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Druck auf Iran wächst - Riad zeigt auf Teheran

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Auch Saudi-Arabien wirft nun dem Iran vor, hinter den mutmaßlichen Tankerangriffen im Golf von Oman zu stecken. Die Crew eines Tankers ist inzwischen nach Dubai ausgereist.

Ein iranisches Marineboot spritzt Wasser, um ein Feuer auf einem Öltanker im Meer von Oman zu löschen am 13.06.2019
Ein iranisches Marineboot spritzt Wasser, um ein Feuer auf einem Tanker im Meer von Oman zu löschen.
Quelle: AP

Nach den USA und Großbritannien hat auch Saudi-Arabien den Iran beschuldigt, hinter den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman zu stecken. Der Iran habe trotz des zeitgleichen Vermittlungsversuchs des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Teheran die beiden Tanker attackiert, sagte Kronprinz Mohammed bin Salman in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der heimischen Zeitung "Aschark al-Ausat". Die internationale Gemeinschaft müsse dazu eine "entschlossene Haltung" einnehmen.

Der mächtige Kronprinz versicherte, sein Land wolle "keinen Krieg in der Region". Zugleich betonte er jedoch: "Wir werden nicht zögern, jeder Bedrohung für unser Volk, unsere Souveränität und unsere lebenswichtigen Interessen zu begegnen." 

Iran bestellt britischen Botschafter ein

Die Besatzung des norwegischen Tankers "Front Altair" traf unterdessen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. Auf der "Front Altair" und dem japanischen Tanker "Kokuka Courageous" hatten sich am Donnerstagmorgen im Golf von Oman Explosionen ereignet. Zur selben Zeit bemühte sich Ministerpräsident Abe sich in Teheran um Vermittlung im Konflikt zwischen dem Iran und den USA.

Washington und London warfen dem Iran vor, die beiden Schiffe angegriffen zu haben. Teheran weist die Vorwürfe zurück. Mit dem zweiten Vorfall dieser Art innerhalb eines Monats wächst die internationale Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten.

Der Iran bestellte am Samstag den britischen Botschafter Rob Macaire ins Außenministerium in Teheran ein. Grund waren nach Ministeriumsangaben "falsche" Erklärungen des britischen Außenministers Jeremy Hunt zu den Angriffen auf die Tanker. Hunt hatte zuvor erklärt, nach Einschätzung seiner Regierung stecke Teheran mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" hinter den Attacken.

Crew nach Dubai ausgeflogen

Nach Angaben der norwegischen Reederei Frontline flogen die 23 Besatzungsmitglieder der "Front Altair" von der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas am Samstag nach Dubai. Es gehe ihnen allen gut und sie seien im Iran gut behandelt worden, hieß es.

Beide Schiffe nahmen am Samstag Kurs auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Die "Kokuka Courageous" soll nach Angaben der japanischen Reederei Kokuka in Fudschaira oder Chor Fakkan anlegen. Laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Isna ist auch die "Front Altair dorthin unterwegs. Nach Angaben der Reederei wurde der Tanker inzwischen aus iranischen Hoheitsgewässern geschleppt.

Irak warnt vor Eskalation

Die Vorfälle im Golf von Oman ereigneten sich einen Monat nach "Sabotageakten" gegen vier Schiffe vor der Küste der Emirate. Auch in diesen Fällen machten die USA sowie Saudi-Arabien den Iran verantwortlich. Die USA hatten zuvor ihre Truppen in der Golfregion unter Verweis auf eine angebliche Bedrohung durch den Iran massiv verstärkt.

Der Irak warnte, dass die aktuelle Eskalation zwischen den USA und dem Iran zu einem Erstarken der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) führen könnte. "Sollte es wirklich zu Kampfhandlungen im Golf kommen, befürchten wir eine Kettenreaktion im Irak", sagte Laith Kubba, Sonderberater des irakischen Ministerpräsidenten der Zeitung "Welt am Sonntag".

Eine solche Situation könne dazu führen, dass auch Milizen verschiedener Konfession im Irak zu den Waffen griffen, gab Kubba zu bedenken. Ein Ausufern der Gewalt würde auch ein Erstarken des IS zur Folge haben. "Diese Terroristen breiten sich immer dort aus, wo der Staat schwächer wird und das Chaos wächst."

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