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Vier Audi-Manager vor Gericht - USA: Anklage wegen Betrug und Verschwörung

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Bei der Aufarbeitung des Dieselskandals machen die US-Behörden weiter Druck. Jetzt sind vier Manager der VW-Tochter Audi angeklagt worden - wegen Betrugs und Verschwörung.

Innenraum eines Audi e-tron
Innenraum eines Audi e-tron
Quelle: ap

Die US-Justizbehörden wollen im Abgas-Skandal des Volkswagen-Konzerns nun auch mutmaßlich Verantwortliche von Audi zur Rechenschaft ziehen: Gegen vier Manager wurde Anklage erhoben. Ein VW-Sprecher wollte sich nicht zur Frage äußern, ob die Beschuldigten noch für das Unternehmen tätig sind.

Laut der Klageschrift aus Detroit wird den Männern vorgeworfen, Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Dabei sei durch gezielte Manipulation von Emissionstests gegen US-Umweltgesetze verstoßen und Betrug an Kunden begangen worden. VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden eingeräumt, mit Hilfe einer speziellen Software in großem Stil bei der Messung von Abgaswerten getrickst zu haben. Der Konzern gab später auch ein Schuldgeständnis bei Gericht ab.

Angeklagte vermutlich in Deutschland

Keiner der Angeklagten sei in US-Haft, teilte das Justizministerium mit. Alle würden in Deutschland vermutet. Ein VW-Sprecher erklärte, der Konzern wirke weiter an den Untersuchungen des Ministeriums mit. Zu einzelnen Fällen wolle sich das Unternehmen aber nicht äußern. Damit sind insgesamt 13 Personen wegen der Abgas-Betrügereien in den USA angeklagt, darunter Ex-VW-Chef Martin Winterkorn.

Die neue Anklage stellt nun eine erhebliche Ausweitung der strafrechtlichen Untersuchung dar. VW hatte im September 2015 zugegeben, Betrugssoftware eingesetzt zu haben, um bei Abgastests zu manipulieren. Weltweit sind Millionen Diesel-Fahrzeuge betroffen.

Auf Konzernebene hat VW die rechtliche Aufarbeitung der Abgas-Affäre in den USA nach einigen teuren Kompromissen mit Behörden und privaten Sammelklägern weitgehend abgeschlossen. Der Konzern musste wegen des Skandals hohe Strafen zahlen und hat für Vergleiche in Nordamerika schon über 25 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht. Die US-Justiz hatte jedoch bereits deutlich gemacht, dass die Sache damit nicht ausgestanden ist und die Ermittlungen gegen die verantwortlichen Köpfe hinter dem Betrug andauern.

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