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Ausstellung in Dresden - "Ein Streifzug über den grünen Planeten"

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Der Mensch greift in die Natur ein - zum Teil mit verheerenden Folgen. Eine Ausstellung in Dresden geht dem Missverhältnis zwischen Pflanzen und Menschen nach.

Es ist die Geschichte einer engen Beziehung zwischen Mensch und Natur! Eigentlich ein Geben und Nehmen, aber es ist ungleich verteilt. Dabei ist es eine Geschichte der Abhängigkeit, wie das Deutsche Hygiene Museum in Dresden zeigt.

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Pflanzen und Menschen haben vieles gemeinsam: Sie wachsen und sterben, strecken sich nach der Sonne oder haben Durst. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sogar vermuten, dass Pflanzen miteinander kommunizieren und über eine Art Gedächtnis verfügen.

Vor allem aber produzieren sie die Atemluft für Mensch und Tier, schaffen Lebensräume und bieten Nahrung. Doch obwohl der Mensch von der ihn umgebenden Flora komplett abhängig ist, verhält er sich oft nicht danach, greift unverhältnismäßig in die Natur ein. Eine Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden geht von Freitag an dem zwiespältigen Verhältnis von Pflanzen und Menschen nach.

Das Bewusstsein fehlt

Kuratorin Kathrin Meyer zufolge wird erstmals in der europäischen Museumslandschaft eine umfassende und interdisziplinäre Annäherung an die wichtigsten Mit-Lebewesen unternommen. Die Ausstellung wolle zeigen, dass Pflanzen "hochkomplexe Lebewesen sind, die über unglaubliche Fähigkeiten verfügen", sagte Meyer.

"Im fehlenden Bewusstsein darüber, wie sehr wir tagtäglich von Pflanzen abhängig sind und wie sehr wir sie manipulieren, zeigen sich auch die blinden Flecken unserer Kultur", betonte sie. Die Ausstellung mit dem Titel "Von Pflanzen und Menschen. Ein Streifzug über den grünen Planeten" ist bis April 2020 in Dresden zu sehen. Auf etwa 800 Quadratmetern präsentiert sie kulturhistorische Zeugnisse und Kunstwerke, wissenschaftliche Präparate, Fotografien und Videoinstallationen.

Menschen sollen Verantwortung übernehmen

"Uns als Museum geht es darum, eine Haltung zur Welt einzunehmen, die man mit dem Begriff 'gärtnerisch' beschreiben könnte", sagte Museumsdirektor Klaus Vogel. Das bedeute Verantwortung zu übernehmen, "nicht nur den Pflanzen gegenüber, sondern auch für die Welt, in der wir leben". Der Einfluss des Menschen habe "eine kritische Dimension erreicht", sagte Vogel.

Botanische Zeichnungen aus dem Amazonas, das Aufblühen einer Tulpe im Zeitraffer, ein gefährdeter Baum aus dem Hambacher Forst, das Abholzen eines 1.350 Jahre alten Mammutbaumes binnen 13 Tagen in Kalifornien - all das zeigt und erzählt die Ausstellung auf anschauliche Weise. Die Gestaltung mit überproportional großen Pflanzenteilen provoziert einen Blickwechsel.

Pflanzen könnten besser ohne Menschen leben

Und auch die soziale Komponente von Pflanzen wird eindrucksvoll veranschaulicht: In einem kalifornischen Gefängnis lernen Häftlinge, einen Garten anzulegen und zu pflegen. Ein Video beschreibt, wie diese Arbeit ihr Leben verändert. Einige von ihnen fanden nach ihrer Inhaftierung eine Arbeit als Gärtner.

Eines macht die Ausstellung ganz deutlich: Pflanzen erscheinen als umsorgtes Wunder der Natur, als komplexe Lebewesen ebenso wie als Wirtschaftsfaktor, Nahrungsmittel oder Kulturprodukt. Aber Pflanzen könnten sehr viel besser ohne den Menschen leben. Bekannt sind derzeit fast 400.000 Pflanzenarten - und nach wie vor werden neue entdeckt.

Im Vordergrund: Achtsamkeit, Fürsorge, Solidarität und Respekt

Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) betont die ganz klare gesellschaftliche Bedeutung: "Vielleicht können uns die botanischen Wunder und unsere Freude an ihrer Schönheit dabei helfen, die lange ignorierte Verantwortung für unseren Planeten anzunehmen", sagte Stange.

Die Ausstellung stelle Achtsamkeit, Fürsorge, Solidarität und Respekt in den Vordergrund. Es sei eine gewaltige und Generationen übergreifende Aufgabe, die dramatischen Veränderungen des Klimas und die nach wie vor ungelöste Welternährungssituation, aber auch die Verschmutzung der Meere oder das Artensterben in den Griff zu bekommen, sagte Stange. Insofern habe das Hygiene-Museum ein brennendes, alle betreffendes Thema aufgegriffen.

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