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Wahlen in Angola beginnen - Ende der Ära von Präsident dos Santos

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In Angola haben die Parlamentswahlen begonnen, bei denen auch der neue Präsident bestimmt wird. Der jetzige Noch-Präsident dos Santos ist seit knapp 38 Jahren an der Macht und will sein Amt nach der Wahl abgeben - doch im Land ändern dürfte sich nicht viel.

Das öl- und diamantenreiche Angola im Südwesten Afrikas hat eine enorme Diskrepanz zwischen Arm und Reich. Auch Korruption und Misswirtschaft sind weit verbreitet. Nun wird in Angola eine neue Regierung gewählt.

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Seit 08.00 Uhr können rund neun Millionen Wähler die 220 Sitze des neuen Parlaments und damit auch den Nachfolger von Präsident José Eduardo dos Santos bestimmen. Der 74-jährige frühere Marxist will nach der Wahl sein Amt abgeben. Die ersten Wahlberechtigten hätten ihre Stimme abgegeben, sagte die Sprecherin der Wahlbehörde CNE, Julia Ferreira, der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa.

Dieselbe Regierungspartei seit 42 Jahren

Da ein Sieg von dos Santos' regierender Partei MPLA als sicher gilt, dürfte der bisherige Verteidigungsminister João Lourenço (63) neuer Präsident werden. Die landesweit rund 12.000 Wahlbüros werden bis 20.00 Uhr geöffnet sein, das vorläufige Endergebnis wird frühestens Ende der Woche erwartet.

In Angolas Verfassung ist keine Präsidentenwahl vorgesehen. Das höchste Staatsamt fällt demnach dem Vorsitzenden jener Partei zu, die als stärkste Kraft aus den Parlamentswahlen hervorgeht. Die MPLA regiert in Angola seit der Unabhängigkeit von Portugal 1975. Zwischen 1975 und 2002 wurde in Angola ein Bürgerkrieg geführt, in dem die UNITA-Partei des jetzigen Oppositionsführers Isaias Samakuva unterlag. In den vergangenen Jahren flossen hohe Einnahmen aus dem Ölgeschäft in das Land. Kritiker werfen der Regierung Veruntreuung und massive Korruption vor.

Auch nach Angola exportiert Deutschland fleißig

Angola gilt als Afrikas zweitgrößter Ölproduzent, leidet aber unter dem Verfall der Ölpreise. Der Wohlstand ist sehr ungleich verteilt. Das Wirtschaftswachstum schrammte 2016 mit 0,6 Prozent knapp an der Stagnation vorbei. Im laufenden Jahr werden 2,1 Prozent erwartet. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Angola erreichte 2016 nach Angaben der deutschen Wirtschaftsförderungsgesellschaft GTAI fast 403 Millionen Euro; 255 Millionen Euro davon entfielen auf deutsche Lieferungen.


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