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Nach Krawallen in Hamburg - Viele Verletzte und Spuren der Verwüstung

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Viele Verletzte, zerschlagene Scheiben, brennende Mülltonnen: Am Abend war in Hamburg die "Welcome to Hell"-Demonstration von Linksautonomen eskaliert. Die Polizei griff hart durch. Auch heute, zum Beginn des G20-Gipfels, sind weitere Proteste angekündigt.

Ralf Zimmermann von Siefart, ZDF-Korrespondent in Hamburg, berichtet, dass das Konzept der Polizei, die gewaltbereiten Demonstranten von den friedlichen zu trennen, nicht aufgegangen ist. Hamburg wird heute im Laufe des Tages vermutlich stillstehen.

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Nach den Zusammenstößen zwischen G20-Gegnern und der Polizei ist es in Hamburg am frühen Freitagmorgen weitgehend ruhig geblieben. Den schweren Auseinandersetzungen vom Vorabend folgten nur noch vereinzelt Scharmützel. Der Polizei zufolge beruhigte sich die Lage ab Mitternacht.

"Es hätte schlimmer kommen können", sagte ein Feuerwehrsprecher. Für den Freitag waren weitere Proteste angekündigt, teils mit Gewaltpotenzial. Am Vormittag sollte das Treffen der großen Wirtschaftsmächte in der Hansestadt offiziell beginnen.

Viele Verletzte

Die Polizei hatte während und nach der Autonomen-Kundgebung "Welcome to Hell" am Donnerstagabend Wasserwerfer eingesetzt, gewalttätige Demonstranten warfen Flaschen auf die Beamten. In einigen Straßen der Innenstadt brannten Barrikaden, Schaufenster wurden eingeschlagen. Die Polizei sprach von mindestens 76 verletzten Beamten, einer der "Welcome to Hell"-Initiatoren von "zahlreichen" Verletzten auf Seiten der Demonstranten.

Etwa 1.000 Vermummte hatten sich nach Angaben der Polizei unter die rund 12.000, überwiegend friedlichen Demonstranten gemischt. Die Beamten stoppten den Zug kurz nach dem Start und setzten Pfefferspray sowie Wasserwerfer ein. Aus den Reihen der Demonstranten flogen Flaschen, Feuerwerk wurde gezündet. Die Menge wurde auseinandergetrieben.

An vielen Orten in der Innenstadt gab es anschließend Scharmützel, kleinere Barrikaden wurden errichtet und angezündet. Die Veranstalter warfen der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vor. Auch das globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilte die Polizei-Strategie.

Spuren der Verwüstung

Ein Polizeisprecher sagte: "Eine Vermummung in einem Aufzug ist ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und wird von uns nicht geduldet." Man habe versucht, den "Schwarzen Block" der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen - dann hätte die Kundgebung fortgesetzt werden können. Dies sei aber nicht gelungen.

Im Hamburger Schanzenviertel waren am frühen Morgen überall Spuren der Verwüstung zu sehen. Bankautomaten wurden demoliert, ganze Straßenzüge mit waren mit Glasscherben und herausgerissenen Pflastersteinen bedeckt. Auch in anderen Stadtteilen gab es Zerstörungen. Die Stadtreinigung begann mit den Aufräumarbeiten.

Wie viele Demonstranten festgenommen oder in Gewahrsam genommen wurden, blieb zunächst unklar. Die Polizei wollte sich dazu am Morgen äußern. Andreas Blechschmidt von den Anmeldern von "Welcome to Hell" sagte unter Berufung auf Aussagen von Anwälten der Demonstranten, es habe bis zum späten Abend zwischen 10 und 20 Festnahmen gegeben.

Ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr sagte, bis kurz nach Mitternacht sei die Feuerwehr knapp 60 Mal zu Rettungseinsätzen gerufen worden. Eine genaue Zahl der Verletzten konnte er nicht nennen. Es habe jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt keine sehr schweren oder gar lebensbedrohlichen Verletzungen gegeben.

Der Polizei zufolge mussten drei verletzte Beamte im Krankenhaus behandelt werden. Piloten eines Polizeihubschraubers erlitten demnach Augenverletzungen durch Laserpointer.

Versammlungsverbot in Teilen der City

Begonnen hatte die Aktion gegen den G20-Gipfel friedlich am Hamburger Fischmarkt, wo Musik gespielt und Reden gehalten wurden. Die Demonstration sollte von dort aus über die Reeperbahn bis etwa 300 Meter an die Messehallen heran gehen. Keine andere Demonstration darf dem G20-Tagungsort in den Messehallen näher kommen. Ab 6.00 Uhr bis Samstagnachmittag 17.00 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt ein Versammlungsverbot. Dann etwa endet das G20-Treffen.

Bis dahin sind noch zahlreiche Protestaktionen geplant, teils mit Gewaltpotenzial. So hat die Gruppe "Block G20 - Colour the red zone" angekündigt, am Freitag in die engste Hochsicherheitszone vordringen zu wollen. Um 19.30 Uhr ist eine "Revolutionäre Anti-G20-Demo" unter dem Motto "G20 entern - Kapitalismus versenken" angemeldet, die auf der Reeperbahn ihren Anfang nehmen soll. Insgesamt wurden für den Gipfel-Zeitraum an die 30 Kundgebungen bei den Behörden angemeldet.

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