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Vor 40 Jahren - Sigmund Jähn: Der deutsche Pionier im All

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Am 26. August 1978 flog Sigmund Jähn ins All, als erster Deutscher. In diesem Jubiläumsjahr ist dort wieder ein Deutscher: Alexander Gerst. Jähn und er haben den gleichen Traum.

August 1978: Sigmund Jähn ist der erste Deutsche im All
Am 26. August 1978, schafft es der erste Deutsche ins All: DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn hebt an Bord der "Sojus 31"-Kapsel ab. Er flog zur russischen Orbitalstation "Saljut 6".
Quelle: dpa

"Ich war ein Teil dieser ganzen Geschichte", sagt Sigmund Jähn in einem ZDF-Interview. Zwei Jahre hatte er im Moskauer Sternenstädtchen trainiert unter strengster Geheimhaltung, bevor er die Sojus-Rakete besteigen durfte, die ihn für acht Tage ins All brachte. 125 Mal umkreiste er die Erde, machte zahlreiche Experimente. Es war ein Propagandacoup für die DDR im Kalten Krieg. Bis heute sind sie in seinem Geburtsort im sächsischen Vogtland stolz auf ihren großen Sohn. Er selbst macht keinerlei Aufheben um seine Person.

Die Welt im Wandel

Astronauten sind Botschafter eines übergeordneten Projektes, das gilt auch heute. Die Raumfahrt bleibt ein Prestigeprojekt, aber der gnadenlose Konkurrenzkampf ist der Einsicht gewichen, dass die Eroberung des Weltalls eine internationale Herausforderung ist. Nur gemeinsam wird die Menschheit dabei erfolgreich sein. Die deutsche Raumfahrt ist heute ein europäisches Projekt, der Deutsche Alexander Gerst ein ESA-Astronaut.

Der Außenposten im All

Die Internationale Raumstation ist ein spektakuläres Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit im All funktionieren kann. Die USA, Russland, Kanada, Europa und Japan kooperieren, um dieses Labor zu ermöglichen. Dass nun ausgerechnet 40 Jahre nach Sigmund Jähns Flug ein Deutscher Commander auf der ISS wird, sei großartig, freut sich Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Er hat schon "Blue Dot", die erste Mission von Gerst, für das DLR gemanagt, ebenso wie die aktuelle "Horizons". Und er hat selbst Experimente mit entwickelt, die gerade auf der ISS fliegen. Die deutsche Forschung auf der Raumstation sei sehr erfolgreich, erzählt er. Wer mit ihm spricht spürt schnell, dass er noch mehr möchte.

Die Zukunft der ISS

Vielleicht könnte mit Matthias Maurer schon bald der nächste deutsche Astronaut an die Arbeit anknüpfen. Einen Flug für ihn gibt es aber noch nicht. Denn, wie es weiter geht, ist noch keineswegs klar. Bis 2024 werden die Europäer an Bord der ISS bleiben. Amerikaner, Russen und Kanadier bis 2028. Es sei wichtig, die Station so lange wie möglich am Leben zu halten, betont Schmid. Aber man wird auch neue Kooperationspartner brauchen. Es ist kein Zufall, dass Matthias Maurer sehr gut chinesisch spricht und in China trainiert hat. China hat eine bemannte Raumstation und will in den nächsten Jahren seine Taikonauten auf den Mond schicken. Neben China strebt auch Indien in den Weltraum, vielleicht Brasilien. Neue Allianzen sind denkbar.

Wichtig sei allerdings, dass Deutschland über die ISS hinaus dabei bleibe. Die technischen Grundlagen seien da, sagt der studierte Luft- und Raumfahrtingenieur.   

Der Traum vom Moon-Village 

Aufnahme aus der ISS von 2014 zeigt grüne Felder auf dem europäischen Kontinent
Aufnahme aus der ISS von 2014 zeigt grüne Felder auf dem europäischen Kontinent.
Quelle: Alexander Gerst,

Eines der großen Zukunftsprojekte ist Orion, die Weltraumkapsel, mit der die NASA zum Mond und zum Mars fliegen will. Das Antriebs- und Ressourcenmodul für Orion wird bei Airbus in Bremen gebaut. Ein Raumschiff im Mondorbit wäre ein erster wichtiger Schritt. Dann eine Landung auf dem Mond, unserem nächsten Nachbarn im Universum, von dem wir viel über die Geschichte der Erde lernen können. Denn bei Weltraumexperimenten geht es immer wieder um sie. Die jüngsten Dürrebilder, die Alexander Gerst aus dem All schickte, sind erschreckend genug.

Aufnahme aus der ISS von 2018 zeigt dürre Felder auf dem europäischen Kontinent
Aufnahme aus der ISS von 2018 zeigt vertrocknete Felder auf dem europäischen Kontinent.
Quelle: Alexander Gerst,

"Wir brauchen die Technologie und das Wissen aus dem Weltraum hier bei uns. Wir müssen umsteuern, die Verschmutzungen aus der Luft, aus dem Wasser und aus den Böden bekommen. Viel Zeit bleibt uns dafür nicht mehr", sagt Schmid, und weiß sich einig mit Alexander Gerst und mit Sigmund Jähn, die unsere Erde von oben gesehen haben, klein und zerbrechlich, ein blauer Punkt im Universum. Trotz aller Träume von Mond und Mars haben wir bislang nur diesen einen Planeten, auf dem wir leben können.

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