Sie sind hier:

Online-Plattform startet - Wagenknecht: Linke Mehrheit mit "aufstehen"

Datum:

Am Samstag soll aufstehen.de online sein - der Start für Linke-Fraktionschefin Wagenknechts Sammlungsbewegung. Sie soll auch SPDler und Grüne ansprechen. Ziel: eine linke Mehrheit.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht, Ko-Fraktionschefin der Linken
Quelle: dpa

Am Samstag startet Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht die von ihr angekündigte linke Sammlungsbewegung mit der Online-Plattform aufstehen.de, berichtet "Der Spiegel". Anfang September soll es dann offiziell losgehen. Wagenknecht will mit der Bewegung für linke politische Mehrheiten sorgen und dabei neben Anhängern ihrer eigenen Partei auch Mitglieder von SPD und Grünen sowie Parteilose ansprechen.

Keine Partei, sondern außerparlamentarische Bewegung

"Unser Ziel sind andere politische Mehrheiten und eine neue Regierung mit sozialer Agenda", sagte Wagenknecht dem "Spiegel". "Wenn der Druck groß genug ist, werden die Parteien, auch im Eigeninteresse, ihre Listen für unsere Ideen und Mitstreiter öffnen."

Dem Bericht zufolge unterstützen etwa Vertreter aus dem Kulturbereich wie der Theatermacher Bernd Stegemann oder der Politikwissenschaftler Wolfgang Streeck, aber auch aktive Politiker das Projekt. "Die Idee ist gut. Der Zeitpunkt ist richtig gewählt. Das Bedürfnis nach tief greifender Veränderung ist riesig", schreiben der SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow, die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen und die Grünen-Politikerin Antje Vollmer in einem Gastbeitrag für den "Spiegel".

Die Sammlungsbewegung sei keine neue Partei, sondern verstehe sich als außerparlamentarische Bewegung, die neue Themen und Positionen in die öffentliche Debatte bringen solle. "Aufbruch aus dem Elfenbeinturm in die Wirklichkeit! - das ist das Gebot der Stunde", heißt es in dem Beitrag.

Wagenknecht: SPD "Schlüssel" für andere politische Mehrheiten

Linken-Vorsitzender Bernd Riexinger sieht in der Sammlungsbewegung keine Gefahr für die eigene Partei. "Die Initiative richtet sich an die enttäuschten Anhänger der anderen Parteien", sagte er. "Ich sehe nicht, dass die Initiative inhaltliche Konsequenzen für die Linke hätte." Riexinger warnte jedoch, es sei "unklug", die neue Bewegung "mit organisatorischen Fragen der Partei Die Linke zu verbinden".

Auch der Ko-Fraktionschef der Linken, Dietmar Bartsch, der sich anfangs noch skeptisch zu Wagenknechts Idee geäußert hatte, zeigte sich nun offener: "Es gibt einen Kulturkampf von rechts. Wir sollten jede Idee ernst nehmen, die sich dem entgegenstellt", sagte Bartsch dem "Spiegel". "Vielleicht gibt es eine Chance, so die politische Linke insgesamt zu stärken und wieder zu anderen parlamentarischen Mehrheiten zu finden."

Für Wagenknecht ist die SPD ein "Schlüssel" für andere politische Mehrheiten. Solange die SPD ihre Agenda-2010-Politik fortsetze, werde sie aber weiter schrumpfen. "Das verringert die Chance auf eine linke Machtoption", sagte Wagenknecht. Die Linken-Fraktionschefin zeigte sich jedoch zuversichtlich mit Blick auf einen Erfolg ihrer Initiative.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.