Sie sind hier:

#wahlde - Umfragen: Momentaufnahmen mit Wirkung?

Datum:

Zwei Prozentpunkte rauf oder runter: Ohne Umfragen geht im politischen Berlin eigentlich nichts - oder doch? Mit #wahlde liefert Hauptstadtkorrespondent Thomas Walde einen Blick hinter die Kulissen des Berliner Politikbetriebes - mit Witz, entlarvender Schärfe und Expertise.

Ein Blick hinter die Kulissen des Berliner Politikbetriebes - mit Witz, entlarvender Schärfe und Expertise auf den Punkt gebracht: Das ist #wahlde. Dieses Mal erklärt Thomas Walde die Bedeutung von Umfragen.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Politiker und Politikerinnen aller Parteien weisen einen Verdacht mit Ekel, Abscheu und Empörung zurück: dass sie sich nach Meinungs-Umfragen richten. Man hänge sein Fähnlein nicht nach dem Wind. Die selben Politikerinnen und Politiker können dann wundersamer Weise bis aufs Komma genau sagen, wo sie und ihre Parteien gerade in Umfragen stehen. Jeder Abgeordnete rechnet sich nämlich genau aus, was die aktuellen Werte für ihn bedeuten. Reicht das, um das eigene Mandat zu behaupten?

Einmal wurde das offensichtlich. Eine Nachrichtenagentur hat ein aufschlussreiches Foto geschossen. Es zeigt, wie Sigmar Gabriel der SPD-Spitze Umfragewerte präsentierte, nach denen Martin Schulz bessere Chancen habe gegen Angela Merkel anzutreten als er selbst. Wenig später wurde Schulz der Kandidat. Auch das zeigt: Umfragen sind Momentaufnahmen. Aber sie wirken politisch.

Sind die Werte schlecht, hängt der Haussegen schief

Sind die Werte gut, ist Ruhe in der Partei. Man zeigt sich geschlossen. Sind die Werte nicht gut, beginnen die internen Reibereien. In der Politik gilt nämlich mehr noch als anderswo: Nichts ist so erfolgreich wie Erfolg, und nichts führt so sehr zu Streit wie drohender Misserfolg. Dementsprechend versuchen alle Parteien, nur gute Werte zu verbreiten. Es reicht schon, sich anzusehen, wer auf twitter eine aktuelle Umfrage weiterleitet, um zu wissen wie sie ausgefallen ist.

Parteien wollen so Momentum schaffen, den eigenen Aufschwung als unaufhaltsam darstellen. Denn: Wähler scharen sich um Gewinner. Schlechte Werte werden darum ignoriert oder als wenig aussagekräftig abgetan. Das geht bis in den Wahltag hinein. So gegen 16 Uhr erhalten die Parteien erste Zahlen von Meinungsforschern, die am Wahltag vor den Wahllokalen unterwegs waren.

Sie bekommen Anhaltspunkte, wie das Ergebnis einige Stunden später aussieht. So können Spitzenpolitiker dann schon kurz nach 18 Uhr beinahe spontan die gerade der Öffentlichkeit bekanntgewordenen Werte kommentieren. Umfragen wirken vom Anfang bis zum süßen oder bitteren Ende.

Alles rund um die Bundestagswahl gibt's auf wahl.zdf.de

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.