlagstelle in Al-Suwaida in Syrien Quelle: reuters

Den syrischen Staatsmedien zufolge wollte die IS-Terrormiliz auf diese Weise Kampfgefährten in der Nachbarprovinz Daraa entlasten. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte, sprengten sich allein in der Stadt Suweida vier Attentäter in die Luft. Später hätten weitere Selbstmordattentäter und Kämpfer Dörfer nördlich und östlich der Provinzhauptstadt gestürmt und drei der Dörfer erobert.

Laut der oppositionsnahen Organisation, die ihre Informationen von Aktivisten in Syrien bezieht, wurden bei der Angriffsserie 32 Kämpfer der Regierungstruppen und 22 Zivilisten getötet. Auch 21 IS-Kämpfer wurden den Angaben der Beobachtungsstelle zufolge getötet, die für unabhängige Medien kaum zu überprüfen sind. Staatsmedien bestätigten, dass es Tote und Verletzte in Suweida und umliegenden Dörfern gegeben habe, doch nannten sie keine Zahl.

Offenbar viele Dschihadisten getötet

Die Regierungstruppen würden nun gegen IS-Kämpfer im Osten der Provinz vorgehen, und im Nordosten seien viele Dschihadisten bei einem Angriff getötet worden, hieß es. Die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad haben die IS-Miliz in den vergangenen Monaten aus ihren Hochburgen im Osten des Landes vertrieben. Doch verfügt die Extremistengruppe weiter über Rückzugsgebiete in der Wüste, von wo sie immer wieder Anschläge auf die Regierungstruppen verübt.

In der Provinz Daraa gehen nun die Assad-Truppen gegen die Gruppe Dschaisch Chaled bin al-Walid vor, die sich zur IS-Miliz bekannt hat. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana schrieb, die Angriffe in Suweida seien ein Versuch, den Druck auf die letzten IS-Kämpfer zu verringern, "die in den ländlichen Gebieten im Westen von Daraa ihrem unvermeidlichen Ende entgegengehen".

Assad will Daraa zurückerobern

Die rund tausend IS-Kämpfer in der Region sind seit Tagen heftigen Luftangriffen russischer und syrischer Kampfflugzeuge ausgesetzt. Auch am Mittwoch wurden neue Angriffe gemeldet. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden bei der Offensive in Daraa seit dem 19. Juli mindestens 41 Zivilisten, 67 Dschihadisten und 49 Kämpfer der Regierungstruppen getötet.

Am Dienstag meldete Israel den Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs im israelischen Luftraum. Damaskus warf dem Nachbarn dagegen vor, einen Kampfjet über syrischem Territorium beschossen zu haben, der Luftangriffe auf die Dschihadisten geflogen sei.

In den vergangenen Wochen war es den Truppen Assads mit einer Mischung aus Verhandlungen und militärischem Druck gelungen, die meisten Rebellengebiete in Daraa und der angrenzenden Provinz Kuneitra wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Rückeroberung von Daraa ist für Assad von großer symbolischer Bedeutung, da dort im März 2011 die Proteste gegen ihn begonnen hatten, die sich später zum Bürgerkrieg ausweiteten.

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