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Zwischenfall im Persischen Golf - London: Iran wollte britischen Tanker stoppen

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Wieder Zwischenfall im Persischen Golf: Der Regierung in London zufolge haben iranische Schiffe versucht, im Persischen Golf einen britischen Tanker zu behindern.

Persischer Golf, Straße von Hormus und der Golf von Oman. Archiv
Hier soll sich der Vorfall ereignet haben: Persischer Golf, Straße von Hormus
Quelle: -/The Visible Earth/NASA/dpa

Die britische Regierung hat einen Zwischenfall mit einem Öltanker im Persischen Golf bestätigt. "Entgegen internationalem Recht versuchten drei iranische Schiffe, die Durchfahrt eines Handelsschiffes, der "British Heritage", in der Straße von Hormus zu behindern", teilte ein Sprecher der Regierung in London am Donnerstagmorgen mit.

Zuvor hatten US-Medien unter Berufung auf US-Regierungsquellen berichtet, dass sich fünf bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden einem britischen Tanker am Mittwoch genähert und diesen aufgefordert hätten, seinen Kurs in Richtung iranische Gewässer zu ändern. Ein britisches Kriegsschiff sei eingeschritten und habe die Boote zurückgedrängt, berichtete CNN.

In der Erklärung des britischen Verteidigungsministeriums hieß es dazu: "Die "HMS Montrose" war gezwungen, sich zwischen die iranischen Boote und die "British Heritage" zu positionieren und verbale Warnungen an die Boote abzugeben." Die iranischen Schiffe hätten daraufhin abgedreht. "Wir sind über diese Aktion beunruhigt und fordern die iranischen Behörden weiterhin dringend auf, die Situation in der Region zu deeskalieren" hieß es weiter.

Bereits im Juni Attacken auf Tanker

Erst im Juni hatte es im Golf von Oman bereits mysteriöse Zwischenfälle mit zwei Tankern gegeben. Die US-Regierung machte dafür den Iran verantwortlich, die Führung in Teheran bestritt die Vorwürfe. Die Vorfälle schürten international Ängste vor einer militärischen Eskalation zwischen beiden Staaten.

Karte: Straße von Hormus
Straße von Hormus: Eine der wichtigsten Seestraßen der Welt
Quelle: ZDF

Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor angekündigt, Pläne für eine internationale Koalition zum Schutz von Handelsschiffen vorantreiben zu wollen. Das Pentagon habe dazu einen konkreten Plan entworfen. In ein paar Wochen werde feststehen, welche Länder sich dem Bündnis anschließen wollten.

Briten stoppten iranischen Supertanker

Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte Großbritannien zuvor wegen des Stopps eines iranischen Öltankers vor Gibraltar mit Konsequenzen gedroht. "Der Stopp des Supertankers durch die Briten war ein Fehler und dumm (...). Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass die internationale Schifffahrt sicher bleibt und sie nicht mit solchen Aktionen unsicher machen", sagte Ruhani vergangenen Mittwoch. Großbritannien solle dies beherzigen, "um später nicht die Konsequenzen zu tragen".

Der iranische Supertanker "Grace 1" war in der vergangenen Woche an der Südspitze Spaniens wegen des Verdachts illegaler Öllieferungen für Syrien gestoppt worden. Auch die britische Marine war an der Aktion beteiligt. Der Iran protestierte, bestellte dreimal den britischen Botschafter in Teheran ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof des britischen Überseegebietes hat inzwischen angeordnet, dass das Schiff mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf.

Keine Entspannung in Sicht

Eine Entspannung in dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist derzeit nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump hatte der Führung in Teheran am Mittwoch mit einer weiteren Verschärfung der Sanktionen gedroht und ihr vorgeworfen, sie reichere seit langem heimlich Uran an.

Das internationale Atomabkommen von 2015 sollte den Iran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden. Aus Sicht der Trump-Regierung wurde der Iran aber durch den Deal nicht dauerhaft an der Entwicklung von Nuklearwaffen gehindert. Die USA scherten im Mai 2018 einseitig aus dem Abkommen aus und setzten scharfe Sanktionen gegen Teheran wieder in Kraft.
Teheran hatte zuletzt höhere Uranvorräte als erlaubt. Auch die zulässige Obergrenze bei der Anreicherung des Urans wurde jüngst überschritten. Der Iran bestreitet allerdings, Atomwaffen bauen zu wollen.

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