Vier Jahre Vertreibung, Elend und Tod

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Der Krieg im Jemen - Vier Jahre Vertreibung, Elend und Tod

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Jahrzehntelang beherrschen Konflikte den Jemen, doch die Eskalation beginnt vor vier Jahren: Eine von Riad geführte Militärallianz greift ein und zerstört das Wenige, das es gibt.

Auf den Tag genau vor vier Jahren begann die von Saudi-Arabien angeführte Koalition, mit Luftschlägen das Wenige zu zerstören, das es im Armenhaus Arabiens überhaupt gab.

Seit 30 Jahren beherrschen Konflikte das Land, doch die Eskalation kam am 26. März 2015, als vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen das Land überrollen. Es war der Kriegsfall für Saudi-Arabien, das um seine regionale Vormachtsstellung fürchtete: Riad und die Koalition gegen die Huthi-Rebellen und den Erzfeind Iran.

Nur noch wenige funktionierende Krankenhäuser

"Die Zerstörungen, die von der Koalition angerichtet wurden, sind allein im Gesundheitssektor ungeheuer", sagt Youssef el Hadary vom jemenitischen Gesundheitsministerium dem ZDF. 425 Krankenhäuser und Gesundheitszentren seien bei Kämpfen oder durch gezielte Angriffe getroffen worden. Viele Menschen sind nun tagelang unterwegs zu den wenigen Krankenhäusern, die es noch gibt. Oft vergeblich, weil es zu viele Patienten sind, die Hilfe brauchen. Auch fehlt es an Medikamenten.

Karte vom Jemen, Iran und Saudi Arabien
Saudi-Arabien und der Iran ringen um die Vormachtstellung in der Region.
Quelle: ZDF

Im Land grassiert zudem die Cholera - nach UN-Angaben sind in den ersten drei Monaten des Jahres mindestens 190 Menschen an der Infektionskrankheit gestorben. Landesweit gibt es bereits mehr als 100.000 Verdachtsfälle.

Machtpolitik auf Kosten des Lebens von Millionen

Alles Geld der Welt kann nichts ausrichten, solange dieser Krieg weitergeht.
Mekkeya Mehdi, Ärztin

Auch fehlt es an Lebensmitteln - über zehn Millionen Jemeniten sind mittlerweile vom Hungertod bedroht. Die Vereinten Nationen sprechen von der schlimmsten humanitären Krise der Gegenwart. Bei einer Geberkonferenz in Genf im Februar sammelten die UN rund 2,3 Milliarden Euro ein. Doch "alles Geld der Welt kann nichts ausrichten, solange dieser Krieg weitergeht", sagt die Ärztin Mekkeya Mehdi, die im Krankenhaus El Saura arbeitet, dem ZDF. "All die Mühe ist völlig nutzlos - sie wirkt wie ein Tropfen Wasser in einem riesigen See."

In den vergangenen drei Jahren wurden mehr als 4,3 Millionen Menschen im Jemen vertrieben, 3,3 Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. In den vielen Flüchtlingslagern - in den Herrschaftsgebieten aller Konfliktparteien - ist katastrophal. "Alles ist zerstört, Frauen und Kinder werden grundlos angegriffen", berichtet ein Flüchtling in Hudeida. Er habe alles hinter sich gelassen, die Flucht sei hart - ein "Leiden ohne Ende".

Die Kriegsparteien - egal von welcher Seite - scheint das Elend wenig zu scheren - Machtpolitik auf Kosten des Lebens von Millionen. Die Huthi-Rebellen und der Iran beschuldigen Saudi-Arabien, einen unmenschlichen Krieg zu führen, und umgekehrt. Nachgeben will keiner, so geht der Krieg ins fünfte Jahr. Mehr als 10.000 Menschen wurden in dem Konflikt bereits getötet. Und ein Ende des Sterbens ist nicht in Sicht.

So können Sie helfen:

Yemen

Hilfe für die Menschen -
Spendenaufruf für den Jemen
 

Im Jemen droht eine schwere Hungersnot. Rund zwei Drittel der Bevölkerung in dem Bürgerkriegsland sind laut Schätzungen der Vereinten Nationen auf Hilfe angewiesen.

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