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Griechenland - Mindestens 50 Tote bei Waldbränden um Athen

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Rund um Athen wüten Waldbrände. Die Feuerwehren bekommen sie nicht unter Kontrolle, Dutzende Häuser brennen, mindestens 50 Menschen sterben. Es spielen sich dramatische Szenen ab.

Verheerende Großbrände haben die Menschen östlich der Hauptstadt Athen überrascht.

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Das Feuer in der Ortschaft Mati bei Athen kam rasend schnell, und die sechs Freunde rannten los. Als sie am Strand ankamen und nicht weiterlaufen konnten, sprangen sie ins Wasser. Sie husteten, der beißende Rauch nahm ihnen die Sicht, sie wurden von der starken Strömung mitgerissen. Bald verloren sie die Orientierung. "Wir mussten wegen des Rauchs hinausschwimmen, aber wir konnten nichts sehen."

"Es geschah sehr schnell"

Zwei Stunden kämpften sie im Meer um ihr Leben, bis die Rettung kam: ein Fischerboot und seine ägyptische Besatzung. "Sie sprangen mit ihrer Kleidung ins Meer. Sie machten uns Tee und wärmten uns." Nikos Stavrinidis wurde in Sicherheit gezogen, ebenso seine Frau. Und auch zwei ihrer Freunde wurden geborgen. Die zwei anderen blieben in den Wellen verschollen. "Es ist schrecklich, wenn man die Person neben sich ertrinken sieht und ihr nicht helfen kann", sagt Stavrinidis am Dienstag mit brechender Stimme.

Er und seine Frau wollten ihr Sommerhäuschen für ihre Tochter herrichten, eine Studentin, die sich zu Besuch angemeldet hatte. Dabei gerieten sie in die verheerendsten Waldbrände in Griechenland seit mehr als zehn Jahren. "Es geschah sehr schnell", sagt Stavrinidis. "Das Feuer war in der Entfernung, dann haben uns Funken des Feuers erreicht. Dann war das Feuer überall um uns herum."

Zum Meer gerannt

"Alles passierte in Sekunden", sagt auch Andreaas Passios, der in einem von den Waldbränden betroffenen Gebiet nordöstlich von Athen lebt. "Ich habe mir ein Badehandtuch gegriffen. Das hat mein Leben gerettet. Ich habe es mit Wasser getränkt, habe meine Frau gepackt, und wir sind zum Meer gerannt."

Dort seien sie zwei Stunden lang geblieben. "Es war unglaublich. Gaskanister sind explodiert, brennende Kiefernzapfen sind überall herumgeflogen", berichtet Passios.

Karte: Waldbrände - Griechenland
Waldbrände in Griechenland Quelle: ZDF

26 Leichen gefunden

Andere hatten nicht so viel Glück wie er und seine Frau. Der Leiter des griechischen Roten Kreuzes, Nikos Oikonomopoulos, sagte im Fernsehsender Skai, ein Mitglied eines Einsatzteams habe ihm mitgeteilt, dass sie ganz in der Nähe 26 Leichen gefunden hätten. Die Opfer, offenbar Familien, hatten sich demnach in Strandnähe eng zusammengedrängt. Viele von ihnen hätten einander umarmt. Die Gruppe wurde vermutlich in der Nähe von mehreren verkohlten Autos entdeckt, die vor einem von einer Mauer umgebenen Gelände standen. Das Gelände wurde ein Raub der Flammen.

Wetterausblick: Griechenland

Spyros Hadjiandreou trifft am Dienstag gerade dort ein, er ist auf der Suche nach Angehörigen. "Meine Nichte und meine Kusine haben hier Urlaub gemacht. Ich weiß nicht, ob sie es geschafft haben", sagt er besorgt. "Ich weiß nicht, ob es ihnen gut geht, ich habe nichts von ihnen gehört."

Im Verkehr stecken geblieben

Die Brände - einer etwa 50 Kilometer westlich von Athen in Kineta, der andere nordöstlich der Hauptstadt bei Rafina - brachen am Montag aus noch ungeklärten Gründen aus. Angefacht von heftigem Wind breiteten sie sich in der beliebten Urlaubsgegend rasend schnell auf bewohntes Gebiet aus. Viele Menschen hätten sich in ihren Häusern oder Autos nicht mehr in Sicherheit bringen können, sagt Feuerwehrsprecherin Stavroula Malliri.

Eine der Überlebenden aus der Nähe von Rafina ist die frühere Vorsitzende der Kommunistischen Partei Griechenlands, Aleka Papariga. "Die Polizei hat versucht, uns vom Feuer wegzuleiten. Aber wir konnten ihm nicht entkommen", sagt sie. "Wir sind im Verkehr steckengeblieben, und die Flammen waren über uns. Wir haben eine kleine Lücke entdeckt und haben es herausgeschafft."

"Es muss dort aussehen wie in einem Kriegsgebiet mit rauchenden Trümmern und Ruinen", so ZDF-Korrespondent Alexander von Sobeck über die Waldbrände östlich von Athen.

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Küste in Minuten verwüstet

Der Bürgermeister der Hafenstadt Rafina, Evangelos Bournous, sagt: "Wir hatten Pech. Der Wind hat gedreht und ist mit solcher Wucht auf uns zugekommen, dass er das Küstengebiet innerhalb von Minuten verwüstet hat." Die Hafenanlage wurde zum provisorischen Lazarett, Sanitäter behandelten Überlebende, die sich auf Boote gerettet hatten und zum Teil nur ihre Badekleidung trugen.

Regenschauer, die am Montag über Athen niedergingen, zogen an den Großbränden vorbei. Die Zahl der Toten stieg bis zum Dienstagmittag auf mindestens 50, weitere Opfer wurden befürchtet.

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