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Zwei Präsidenten ringen um Afghanistan

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Rivalen lassen sich vereidigen - Zwei Präsidenten ringen um Afghanistan

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Die afghanische Wahlkommission hat Ghani zum Präsidenten ernannt. Doch Abdullah erkennt das nicht an. Wird die Rivalität in Gewalt ausarten?

Bisheriger Amtsinhaber Aschraf Ghani.
Bisheriger Amtsinhaber Aschraf Ghani.
Quelle: Rahmat Gul/AP/dpa/Archiv

Die Rivalen Aschraf Ghani und Abdullah Abdullah haben sich beide zum Präsidenten von Afghanistan erklärt. Sie hielten am Montag gleichzeitig separate Vereidigungszeremonien ab. Die Rivalität führt zu mehr Chaos in dem vom Bürgerkrieg geplagten Land.

Die afghanische Wahlkommission hatte Amtsinhaber Ghani zum Gewinner der Präsidentschaftswahl im September erklärt. Abdullah, der bislang in einer Einheitsregierung als Regierungschef fungiert, kam offiziell auf den zweiten Platz. Er und eine für Beschwerden rund um die Wahl zuständige Kommission monierten Unregelmäßigkeiten. Danach erklärten sich sowohl Ghani als auch Abdullah zum Wahlsieger. Jeweils haben sie einige einflussreiche Warlords auf ihrer Seite.

Ghani und Abdullah mit vielen Unterstützern

Abdullah Abdullah, Regierungsgeschäftsführer von Afghanistan.
Abdullah Abdullah, noch Regierungschef in Afghanistan, sieht sich als Präsident.
Quelle: Tamana Sarwary/AP/dpa

Ghani hielt seine im Staatsfernsehen übertragene Zeremonie im Präsidentenpalast ab und Abdullah seine im nahe gelegenen Sapedar-Palast. Jeweils waren viele Unterstützer zugegen. An Ghanis Zeremonie nahmen einige Vertreter des Auslands teil, ein Zeichen der internationalen Unterstützung für ihn. Anwesend waren etwa der US-Gesandte Zalmay Khalilzad, der Chef der US-Truppen in Afghanistan, Austin S. Miller, und der für Afghanistan zuständige Vertreter von UN-Generalsekretär António Guterres, Tadamichi Yamamoto.

Abdullahs Vereidigung wurde vom Privatsender Tolo TV übertragen. Unter den Anwesenden waren sogenannte Dschihad-Kommandanten, die beim Sturz der Taliban 2001 mit den USA verbündet waren. In den 1990er Jahren waren sie an dem damaligen Bürgerkrieg beteiligt, was Sorgen aufkommen ließ, dass die Rivalität zwischen den afghanischen Politikern zu Gewalt führen könnte.

Friedensprozess mit Taliban ungewiss

Ghani und Abdullah hatten Montagfrüh Journalisten zu ihren Vereidigungsfeiern geladen, verschoben sie dann aber zunächst um mehrere Stunden. Khalilzad sei zwischen beiden hin- und hergeeilt, um zu vermitteln, wurde berichtet.

Die mangelnde Einigkeit an der Staatsspitze macht die Zukunft des Friedensprozesses mit den Taliban ungewiss. Für Dienstag ist der Beginn von Verhandlungen in Oslo geplant, bei denen es um Frauenrechte und Meinungsfreiheit im künftigen Afghanistan sowie um das Schicksal von Gefangenen gehen soll. Die Gespräche folgen auf die Friedensvereinbarung zwischen den Taliban und den USA, die am 29. Februar unterzeichnet wurde.

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