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Weltgrößter Autokonzern - VW verdient Milliarden - und baut E-Mobilität aus

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Verdaut sind die Folgen der Diesel-Affäre noch nicht - doch die Gewinne bei VW sprudeln. Der Konzern setzt nun voll auf Elektromobilität: in 16 Werken sollen E-Autos gebaut werden.

Dieselaffäre, mögliche Fahrverbote, Herausforderung E-Mobilität: Schwierige Themen für VW. Die Bilanz für 2017 zeigte trotzdem ein Umsatzplus von sechs Prozent.

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Mit starken Zahlen aus dem vergangenen Jahr im Rücken dürfte der weltgrößte Autobauer Volkswagen trotz des Dieselskandals wieder in die Offensive gehen. Am Dienstag legte der Konzern die detaillierten Ergebnisse des vergangenen Jahres sowie den Geschäftsbericht für 2017 vor. Demnach hatte VW im vergangenen Jahr mit 10,7 Millionen Fahrzeugen so viele wie nie ausgeliefert. Der Umsatz stieg gegenüber 2016 um mehr als sechs Prozent auf knapp 231 Milliarden Euro, der Gewinn um mehr als das Doppelte von rund fünf auf über elf Milliarden Euro.

Konzern zahlt Vorstand insgesamt mehr als 50 Millionen Euro

Das Rekordergebnis von Volkswagen im vergangenen Jahr zahlt sich für Konzernchef Matthias Müller aus: Der Vorstandsvorsitzende bekommt eine Vergütung in Höhe von 10,1 Millionen Euro für 2017, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Das ist ein Plus von fast 40 Prozent. Die Vergütung setzt sich zusammen aus Festgehalt und teils erfolgsabhängigen Komponenten.

Infografik: Automobil - Absatz von Volkswagen zwischen 2006 und 2017
Quelle: Volkswagen

Insgesamt zahlte VW den zehn Vorstandsmitgliedern Vergütungen in Höhe von knapp 50,3 Millionen Euro. Auch das war deutlich mehr als die 39,5 Millionen Euro 2016. Müller bekam dabei mit Abstand die höchste Summe - bei den anderen Vorstandsmitgliedern liegt die Vergütung bei jeweils über fünf Millionen Euro mit Ausnahme von Hiltrud Werner, zuständig für Recht und Integrität im Konzern, die erst im Februar den Job antrat.

E-Auto-Produktion an 16 Standorten weltweit

Der Volkswagen-Konzern will nun voll auf Elektromobilität setzen: Bis Ende 2022 sollen batterie-elektrisch angetriebene Autos an weltweit 16 Standorten gebaut werden. Derzeit sind es drei Standorte, sagte Konzernchef Matthias Müller in Berlin. Schon in zwei Jahren sollen neun weitere Werke des Konzerns für die Produktion von E-Autos gerüstet sein. Dabei helfen sollen Partnerschaften mit Batterieherstellern für Europa und China. Die bisher erteilten Aufträge beliefen sich auf ein Volumen von 20 Milliarden Euro. Für Nordamerika stehe die Lieferantenentscheidung kurz bevor. "Wir haben in den vergangenen Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die 'Roadmap E' zügig und entschlossen umzusetzen", sagte Müller.

Im vergangenen Herbst hatte Volkswagen angekündigt, bis 2025 bis zu drei Millionen E-Autos pro Jahr zu bauen und 80 neue elektrifizierte Modelle auf den Markt zu bringen. Volkswagen denkt auch über eine eigene Fertigung von Batteriezellen nach, bei denen deutsche Hersteller derzeit noch stark von Zulieferern vor allem aus Asien abhängen.

Konzernchef: Batteriefertigung keine VW-Kernkompetenz

Müller sieht in der Produktion von Akkus für Elektroautos allerdings keine Kernkompetenz des weltgrößten Autobauers. Know-how aufzubauen und die Technologie zu beherrschen, das bedeute nicht zwangsläufig, selbst in großem Stil in die Produktion einzusteigen, sagte Müller. "Das ist nicht unsere Kernkompetenz, das können andere besser." Im Werk Salzgitter wird bis 2019 eine Pilotfertigung von Batteriezellen aufgebaut. Der operative Betrieb mit den ersten 100 Mitarbeitern habe inzwischen begonnen. In Salzgitter will VW die Verantwortung für Entwicklung, Beschaffung und Qualitätssicherung der Batteriezellen konzentrieren.

Die Pläne bedeuteten aber keine Abkehr vom Verbrennungsmotor. Der moderne Dieselmotor sei auch mit Blick auf den Klimaschutz Teil der Lösung, sagte Müller. "Allein 2018 fließen fast 20 Milliarden Euro in unser konventionelles Fahrzeug- und Antriebsportfolio; über die nächsten fünf Jahre sollen es in Summe über 90 Milliarden Euro sein."

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