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Neue EU-Kommission - Mehr Frauen, mehr Klima, mehr Digitales

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EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat ihr gewünschtes Personaltableau vorgestellt: 13 Frauen und 14 Männer. Eine Hürde muss es noch nehmen: das EU-Parlament.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen legt ihre zentralen politischen Projekte für die nächsten fünf Jahre in die Hände von drei "Exekutiv-Vizepräsidenten". Der Sozialdemokrat Frans Timmermans soll einen europäischen "Grünen Deal" koordinieren und die Liberale Margrethe Vestager die EU für das digitale Zeitalter fitmachen. Zudem ist geplant, dass der Christdemokrat Valdis Dombrovskis die Arbeiten für eine "Wirtschaft im Dienste der Menschen" koordiniert.

Am 1. November soll es losgehen

"Wir werden den Klimawandel mutig angehen, unsere Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten ausbauen, unsere Beziehungen zu einem selbstbewussteren China definieren und ein verlässlicher Nachbar sein", sagte von der Leyen am Dienstag in Brüssel zu den Aufgaben der künftigen Kommission. "Ich möchte eine Kommission, die mit Entschlossenheit geführt wird, die sich auf die aktuen Probleme konzentriert und Antworten liefert." Insgesamt sollen der nächsten Kommission inklusive von der Leyen 27 Mitglieder angehören, davon sind 13 Frauen und 14 Männer. Großbritannien hat wegen des geplanten EU-Austritts keinen Kandidaten mehr nominiert.

Die EU-Kommission mit mehr als 30.000 Mitarbeitern schlägt Gesetze für die Staatengemeinschaft vor und überwacht die Einhaltung von EU-Recht. Das neue Kollegium der Kommissare soll seine Arbeit am 1. November aufnehmen. Bevor es starten kann, müssen die designierten Kommissare allerdings noch von den zuständigen Ausschüssen des Europaparlaments angehört werden. Einzelne Personen könnten dann noch ausgetauscht werden müssen, bevor das Plenum letztlich über das gesamte Personalpaket abstimmt.

Nicht alle Kandidaten unproblematisch

Als Wackelkandidaten gelten beispielsweise der designierte polnische Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski sowie die für das Ressort Verkehr vorgesehene Rumänin Rovana Plumb. Gegen Wojciechowski laufen wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei Reisekostenabrechnungen während seiner Zeit im Europaparlament Ermittlungen der EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf. Gegen Plumb wird in ihrer Heimat wegen des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs ermittelt.

Als unproblematisch gelten hingegen zahlreiche andere designierte Kandidaten wie der Österreicher Johannes Hahn (Haushalt und Verwaltung), der Ire Phil Hogan (Handel) sowie der frühere italienische Premierminister Paolo Gentiloni, der für das klassische Wirtschaftsportfolio vorgesehen ist.

Ursula von der Leyen mit Schaubild der Mitglieder der neuen EU-Kommission

Neue EU-Kommission - Von der Leyen stellt ihr Team für Europa vor 

Die designierte Präsidentin Ursula von der Leyen hat die Top-Jobs in der neuen EU-Kommission verteilt. Welcher Kommissar künftig welches Dossier betreut: ein Überblick.

Verteidigung wird groß geschrieben

Neben der geplanten Aufgabenverteilung kündigte von der Leyen auch den Aufbau einer Generaldirektion für Verteidigungsindustrie und Raumfahrt an. Die neue Fachabteilung soll in den Zuständigkeitsbereich der designierten EU-Binnenmarktkommissarin Sylvie Goulard aus Frankreich fallen.

Der Aufbau einer Generaldirektion für Verteidigungsindustrie und Raumfahrt gilt als Zeichen, dass von der Leyen die Pläne für eine echte europäische Verteidigungsunion weiter vorantreiben will. Das Vorhaben war im Dezember 2017 mit dem Beschluss für die Kooperationsplattform Pesco ins Leben gerufen worden und wird seit 2018 mit konkreten Projekten wie der Entwicklung von Drohnen mit Leben gefüllt. Ziel ist es, die EU flexibler und unabhängiger von den USA zu machen - zum Beispiel mit Blick auf mögliche Friedensmissionen in Afrika.

Ex-Konkurrenten Timmermans und Vestager im Boot

Die Ernennung von Timmermans und Vestager zu mächtigen "Exekutiv-Vizepräsidenten" gilt auch als Zugeständnis ans Parlament. Beide hatten sich bei der Europawahl selbst um die Spitze der EU-Kommission beworben. Stattdessen hatten die EU-Staats- und Regierungschefs dann aber überraschend die Christdemokratin von der Leyen als Präsidentin nominiert. In ihrem Bemühen um eine Mehrheit im Europaparlament hatte von der Leyen den Spitzenkandidaten der beiden anderen großen Fraktionen eine herausgehobene Rolle als Vizepräsidenten "auf Augenhöhe" versprochen.

Timmermans ist bereits seit 2014 Erster Vizepräsident der Kommission unter Jean-Claude Juncker und zuständig für Nachhaltigkeit und Rechtsstaatlichkeit. Vestager hatte sich in der Juncker-Kommission als Wettbewerbshüterin profiliert - für diese Aufgabe soll sie weiter zuständig bleiben.

Ursula von der Leyen hat für die Kommission ein Team aus 13 Frauen und 14 Männern vorgeschlagen. Ob alle Kandidaten durchkommen, liegt aber in der Hand des EU-Parlaments.

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