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Nordsyrien - Kampfpause hält nicht

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Seit Donnerstagabend gilt eine Waffenruhe für Nordsyrien. Doch mehrere Quellen vermelden Schüsse und Artilleriefeuer in dem Gebiet trotz der vereinbarten Kampfpause.

Die USA und die Türkei haben gestern eine 120-stündige Waffenruhe für Nordsyrien ausgehandelt. Trotz der Vereinbarung werden vereinzelt Auseinandersetzungen berichtet.

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Trotz des Pakts der USA mit der Türkei zum Vorgehen in Syrien ist es am Freitag nahe der nordsyrischen Grenzstadt Ras al-Ain zu Schüssen und Artilleriefeuer gekommen. Aus einem Teil der Stadt stieg zudem Rauch auf. Der Hintergrund war zunächst ebenso unklar wie die Frage, ob es Opfer oder Schäden gab.

Berichte von Kämpfen und Artilleriefeuer

US-Vizepräsident Mike Pence hatte am Donnerstag zusammen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu eine fünftägige Kampfpause verkündet, die den kurdischen Kämpfern einen Rückzug aus einem etwa 30 Kilometer breiten Gebiet an der Grenze zur Türkei ermöglichen solle. Cavusoglu legte allerdings Wert darauf, dass es sich um eine Kampfpause und nicht um einen Waffenstillstand handle. US-Präsident Donald Trump feierte das Abkommen als "großartigen Tag für die Zivilisation", der Millionen Menschenleben retten werde. Kritiker werfen ihm dagegen vor, dass er die Krise durch seinen Rückzugsbefehl erst möglich gemacht habe.

Der Kommandeur der von Kurden angeführten Miliz, Maslum Abdi, sagte, diese werde die Waffenruhe befolgen und alles für den Erfolg der Vereinbarung tun. Um Ras al-Ain hatten sich kurdische Milizionäre, türkische Streitkräfte und von der Türkei unterstützte syrische Kämpfer in den vergangenen Tagen heftige Gefechte geliefert. Ein Rückzug kurdischer Kämpfer von dort wäre ein erster Prüfstein für den Erfolg der Absprache.

Doch am Freitag war in und um Ras al-Ain Geschütz- und Gewehrfeuer zu hören. Am Vormittag flauten die Kämpfe ab. Allerdings stieg in der Stadt Celyanpinar und nahe der türkischen Grenze Rauch auf. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Kämpfen in Ras al-Ain und erklärte, in den anderen Gebieten sei es dagegen seit der Nacht relativ ruhig.

Fortgesetzte Belagerung

Ein Sprecher der von Kurden dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), der sich Merwan nannte, warf der Türkei und ihren Verbündeten vor, die Stadt weiter zu belagern. "Es sieht so aus, als ob sie nach dieser Vereinbarung weitere Massaker verüben wollen." Deshalb zögen sich die Milizionäre auch nicht von dort zurück.

Der kurdische Rote Halbmond erklärte, seine Fahrzeuge kämen nicht in die Stadt, um Verwundete abzutransportieren. Ein kurdischer Kämpfer sagte, das Abkommen werde nicht funktionieren. Vielmehr sei es eine Beleidigung. Die Kurden gäben ihr Land nicht her.

Türkischer Botschafter im Auswärtigen Amt

Unterdessen hat das Auswärtige Amt den türkischen Botschafter Ali Kemal Aydin empfangen. Wie das ZDF aus Diplomatenkreisen erfuhr, handelte es sich nicht um eine förmliche Einbestellung. Das Gespräch führte der politische Direktor Jens Plötner.

Seit Beginn der türkischen Militäroperation haben Vertreter aller Oppositionsparteien Außenminister Maas wiederholt aufgefordert, den türkischen Botschafter einzubestellen. Frankreich hatte den Vertreter Ankaras bereits Anfang der Woche vorgeladen.

Türken wollen YPG vertreiben

Die Türkei war vergangene Woche in Nordostsyrien einmarschiert, nachdem die USA den Rückzug ihrer Soldaten von dort verkündet hatten. Ziel der Offensive ist es, die syrisch-kurdische Miliz YPG zu vertreiben, die dort in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem US-Militär die Terrormiliz Islamischer Staat besiegt hat. Die türkische Regierung betrachtet die YPG als Terrorgruppe, weil sie Verbindungen zu kurdischen Aufständischen in der Türkei hat.

Die vereinbarte Kampfpause schreibt die von der türkischen Armee erzielten Erfolge praktisch fest. Sie hat die YPG bereits aus einem großen Teil des von ihr als Sicherheitszone beanspruchten Gebiets vertrieben. Diese soll sich etwa 100 Kilometer entlang der Grenze von Ras al-Ain nach Tal Abjad erstrecken. In Tell Abjad war es AP-Reportern zufolge ruhig.

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