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Deutscher Gewerkschaftsbund - DGB-Vorsitzender Hoffmann wiedergewählt

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Reiner Hoffmann ist erneut an die Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gewählt worden. Er trat ohne Gegenkandidaten an.

DGB-Chef Reiner Hoffmann am 14.05.2018 in Berlin
DGB-Chef Reiner Hoffmann
Quelle: dpa

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, ist für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden. Die Delegierten des DGB-Bundeskongresses in Berlin bestätigten den 62-Jährigen mit einer Mehrheit von 76,3 Prozent im Amt. 289 Delegierte stimmten mit ja, 90 Delegierte mit nein. Hoffmann, der keinen Gegenkandidat hatte, nahm die Wahl an. Er ist seit 2014 Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Er hatte damals Michael Sommer abgelöst. Als stellvertretende Vorsitzende wurde am Montag Elke Hannack bestätigt. Sie kam auf 86,5 Prozent.

Hoffmann hatte zur Kongresseröffnung am Sonntag gewarnt, die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland dürfe nicht über gravierende Missstände hinwegtäuschen. Es gebe zwar einen Höchststand bei der Beschäftigung, zudem sei die Arbeitslosigkeit gesunken. Aber trotz dieser Rekorde seien rund 20 Prozent der Beschäftigten im Niedriglohnsektor gefangen. Gleichzeitig öffne sich die Schere bei den Vermögen und Einkommen. "Die Menschen haben ein feines Gespür dafür, dass es immer ungerechter zugeht", erklärte Hoffmann. "Wenn gefeuerte, also gescheiterte Manager tausende Euro Rente pro Tag erhalten, ist das nicht gerecht."

DGB-Chef: Viele Menschen haben Angst

Der DGB setze sich gegen prekäre Arbeit und sachgrundlose Befristungen ein und für eine gute Alterssicherung und eine funktionierende öffentliche Infrastruktur. "Viele Menschen in unserem Land haben Angst", sagte Hoffmann. Sie fürchteten sozialen Absturz, Altersarmut und schlechtere Chancen für ihre Kinder. In der Debatte um die Digitalisierung der Arbeitswelt betonte Hoffmann daher: "Der Mensch und nicht das technisch Machbare gehört in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung".

Bei diesem Thema übte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Wochenende den Schulterschluss mit den Gewerkschaften. Er forderte eine neue "Ethik der Digitalisierung" für eine sichere Zukunft auch für Arbeitnehmer. "Weil sich Zukunftsangst, wo immer sie vorhanden ist, nicht in Demokratieskepsis verwandeln darf", sagte Steinmeier.

Die Digitalisierung markiere die nächste große Bewährungsprobe des Sozialstaats. Den DGB rief der Bundespräsident zur Mitgestaltung der neuen digitalen Arbeitswelt auf. Der DGB sei nötig. Steinmeier appelierte an die Arbeitgeber, tarif- und verhandlungsfähig und -willig zu sein. Zudem müssten die Unternehmen ihre Mitarbeiter weiterbilden, kommunikative und digitale Kompetenzen stets aktualisieren. "Das verlangt Zeit und das verlangt Geld", sagte Steinmeier. Doch sonst könnten Unternehmen im Wettbewerb ganz bestimmt nicht bestehen.

Kongressmotto: "Solidarität. Vielfalt. Gerechtigkeit."

Der DGB sieht seinen politischen Einfluss trotz bröckelnder Mitgliederzahl stabil. Ende 2017 hatten die acht DGB-Gewerkschaften 5,995 Millionen Mitglieder - 52.000 weniger als im Jahr zuvor.

Der Bundeskongress ist das höchste Entscheidungsorgan des DGB. Er tagt unter dem Motto "Solidarität. Vielfalt. Gerechtigkeit" vom 13. bis zum 17. Mai in Berlin. Am Montagnachmittag soll es zudem eine Talkrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der Parteien geben, die mit dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann diskutieren. Mit dabei sind unter anderem Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Andrea Nahles (SPD) als Vertreter der Großen Koalition. Teilnehmen werden laut DGB zudem Nicola Beer (FDP), Bernd Riexinger (Die Linke), Robert Habeck (Bündnis 90/Grüne) und Stephan Stracke (CSU).

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