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Spitzenspiel Gruppe G - Verlieren ausdrücklich erlaubt

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Kuriose Konstellation in Gruppe G: Dem Sieger zwischen Belgien und England droht ein schwierigerer Turnierverlauf. Dennoch spricht vieles für ein attraktives Match.

Training der englischen Nationalmannschaft in Zelenogorsk.
Die englische Nationalmannschaft bereitet sich in Zelenogorsk auf das Spiel gegen Belgien vor.
Quelle: epa

Vielleicht konnten noch nie in der WM-Geschichte zwei Mannschaften derart befreit aufspielen wie Belgien und England heute in Kaliningrad. Zwei Teams, die bereits sicher für die nächste Runde qualifiziert sind – und nicht gewinnen müssen. Ja, von denen manche ihrer Fans geradezu eine Niederlage erhoffen.

Fast ein Premier-League-Derby

Diese scheinbar widersinnige, aber im Vorfeld viel beschworene Logik hat mit der Konstellation im Turniertableau zu tun. Setzen sich beide Mannschaften im Achtelfinale durch, würde der Gruppensieger danach gegen Brasilien oder Mexiko spielen müssen, während der Verlierer gegen die Schweiz oder Schweden antreten darf. In einem möglichen Halbfinale wiederum bekäme es der Gruppensieger in jedem Fall mit einem Schwergewicht zu tun (Frankreich, Argentinien, Portugal, Uruguay), während den Verlierer ein Rivale ohne ganz so furchteinflößende Historie aus dem Quartett Spanien, Russland, Kroatien und Dänemark treffen könnte.

"Wir werden bestimmt nicht auf den Platz gehen, um zu verlieren", verspicht Belgiens Thomas Vermaelen dennoch. Mitspieler Marouane Fellaini erwartet ein "seltsames, aber interessantes Match". Tatsächlich ist die Partie fast eine Art Derby. Mehr als die Hälfte des belgischen Kaders kickt in der englischen Premier League, und auch Belgiens katalanischer Trainer Roberto "Bob" Martínez ist schon ein halber Brite. 

Belgiens Trainer mischte England auf

Mit 22 Jahren kam er als Spieler auf die Insel, blieb dort hängen und brachte als Trainer die fußballerischen Konzepte seiner Heimat so erfolgreich ein, dass sein erstes Team Swansea City als "Swanselona" gefeiert wurde. Inzwischen und zumal seit Pep Guardiola erfreut sich der moderne Passfußball in Großbritannien großer Beliebtheit. Auch Englands Nationaltrainer Gareth Southgate hat sich ihm verschrieben.

Es könnte in Kaliningrad also eine attraktive Partie geben; nicht umsonst haben beide Teams in ihren zwei Spielen je acht Tore erzielte. Nur Russland – in drei Matches – hat bei dieser WM genauso oft getroffen. Und wo eine Niederlage nicht schlimm ist, lässt es sich umso ungenierter stürmen. Egal, mit welcher Aufstellung.

Ohne Lukaku – und Kane?

Belgiens Romelu Lukaku jubelt nach seinem dritten Tor gegen Tunesien
Belgiens Romelu Lukaku wird vermutlich nicht gegen England spielen.
Quelle: ap

Zumindest Belgien dürfte an einigen Stellen rotieren. Dem Verteidiger Vermaelen etwa, bisher verletzt, ermöglicht die Partie einen idealen Einstieg in das Turnier. Wie Martínez ankündigte, wird er hingegen auf Romelu Lukaku verzichten, der vierfache Torschütze ist leicht angeschlagen. Auch ein Einsatz von Kevin De Bruyne, Jan Verthongen oder Thomas Meunier würde überraschen – sie haben bereits eine Gelbe Karte gesehen und würden bei einer weiteren das Achtelfinale verpassen.

Bei England wägt Southgate noch die Vor- und Nachteile einer größeren Veränderung ab, wie er vor der Partie durchblicken ließ – also etwa die Frage eines Einsatzes des schon fünfmal erfolgreichen Goalgetters Harry Kane. Manches spricht dafür, die positive Dynamik seiner jungen Mannschaft nicht zu durchbrechen. Anderes dafür, neue Spieler und Varianten auszuprobieren, die im weiteren Turnierverlauf noch nützlich werden könnten. So oder so – schon aufgrund seines Rufs als Mutterland des Fairplay wird auch England kaum eine Niederlage als Ziel eines WM-Spiels anvisieren.

Bei Remis entscheiden die Karten

Endet die Partie remis, wird übrigens die Kartenstatistik über die Gruppenplätze eins und zwei entscheiden. Momentan liegt England leicht vorn, es sah erst zweimal Gelb, Belgien schon dreimal. Aber auch das kann sich ja heute noch ändern.

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