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Nach den Landtagswahlen im Osten - Wagenknecht fordert Kurskorrektur

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Die Linken-Fraktionschefin will nach Einbrüchen ihrer Partei deutliche Änderungen. "Wir brauchen eine Rückbesinnung auf das, was wirklich linke Politik ist", sagt sie im ZDF.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, kritisiert die Abkehr ihrer Partei vom ursprünglichen Wählerklientel. Viele Menschen hätten das Gefühl, die Linke würde "nicht mehr ihre Sprache sprechen", sagt sie im ZDF.

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Die Landtagswahlen am vergangenen Sonntag in Brandenburg und Sachsen waren für die Linke eine katastrophale Niederlage. Nun müsse man in der Partei darüber sprechen, "warum wir derart eingebrochen sind", sagt Wagenknecht.

Entfremdung von den Wählern

Ein Grund sei, "dass viele frühere Wähler das Gefühl haben, dass wir nicht mehr ihre Sprache sprechen, dass wir uns von ihrer Lebensrealität entfremdet haben", sagt die Fraktionschefin der Linken. Das sei "ein Riesenproblem", denn ihre Partei müsse gerade für diejenigen da sein, "denen es nicht gut geht, die um ihr bisschen Wohlstand immer mehr kämpfen müssen", sagt Wagenknecht. Wenn man gerade bei diesen Wählern massiv verliert, "dann haben wir etwas falsch gemacht", räumt die Linken-Politikerin ein.

Während der ehemalige Parteivorsitzende Klaus Ernst im ZDF zur Zurückhaltung in Wahlkampfzeiten mahnt, und die Analyse der Wahlniederlagen auf die Zeit nach der Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober verlegen möchte, hält Wagenknecht die aktuellen Diskussionen für richtig. Sie glaube nicht, dass das den Wahlkämpfern in Thüringen schade. Wenn man signalisiere, "wir haben verstanden, und wir werden uns ändern", sei das doch eher "ein Rückenwind", sagt sie.

Keine Personaldebatten und kein "Weiter so"

Personelle Konsequenzen aus den Wahlniederlagen fordert sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Schließlich hätten andere Parteie auch massive Stimmenverluste erlitten, ohne dass jemand zurückgetreten wäre. Allerdings räumt sie ihrer Partei bei einem "Weiter so" wie in den letzten Jahren, "keine große Perspektive mehr" ein.

Wagenknecht fordert deshalb "eine Rückbesinnung auf das, was wirklich linke Politik ist". Es gehe darum, Verantwortung für die Menschen im Land zu übernehmen. "Wir müssen gucken, für wen müssen wir da sein", sagt die Fraktionsvorsitzende. Wenn diese Menschen die Linke nicht mehr wählen, müsse die Partei eine Kurskorrektur vornehmen, so Wagenknecht, "sonst machen wir uns als Linke überflüssig".

Stegemann: Zeitgeist nach rechts verschoben

In diesem Zusammenhang kritisiert Bernd Stegemann, Berliner Professor für Dramaturgie und Mitbegründer der Bewegung "Aufstehen", dass die Linken das Thema Soziale Gerechtigkeit, das derzeit in Deutschland "verwaist" sei, nicht "ganz deutlich" zu ihrem Thema machten. Gleichzeitig betont er, "der Zeitgeist hat sich definitiv nach rechts verschoben".

Auch Wagenknecht sagt im ZDF mit Blick auf die Wahlerfolge der AfD: "Ich mache mir riesige Sorgen, wohin sich dieses Land entwickelt." Schuld daran seien aber nicht die Linken alleine, sondern "eine Politik, die dieses Land sozial gespalten hat".

Partei muss sich "neu aufstellen"

Wenn die Linke bundespolitisch wieder an Bedeutung gewinnen wolle, müsse sie sich im nächsten Jahr "in vieler Hinsicht neu aufstellen", sagt Wagenknecht, betont aber gleichzeitig, dass sie selbst "aus guten Gründen" weder für den Fraktions- noch für den Parteivorsitz zu Verfügung stehe.

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