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#wahlde - Das TV-Duell

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Für Kanzlerin Merkel ist es fast schon Routine: Am Sonntag tritt sie zum vierten Mal beim TV-Duell der Spitzenkandidaten vor einer Bundestagswahl an. Diesmal heißt ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz. Ein Blick hinter die Kulissen des medialen Großereignisses in der neuen Folge von #wahlde.

Ein Blick hinter die Kulissen des Berliner Politikbetriebes - mit Witz, entlarvender Schärfe und Expertise auf den Punkt gebracht: Das ist #wahlde.

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Bei einem TV-Duell geht es nicht um Leben und Tod, aber die Sekundanten tun fast so. Bevor die Kombattanten gegeneinander antreten, verhandeln ihre Vertreter lang und hart: Sie versuchen, Überraschungen auszuschließen, die ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten alt aussehen lassen könnten. Die Sender wollen sich möglichst wenig reinreden lassen. Denn ein TV-Duell verspricht Drama, die Möglichkeit zumindest, dass der sonst so sorgfältig geplante Wahlkampf mit seinen kalkulierten Bildterminen und stets wiederholten Slogans für einen Moment durchbrochen wird: Ein guter Auftritt kann neue Dynamik entfachen, ein schlechter Auftritt Zweifel an der Eignung fürs Kanzleramt wecken.

Beim TV-Duell kann es ums politische Überleben gehen.  Ein paar Faustregeln haben sich im Laufe der Jahre gezeigt: Für den oder die Herausforderin ist es schon ein Wert an sich, der Amtsinhaberin oder dem Amtsinhaber gegenüberzutreten. Das gilt für Martin Schulz besonders. Ihm fehlt als Nicht-Mitglied des Bundestages die parlamentarische Bühne für Rededuelle mit Angela Merkel. Im Fernsehen steht er der Kanzlerin eins gegen eins gegenüber, bei etwa gleicher Redezeit, da gibt es keinen Amtsbonus.

Schon bevor es losgeht, hat der Nicht-Amtsinhaber also schon mal an Statur gewonnen. In der Regel verlangen darum Herausforderer immer mehr Duelle als die Amtsinhaberin oder der Amtsinhaber gewähren mag. Ein Duell beginnt schon vor dem Aufeinandertreffen. Zur Vorbereitung gehört das Erwartungsmanagement. Nie hört man so viel Lob über den politischen Gegner wie vor einem TV-Duell. Das rhetorische Geschick, die Erfahrung und das Auftreten des Gegenübers werden in den schönsten Farben dargestellt, auf dass er oder sie dann, wenn es drauf ankommt, fast nur noch enttäuschen kann.

Und das geht während des TV-Duells munter weiter. Büchsenspanner geben auf beiden Seiten ihren Spin - so nennt man den Versuch, durch gemeinsames Wiederholen eine Botschaft in der Öffentlichkeit durchzusetzen. Sie nutzen dazu während des Duells Soziale Medien. Oder sie sprechen sich ab, wer unmittelbar danach die eigene Kandidatin oder den eigenen Kandidaten vor Kameras lobt. Auch nach dem Duell geht die rhetorische Schlacht weiter.

Dem Autor auf Twitter folgen: @ThomasWalde

Alles rund um die Bundestagswahl gibt's auf wahl.zdf.de

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