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Stichwahl in Brasilien - Bolsonaro oder Haddad? - Kandidaten im Porträt

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Ein emotionaler Wahlkampf geht zu Ende - wer wird Brasiliens nächster Präsident: Der rechtspopulistische Ex-Militär Bolsonaro oder der Linke Haddad? Porträts der beiden Kandidaten.

Zeitungen mit Meldungen über die Präsidentwahl in Rio de Janeiro
Zeitungen mit Meldungen über die Präsidentwahl in Rio de Janeiro
Quelle: ap

Drei Wochen nach dem ersten Wahlgang stehen die Brasilianer kurz davor, einen Ultrarechten zu ihrem neuen Präsidenten zu wählen. Bolsonaros Konkurrenten Haddad werden nur wenige Chancen eingeräumt. Bei dem vorausgegangenen Wahlgang am 7. Oktober erhielt Bolsonaro 46 Prozent und Haddad 29 Prozent der Stimmen. Diesen Sonntag findet die Stichwahl statt. Die beiden Kandidaten im Steckbrief:

Jair Bolsonaro

  • Alter: 63 Jahre
  • Berufe: Hauptmann der Reserve und Abgeordneter
  • Partei: Sozialliberale Partei (PSL)
  • Wahlkampfthemen: Antikorruption und Sicherheit
Jair Bolsonaro
Jair Bolsonaro
Quelle: ap

Jair Messias Bolsonaro wurde am 21. März 1955 in der Stadt Glicério im Bundeststaat São Paulo geboren. Mit 18 Jahren ging er zum Militär und diente in der brasilianischen Armee unter anderem als Fallschirmjäger. Im Jahr 1988 trat er als Hauptmann in die Reserve ein. Bolsonaro heiratete im Jahr 2007 seine dritte Ehefrau, eine Sekretärin des Abgeordnetenhauses namens Michelle de Paula Firmo Reinaldo. Mit ihr hat er eine Tochter. Aus seinen beiden vorherigen Ehen stammen vier Kinder, von welchen drei selbst in der Politik aktiv sind. Sein Sohn Flávio Bolsonaro erhielt bei den Senatorenwahlen im Oktober 2018 die meisten Stimmen im Bundesstaat Rio de Janeiro.

Seine politische Karriere begann Bolsonaro, als er 1988 zur Stadtratswahl für die christdemokratische Partei (PDC) in Rio de Janeiro antrat. Das dort erhaltene Mandat gab er nach zwei Jahren wieder auf. Bei den brasilianischen Parlamentswahlen von 1990 wurde er zum Abgeordneten der PDC gewählt. Bolsonaro blieb für sechs Amtszeiten Parlamentarier auf Bundesebene und setzte sich dabei hauptsächlich für die Interessen des Militärs ein. Er war während seiner politischen Laufbahn Mitglied in insgesamt acht verschiedenen Parteien. In den Medien provoziert Bolsonaro häufig mit homophoben, rassistischen und sexistischen Aussagen. So sagte er unter anderem, dass seine Söhne zu gut erzogen seien, um schwul zu werden. Auch äußerte er, dass Frauen weniger verdienen sollten, da sie durch ihre Schwangerschaften die Unternehmen finanziell belasten. Er befürwortet die Todesstrafe und möchte die Bevölkerung bewaffnen. Für die Präsidentschaftswahlen 2018 tritt er als Kandidat der sozialliberalen Partei (PSL) an.

Fernando Haddad

  • Alter: 55 Jahre
  • Berufe:  Universitätsprofessor, Anwalt und Politiker
  • Partei: Arbeiterpartei (PT)
  • Wahlkampfthemen: Bildung und Sozialstaat
Fernando Haddad
Fernando Haddad
Quelle: imago

Als zweiter Sohn von Eltern libanesischer Abstammung wurde Fernando Haddad am 25. Januar 1963 in São Paulo geboren. Er studierte Rechtswissenschaften, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften an der Universidade de São Paulo, an der er 1996 in Philosophie unter anderem zu Karl Marx promovierte. Ein Jahr später wurde er zum Professor für Politikwissenschaften. Seit 1988 ist er mit der Zahnärztin Ana Estela Haddad verheiratet. Mit ihr hat er zwei Kinder.

Von 2005 bis 2012 war Haddad Bildungsminister in den Kabinetten der ehemaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und Dilma Rousseff. Als er 2012 zum Bürgermeister seiner Geburtsstadt gewählt wurde, gab er sein Ministeramt auf. Von 2013 bis 2017 war Haddad der Bürgermeister São Paulos, der größten Stadt Südamerikas. Seine verkehrspolitische Regierungsarbeit wurde von vielen Seiten hoch gelobt: Das Wall Street Journal nannte ihn einen "urbanen  Visionär". Die New York Times bezeichnete seine Projekte als inspirierend. Von seinen Gegnern wurde er jedoch auch scharf kritisiert. Als das oberste Wahlgericht Brasiliens Lula da Silva im August 2018 die Kandidaturberechtigung aberkannte, trat Haddad als Vize dessen Nachfolge an. Somit wurde er im September 2018 zum Präsidentschaftskandidaten der PT.

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