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Vor G20-Gipfel - Trump tankt Kraft in Polen

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Bevor es nach Hamburg zum G20-Gipfel geht, besucht der US-Präsident Polen. Hier im "neuen Europa" braucht Trump keinen Gegenwind zu fürchten. Polen und die USA verstehen sich, teilen ähnliche Werte und wollen mit ihrem Treffen dem "alten Europa" womöglich eins auswischen.

Erste Station der Europareise von Donald Trump ist Polen. Bei unserem östlichen Nachbarn ist die Begeisterung für den amerikanischen Präsidenten groß.

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Endlich mal ein netter Termin für den amerikanischen Präsidenten in Europa, bevor es tags darauf weitergeht zum G20-Gipfel nach Hamburg. In Polen sind keine großen Anti-Trump-Demonstrationen zu erwarten, keine Kritik und auch keine politischen Verstimmungen. Donald Trump und die Polen werden schöne Bilder produzieren für beide Seiten. Und ganz nebenbei wollen beide dem "alten Europa", rund ums deutsch-französische Tandem in der EU, eins auswischen. Trump besucht gezielt das "neue Europa".

Gemeinsame erzkonservative Werte

Polen fühlt sich den USA traditionell eng verbunden, gelten die doch als die Schutzmacht Polens gegenüber Russland. Doch die nationalkonservative Regierung sucht verstärkt die Nähe zu Amerika, nicht nur aus sicherheitspolitischen Gründen. Man teilt gemeinsame erzkonservative Werte, die Skepsis gegenüber muslimischen Flüchtlingen, Zweifel am Pariser Klimaschutzabkommen, und die Dominanz Deutschlands innerhalb der EU sagt beiden wenig zu.

Zudem liegt Polen mit Brüssel im Dauerclinch. Polen ist zum Sorgenkind Europas geworden. Die EU hat ein Rechtsstaatlichkeitsverfahren gegen Polen wegen des Einflusses der Regierung auf das Verfassungsgericht eröffnet. Brüssel droht gebetsmühlenartig, weil sich Polen weigert, Flüchtlinge aus dem Umverteilungsprogramm aufzunehmen. Und mit dem Brexit verliert Polen seinen wichtigsten Verbündeten in der EU.

Trump adelt Dreimeeresinitiative

Polen sucht neue Allianzen und hat zu diesem Zweck eine Dreimeeresinitiative ins Leben gerufen - ein regionales Bündnis von zwölf Staaten zwischen Ostsee, Schwarzem Meer und Adria. Die Themen: Sicherheit und Wirtschaft. Eigentlich wäre die Initiative nicht in den internationalen Fokus geraten, hätte sich nicht Donald Trump dazu entschieden, einen Tag vor G20 just an der Konferenz teilzunehmen und zu sprechen.Trump adelt also bewusst die Dreimeeresinitiative, die ein alter Traum polnischer Konservativer ist. Und so ist Trumps Besuch eine Win-win-Situation für die USA wie für Polen. Warschau inszeniert sich in Europa als EU-skeptische Führungsmacht und für Amerika ist Europa immer noch in einen "alten" und "neuen" Kontinent geteilt, mit alten und neuen EU-Ländern.

Ausgerechnet in einem Moment, in dem die EU mit dem Wahlsieg des glühenden Europäers Macrons in Frankreich wieder Hoffnung schöpft, versetzt Polen der Union ein paar Stiche mit einer eigenen europäischen Initiative. Und Donald Trump unterstützt das offenbar allzu gerne.

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