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Vorerst keine Streiks - Ufo setzt Lufthansa Frist

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Im Streit mit der Lufthansa stellt die Gewerkschaft Ufo eine neue Frist. Streiks sind wieder im Bereich des Möglichen, dann vermutlich in der Vorweihnachtszeit.

Das Logo der Lufthansa. Symbolbild
Das Logo der Lufthansa. Symbolbild
Quelle: Marijan Murat/dpa

Im Tarifkonflikt um die Flugbegleiter der Lufthansa hat die Gewerkschaft Ufo dem Unternehmen eine Frist gesetzt. Bis Donnerstag kommender Woche werde man keine Streiks veranstalten oder dazu aufrufen, erklärte der Vorstand von Ufo in Mörfelden-Walldorf.

Streiks in Advents- oder Vorweihnachtszeit möglich

Sollte nichts geschehen, werde man am Donnerstag kommender Woche ankündigen, "wo, wie lange, bei welchen Airlines gestreikt werden wird", teilte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies mit. "Damit sind Streiks in der Vorweihnachtszeit möglich."

Ufo-Vize Daniel Flohr machte den Lufthansa-Chef Carsten Spohr persönlich für das Scheitern der bereits vereinbarten Schlichtung verantwortlich. "Es kann nicht sein, dass Carsten Spohr das ausverhandelte Ergebnis wieder vom Tisch zieht", sagte er. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, man habe nun sieben Tage Zeit, "um hier gemeinsam in einen Lösungsmodus zu kommen. Die gilt es zu nutzen."

Nun "kleine Schlichtung"

Die Airline hatte nach monatelanger rechtlicher Auseinandersetzung mit Ufo vergangene Woche mit der Gewerkschaft ausgemacht, bei Lufthansa in die Schlichtung zu gehen und in einem zusätzlichen Moderationsprozess weitere Probleme aus dem Weg zu räumen. Bei den deutschen Töchtern Eurowings oder Sunexpress sollten parallel Tarifverhandlungen aufgenommen werden.

Formal befinde man sich bei der Kerngesellschaft nun in der "kleinen Schlichtung", in der begrenzt über die von Ufo offiziell aufgeworfenen Tariffragen verhandelt werden könne, sagte der Konzernsprecher. Zu diesen Forderungen gehören mehr Spesen und Zulagen für die Flugbegleiter sowie Wechselmöglichkeiten für Saisonkräfte in reguläre Arbeitsverhältnisse. Lufthansa forderte Ufo auf, dazu einen Schlichter vorzuschlagen.

"Man kann nicht gleichzeitig streiken und schlichten"

Die Lufthansa hatte auch angekündigt, Ufo wieder als Gewerkschaft anzuerkennen und damit - nach mehreren Streiks und Gerichtsverfahren - Hoffnung auf eine friedliche Lösung gemacht.

Doch Knackpunkt war zuletzt die Lufthansa-Forderung nach einer umfassenden Friedenspflicht und einem Streikverzicht der Ufo bei den anderen Konzerntöchtern. "Man kann nicht gleichzeitig streiken und schlichten", sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Aus unserer Sicht kann eine Lösung für alle Fragen der Kabinenmitarbeiter nur in gemeinsamen Gesprächen und in einer Schlichtung gefunden werden."

Ufo-Vizechef Daniel Flohr sagte, Lufthansa könne keine Friedenspflicht für den gesamten Konzern fordern, "ohne dass man dafür etwas hergibt". Die Gewerkschaft appellierte an die Politik, im festgefahrenen Konflikt mit der Lufthansa zu vermitteln. "Wir kommen aus dieser Eskalationsspirale im Moment zu zweit nicht heraus", sagte Ufo-Chefin Sylvia De la Cruz. Der gesamtwirtschaftliche Schaden und der Schaden für die Sozialpartnerschaft seien groß.

Vereinbarung mit Verdi geschlossen

Laut Lufthansa sind mit dem vorläufigen Scheitern der "großen Schlichtung" auch bereits getätigte Zusagen an die Ufo und an die Beschäftigten hinfällig. Dazu gehören eine Einmalzahlung von je 1.500 Euro an jeden Kabinen-Mitarbeiter, das so genannte "Wintergeld" für Saisonkräfte und die Rücknahme einer Statusklage beim Arbeitsgericht Frankfurt, mit der Lufthansa den Gewerkschaftsstatus der Ufo in Frage gestellt hatte. Ohnehin noch nicht umgesetzt war die Wiedereinstellung des früheren Ufo-Chefs Nicoley Baublies als Purser bei der Lufthansa-Kerngesellschaft.

Das Unternehmen bestätigte auch, dass am Montag mit der Konkurrenzgewerkschaft Verdi eine Vereinbarung bei der Eurowings Deutschland geschlossen wurde. Dort geht es um Übergangsregelungen für Beschäftigte der Germanwings bei einem Wechsel zur Eurowings. Ufo zeigte sich empört über das Vorgehen der Verdi, die keineswegs bei Eurowings die Mehrheitsgewerkschaft sei und die Rechte der Ufo dort missachte. Man betreibe bereits seit Jahren bei Eurowings eine aktive und eigenständige Tarifpolitik, erklärte dazu eine Verdi-Sprecherin.

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