Sie sind hier:

Abgas-Skandal - VW bekennt sich vor US-Gericht schuldig

Datum:

Der Volkswagen-Konzern hat sich im Abgas-Skandal vor einem US-Gericht schuldig bekannt. VW räumte Betrug, Verstöße gegen Umwelt- und Einfuhrgesetze sowie Behinderung von Ermittlungen ein. Damit steht VW kurz vor dem Ende der juristischen Aufarbeitung des Diesel-Skandals in den USA.

Der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn ist nach eigenen Angaben nicht frühzeitig über den Abgasskandal informiert gewesen. Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags erklärte Winterkorn seine Sicht der Dinge.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Volkswagen steuert bei der juristischen Aufarbeitung des Diesel-Skandals in den USA einem Ende entgegen. Die Wolfsburger plädierten am Freitag vor dem Bezirksgericht in Detroit in allen drei Anklagepunkten auf schuldig - der Verschwörung zum Betrug, der Behinderung der Justiz sowie dem Verkauf von Waren unter falschen Angaben.

Damit schuf der Konzern die Voraussetzung dafür, dass der im Januar mit dem US-Justizministerium ausgehandelte Vergleich wirksam werden kann, in dem Volkswagen eine Geldstrafe von umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro akzeptiert. Das Urteil will Richter Sean Cox am 21. April verkünden.

"Ein sehr ernstes Verbrechen"

Bis dahin will das Gericht den Antrag eines Anwalts über weitere Entschädigungen prüfen. Das US-Justizministerium und VW argumentierten, geschädigten Autobesitzern seien bereits erhebliche Summen zugesagt worden. "Dies ist ein sehr ernstes Verbrechen", sagte Cox. Es obliege ihm, eine Entscheidung zu treffen.

In den Verhandlungen mit der US-Justiz hatte VW eingestanden, mit falschen Abgasangaben Behörden und Kunden betrogen, Umweltrecht verletzt und die Justiz behindert zu haben. Verantwortlich gemacht dafür werden Manager unterhalb des Konzernvorstands. Das Justizministerium klagte insgesamt sieben hochrangige Führungskräfte an.

Ein Mitarbeiter, der sich bis März 2015 in leitender Funktion um Umweltfragen in den USA kümmerte, war den Fahndern im Januar in die Fänge gegangen. Er streitet den Vorwurf ab, am Abgas-Skandal beteiligt gewesen zu sein. Dem Mann droht eine lange Haftstrafe. Sein Anwalt will bei einer Anhörung am 16. März erneut versuchen, ihn gegen Kaution freizubekommen. Bereits seit September kooperiert ein langjähriger VW-Ingenieur, der sich im Zuge einer Strafanzeige schuldig bekannt hatte, als Kronzeuge mit den US-Ermittlern. Sein Urteil soll am 3. Mai verkündet werden. Die weiteren Angeklagten vermuten die US-Behörden in Deutschland, von wo ihnen keine Auslieferung droht.

DAX-Konzern muss sich kontrollieren lassen

Als Teil der Vereinbarung muss der DAX-Konzern sein internes Kontrollsystem zur Einhaltung von Vorschriften verbessern und sich für drei Jahre einer unabhängigen Aufsicht unterwerfen. Dafür entsenden die USA einen Aufpasser nach Wolfsburg, der Zugang zu Dokumenten haben und die Bemühungen des Konzerns zur Einhaltung der Umweltgesetze bewerten soll. Es steht noch nicht fest, wer dies sein wird. Beim Konkurrenten Daimler hatte vor einigen Jahren nach Bestechungsvorwürfen der ehemalige FBI-Chef Louis Freeh eine ähnliche Aufgabe übernommen.

Im vergangenen Jahr hatten VW und die Konzerntochter Audi bereits zwei zivilrechtliche Vergleiche mit Besitzern der fast 600.000 in den USA betroffenen Dieselautos sowie mit Händlern und Behörden über fast 17 Milliarden Dollar erzielt. Einschließlich der von der amerikanischen Justiz verhängten Strafzahlung von 4,3 Milliarden Dollar sowie weiterer Risiken hat der Konzern bisher 22,6 Milliarden Euro für den Diesel-Skandal zur Seite gelegt. Der größte Teil davon entfiel auf 2015, das Jahr, in dem die Abgasmanipulation in den USA aufflog. Weitere 6,4 Milliarden Euro verbuchte Volkswagen im vergangenen Jahr.

Weltweit sind von der Abgasmanipulation rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, bei Dieselautos eine Software eingebaut zu haben. Diese erkennt, ob ein Fahrzeug auf dem Prüfstand getestet wird und hält nur dann die Abgaswerte ein. Im normalen Verkehr auf der Straße ist der Ausstoß an gesundheitsschädlichem Stickoxid um ein Vielfaches höher.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.