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Ausschreitungen in Kirgistan

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Viele Verletzte - Ausschreitungen in Kirgistan

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In Kirgistan ist es zu Zusammenstößen zwischen Unterstützern des ehemaligen Präsidenten und Sicherheitskräften gekommen. Viele Menschen wurden verletzt.

Gewaltsame Auseinandersetzungen in dem Dorf Koj-Tasch.
Gewaltsame Auseinandersetzungen in dem Dorf Koj-Tasch.
Quelle: Vladimir Voronin/AP/dpa

Mindestens 45 Menschen sind bei Ausschreitungen in der Ex-Sowjetrepublik Kirgistan verletzt worden. Ein Angehöriger der Sicherheitskräfte wurde lokalen Medien zufolge getötet. Im Dorf Koj-Tasch bei Bischkek kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Bürgern.

Zu den Zusammenstößen kam es bei der versuchten Festnahme von Ex-Präsident Almasbek Atambajew. Er sieht sich unter anderem Korruptionsvorwürfen ausgesetzt, die er bestreitet. Sondereinheiten wollten sein Haus stürmen.

Ex-Präsident will Widerstand leisten

Die Sicherheitskräfte wollen Atambajew zu einem Verhör zu den Anschuldigungen zwingen. Der Ex-Präsident der sozialdemokratischen Partei von Kirgistan verweigerte das, sicherte aber die Bereitschaft zu, schriftlich zu antworten. Er ließ mitteilen, dass er in Sicherheit sei und weiter auch mit Waffengewalt Widerstand gegen seine Festnahme leisten werde. Auf Videos waren Schüsse zu hören. Das kirgisische Sicherheitskomitee bekräftigte, es seien nur Plastikkugeln zum Einsatz gekommen. Es würden keine Schusswaffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt. Am Donnerstag hätten die meisten Sicherheitskräfte das Dorf wieder verlassen, "um weitere Zusammenstöße zu vermeiden".

Präsident Sooronbaj Scheenbekow warf seinem Amtsvorgänger vor, zum bewaffneten Widerstand aufgerufen und damit gegen Gesetze verstoßen zu haben. Kirgistan sei ein Rechtsstaat, sagte er nach einer Sitzung des Sicherheitsrats. Es würde alle Maßnahme ergriffen, damit Frieden, Sicherheit und die Rechtsstaatlichkeit gewährleiste bleibe.

Das verarmte Hochgebirgsland an der Grenze zu China galt lange als Insel der Demokratie inmitten autoritärer Staaten in Zentralasien.
Kirgistan hatte bereits mehrere Revolutionen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlebt. Scheenbekow hatte Atambajew im Oktober 2017 abgelöst. Es war der erste Machtwechsel, der nach Umstürzen in den Jahren zuvor friedlich ablief.

Russische Politiker äußerten sich besorgt über die Entwicklung. Auch Präsident Wladimir Putin, der als Vertrauter von Atambajew gilt, lasse sich über die Lage fortwährend informieren, teilte der Kreml mit. Russland sieht Kirgistan als seinen Einflussbereich an. Das russische Außenministerium stellte aber klar, Moskau betrachte die Ereignisse in Kirgisistan als eine innere Angelegenheit des Landes.

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