Sie sind hier:

VW wird neuer Sponsor - Millionen für den DFB - trotz Abgasskandal

Datum:

Der in den Abgasskandal verstrickte Volkswagen-Konzern löst Mercedes-Benz von 2019 an als Generalsponsor beim Deutschen Fußball-Bund ab. Der Stuttgarter Autobauer war 45 Jahre lang Partner des DFB gewesen.

Autofahrer klagt gegen VW mithilfe eines Rechtsdienstleisters.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Volkswagen und der DFB - glaubt man den Mitteilungen beider Seiten, ein Traumpaar. "Wir freuen uns sehr, Volkswagen ab 2019 als Mobilitätspartner an unserer Seite zu haben", erläutert DFB-Präsident Reinhard Grindel die Entscheidung in einer Mitteilung. Und weiter: "Es passt zum DFB, dass VW mit seinem Engagement den gesamten Fußball von der Spitze bis zur Basis im Blick hat", so Grindel.

Ähnlich Süßholz raspelnd die Stimme bei Volkswagen: "Die Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund ist für uns ein großes Ereignis", sagt Herbert Diess, der Vorstandsvorsitzende der Marke Volkswagen. "Denn: Volkswagen und der Volkssport Nummer 1 - das ist eine gute Partnerschaft! Der DFB beweist mit den deutschen Nationalmannschaften Mut, Innovationskraft und den unbedingten Willen zum Erfolg. Diese Werte gelten auch für Volkswagen."

VW hofft auf Imagegewinn

Aber apropos Werte: "Auch wenn die Vorgänge nicht vergleichbar sind, eint den DFB und VW die Notwendigkeit, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die richtigen Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten", sagte DFB-Chef Grindel. Und tatsächlich: Vor allem VW dürfte sich angesichts des immer noch nicht ausgestandenen Abgasskandals einen Imagegewinn erhoffen, wenn ab 2019 das Logo auf Mannschaftsbus oder Trikots der Nationalspieler prangt. Der DFB dagegen war durch die Affäre um die Vergabe der WM 2006 in eine Vertrauenskrise geraten war.

Volkswagen löst übrigens Mercedes-Benz ab. Allerdings ist auch Daimler in den Sog des Abgasskandals geraten. Die Stuttgarter waren 45 Jahre lang Partner des DFB. Mitte März hatte der DFB die Sponsorenrechte in der Kategorie Automobil für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Juli 2024 allerdings neu ausgeschrieben. Der Vertrag mit VW soll dem DFB angeblich 25 bis 30 Millionen Euro bescheren - pro Jahr. Das wären knapp 20 Millionen Euro mehr als der noch bis Ende 2018 laufende Vertrag mit Mercedes.

Zwar hatte auch Mercedes sein Angebot signifikant erhöht. Dennoch setzten sich die Wolfsburger im ersten Bieterverfahren überhaupt durch, nachdem die Verträge zwischen DFB und Mercedes zuvor immer wieder ohne Ausschreibung verlängert worden waren. "Wir blicken auf über vier Jahrzehnte einer spannenden und überaus erfolgreichen Partnerschaft zurück", teilte Mercedes dem Sport-Informations-Dienst mit: "Wir wünschen den Nationalmannschaften auch nach unserer Partnerschaft alles erdenklich Gute für eine erfolgreiche, sportliche Zukunft."

Geldgeber Volkswagen

Volkswagen ist auch in anderen Bereichen des Fußball-Sponsorings präsent. Der Vertrag als Partner des DFB-Pokals läuft noch bis 2022 und der Bundesligisten VfL Wolfsburg ist eine 100-prozentige Konzerntochter. Unterstützung erhält auch der Zweitligist Eintracht Braunschweig.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.