Sie sind hier:

Von Notz verlangt Ermittlungen - Grüne: War Amri V-Mann eines Geheimdienstes?

Datum:

War der Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri V-Mann eines ausländischen Geheimdienstes? In diese Richtung müsse ermittelt werden, fordert der Grünen-Politiker Konstantin von Notz bei Maybrit Illner im ZDF. Doch welche Anhaltspunkte gibt es dafür? Innenminister De Maizière sagt: Er habe keine.

Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz dringt auf Ermittlungen über mögliche Verbindungen Anis Amris zu einem ausländischen Geheimdienst. "Es ist auf jeden Fall ein Verdacht, der im Raum steht, dass ein ausländischer Nachrichtendienst beteiligt war", sagte der Innenpolitiker in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Sonst erkläre sich überhaupt nicht, warum der Weihnachtsmarkt-Attentäters "wie unter einer Art Käseglocke durch Deutschland reisen konnte", fügte von Notz hinzu. Leider würden Akten dazu nicht herausgegeben.

De Maizière: "Keinerlei Anhaltspunkte"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière bestritt in der Sendung jede Kenntnis über eine V-Mann-Tätigkeit Amris. "Ich habe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Herr Amri in irgendeiner Weise V-Mann war oder durch einen deutschen oder ausländischen Nachrichtendienst in irgendeiner Weise geschützt worden wäre", sagte der CDU-Politiker. Ähnlich hatte er sich auch vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages geäußert.

Von Notz dringt dagegen auf Aufklärung darüber, warum Amri bis zum Attentat unbehelligt blieb. Eigentlich hätten das Bundeskriminalamt oder der Bundesverfassungsschutz im Vorfeld die Verantwortung für Amri an sich ziehen müssen, spätestens nach Hinweisen des marokkanischen Geheimdienstes über Anschlagspläne Amris, sagte von Notz. "Es ist bis heute ungeklärt, warum das nicht geschehen ist. Und das ist einfach skandalös."

"Mysteriös, warum Alarmlampen ignoriert wurden"

Von Notz betonte, Amri hätte allein wegen seiner aus Chat-Protokollen ersichtlichen Verbindung zur Terrormiliz IS zu bis zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt werden können. Auch wegen erwerbsmäßigen Drogenhandels oder schwerer Körperverletzung hätte man ihn einsperren können. Man habe zudem gewusst, dass der Tunesier sein Asylverfahren unter einer falschen Identität betreibe.

"All das wusste man, und trotzdem hat man nichts gemacht", monierte von Notz. "Es bleibt bis heute mysteriös, warum all diese Alarmlampen ignoriert wurden." Vor von Notz hatte bereits der Grünen-Innenpolitiker Christian Ströbele die Vermutung geäußert, dass der Islamist Amri möglicherweise Rückendeckung durch US-Geheimdienste gehabt haben könne.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.