ZDFheute

Seenotretter: Außergewöhnliche Herausforderung

Sie sind hier:

Havarie der "Viking Sky" - Seenotretter: Außergewöhnliche Herausforderung

Datum:

Die Evakuierung der "Viking Sky" ist vorerst gestoppt. Sie soll nun in einen Hafen geschleppt werden. Ein so großes Schiff zu evakuieren, sei "sehr schwierig", so ein Seenotretter.

Evakuierung von Passagieren des Kreuzfahftschiffs "Viking Sky" am 24.03.2019
Etwa 460 Menschen an Bord der "Viking Sky" wurden bislang per Hubschrauber an Land geflogen.
Quelle: ap

Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes vor der norwegischen Küste stellt die Retter nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) vor außergewöhnliche Herausforderungen. "Das ist sicherlich ein besonderer Fall, wie man ihn nur ganz schwer üben kann", sagte DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf das schlechte Wetter und die große Zahl der Passagiere an Bord der "Viking Sky".

Es ist immer sehr schwierig, viele Menschen gleichzeitig von einem Schiff holen zu müssen, erst recht, wenn das Wetter schlecht ist.
DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey

"Es ist immer sehr schwierig, viele Menschen gleichzeitig von einem Schiff holen zu müssen, erst recht, wenn das Wetter schlecht ist." Die einzige Möglichkeit in solchen Fällen sei dann oft die Bergung per Hubschrauber. "Doch ein Hubschrauber hat Einschränkungen: Er kann nur viel geringere Zeit vor Ort sein als ein Schiff, er muss häufiger tanken und braucht relativ viel Zeit, um mit einer Winde Menschen aufzunehmen. Dazu kommt die geringe Transportkapazität", sagte Stipeldey.

"Enorme Wellen und Windgeschwindigkeiten"

Es gebe bei dieser Wetterlage aber keine Alternative. An Schlauchboote sei nicht zu denken. "Selbst ein Tochterboot auszusetzen, ist für einen Seenotkreuzer sehr schwierig. Aber wir sprechen hier über enorme Wellen und Windgeschwindigkeiten."

Gemessen an der Zahl der Betroffenen habe es im Jahr 2010 einen ähnlichen Einsatz vor der deutschen Küste gegeben, sagte Stipeldey. Damals war die Fähre "Lisco Gloria" nach einer Explosion nördlich von Fehmarn in Brand geraten. Fast zwei Wochen lang trieb die Ostseefähre brennend vor der dänischen Insel Langeland. Alle 236 Menschen an Bord konnten damals gerettet werden. "Das war sicherlich ein ganz anderer Fall, zumindest von der Dimension her geht das aber in die Richtung wie jetzt in Norwegen", sagte Stipeldey.

Karte von Norwegen mit Kristiansund
Quelle: ZDF
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.