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Wahl in Großbritannien - Nachwahlbefragung sieht Johnsons Tories vorne

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Die Briten haben ihr neues Parlament gewählt. Seit 23 Uhr (MEZ) sind die Wahllokale geschlossen. Die Tories um Premierminster Johnson erreichen wohl eine absolute Mehrheit.

In Großbritannien werden die Stimmzettel der Parlamentswahl ausgezählt.
Seit 23 Uhr (MEZ) werden die Stimmzettel in Großbritannien ausgezählt.
Quelle: Reuters/Paul Childs

Am Donnerstag haben die Briten neue Abgeordnete für ihr Parlament gewählt. Mit Schließung der Wahllokale um 23 Uhr veröffentlichte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos Mori die Ergebnisse der Nachwahlbefragung. Demnach konnten die konservativen Tories um Premierminister Boris Johnson wohl eine absolute Mehrheit mit 368 Sitzen erreichen. Die oppositionelle Labour-Partei musste Verluste einstecken. Sie kam lediglich auf 191 Sitze.

Erstes Wahlkreis-Ergebnis aus Newcastle

Bei der Nachwahlbefragung werden Wähler in 144 Wahllokalen in Großbritannien nach der Stimmabgabe befragt. Bei den letzten Wahlen stimmten diese Zahlen größtenteils mit den späteren endgültigen Wahlergebnissen überein. Das amtliche Wahlergebnis bei dieser Parlamentswahl wird erst am Freitag erwartet. In der Nacht laufen die Auszählungen, Ergebnisse werden nach und nach gemeldet.

Den Anfang machte der Wahlbezirk Newcastle Upon Tyne Central. Anderthalb Stunden nach Schließung der Wahllokale wurde dort das erste Ergebnis der Stimmauszählungen bekannt gegeben. Die Labour-Partei konnte den Sitz für sich gewinnen. Damit konnte Newcastle auch das Rennen gegen Sunderland gewinnen: Die beiden Wahlbezirke liefern sich traditionell ein Rennen darum, wer als erster Wahlbezirk die Stimmen ausgezählt hat. Seit kurz nach 4 Uhr (MEZ) haben die Konservativen über 100 Sitze erreicht und liegen damit auf Platz eins. Ob sie die Führung beibehalten oder ausbauen können, wird sich zeigen. Bisher sind weniger als die Hälfte aller Wahlkreise ausgezählt.

Brexit auch bei der Wahl allgegenwärtig

Premierminister Boris Johnson hatte auf die vorgezogenen Neuwahlen gedrängt, um den Stillstand im Unterhaus zu beenden. Seit 2017 hatten Johnsons Tories keine absolute Mehrheit mehr im Parlament und mussten bei wichtigen Entscheidungen auf die Unterstützung der nordirischen DUP hoffen. Besonders beim Thema Brexit war das Unterhaus daher zuletzt nur schleppend vorangekommen. Johnson selbst wurde vom Unterhaus per Gesetz dazu verpflichtet einen erneuten Brexit-Aufschub bis zum 31. Januar 2020 zu beantragen - obwohl der Premierminister immer wieder betont hatte, er würde lieber "tot im Graben liegen" als den Brexit erneut zu verschieben.

Im Wahlkampf war der Brexit eines der größten Themen und beeinflusste auch die meisten anderen Wahlkampfthemen auf verschiedenste Art und Weise. Johnson hatte versprochen, seinen Brexit-Deal noch vor Weihnachten im Parlament durchzubringen und somit den 31. Januar 2020 als Austrittsdatum einzuhalten. Dagegen hatte die Labour-Partei mit Parteichef Jeremy Corbyn für ein zweites Referendum geworben. Sie wollte innerhalb von sechs Monaten einen neuen Deal mit der EU aushandeln und die Bevölkerung dann über diesen abstimmen lassen - mit der Option, auch für "Remain" also für den Verbleib in der EU zu stimmen.

Nicola Sturgeon: Aussichten sind "düster"

Erste Reaktionen gab es aus der Labour-Partei. Der Labour-Abgeordnete Richard Burgon bezeichnete das Ergebnis der Nachwahlbefragung als "enttäuschend". Man müsse nun abwarten, ob die Zahlen bestätigt würden. Auch Schottlands Erste Ministerin Nicola Sturgeon warnte vor voreiligen Schlüssen: "Es ist nur eine Nachwahlbefragung." Wenn sich die Zahlen bestätigen sollten, sei das gut für die schottische SNP. Die Aussichten für das gesamte Königreich seien aber "düster".

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In den vergangenen Monaten hatte Sturgeon immer wieder ein zweites Referendum zur schottischen Unabhängigkeit ins Gespräch gebracht. Da die Menschen in Schottland im Brexit-Referendum 2016 vermehrt für den Verbleib in der EU gestimmt hatten, wollen sie nun das Königreich verlassen und als unabhängiger Staat EU-Mitglied bleiben. Caroline Lucas von der Green Party äußerte in Reaktion auf die Wahl Bedenken hinsichtlich der Einheit des Vereinigten Königreiches: "In den nächsten Monaten wird es nicht nur um unsere Beziehung mit der EU gehen, sondern auch um unsere Beziehung mit Schottland."

Johnson und Corbyn gewinnen ihre Wahlbezirke

Im Laufe der Nacht zu Freitag werden die Ergebnisse der Wahl nun nach und nach bekannt gegeben. Kurz nach 4 Uhr (MEZ) wurde das Ergebnis des Wahlkreises von Labour-Chef Jeremy Corbyn bekannt gegeben. Corbyn gewann den Wahlkreis mit einer deutlichen Mehrheit. In seiner Rede teilte er dann aber mit, in Zukunft nicht mehr als Spitzenkandidat für die Labour-Partei antreten zu wollen.

Kurz darauf wurde das Ergebnis aus dem Wahlbezirk des Premierministers verkündet. Boris Johnson gewann in seinem Wahlkreis Uxbridge und South Ruislip. Sein Herausforderer Ali Milani (Labour-Partei) hatte darauf gehofft, Geschichte zu schreiben: Wenn Milani gewonnen hätte, wäre es das erste Mal gewesen, dass ein Premierminister nicht in seinem eigenen Wahlbezirk gewonnen hätte.

Der Autorin auf Twitter folgen: @carolineleicht.

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