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Amtsinhaber liegt offiziell vorn - Kenia: Zwei Tote bei Protesten gegen Wahlergebnis

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Nach der Präsidentschaftswahl ist es in Kenia zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Nach Polizeiangaben gab es bereits mehrere Tote. Der Oppositionskandidat behauptet, Hacker hätten die Wahlergebnisse manipuliert. Er lag nach Auszählung fast aller Stimmen deutlich hinter Amtsinhaber Kenyatta.

In Kenia wächst nach der Präsidentschaftswahl die Angst vor Gewalt. Nach ersten Ergebnissen hätte Präsident Kenyatta gewonnen, sein Herausforderer Odinga aber wirft seinem Konkurrenten Wahlbetrug vor.

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Laut Wahlkommission kommt Kenyatta auf 54,5 Prozent, sein Herausforderer Odinga auf 44,6 Prozent. Der Oppositionsführer bezweifelt das Ergebnis jedoch: "Diese Ergebnisse sind eine Fälschung, das ist Betrug", erklärte er - und beklagte massive Manipulationen durch einen Hackerangriff auf den Wahlcomputer. Odinga legte eigene Berechnungen vor, wonach er mit einer Million Stimmen in Führung liegt.

Odinga hatte schon bei der Präsidentschaftswahl 2013 gegen Kenyatta verloren. Der langgediente Oppositionspolitiker hatte auch 2007 kandidiert. Auf die damalige Wahl folgten Gewaltausbrüche, die von ethnischen Rivalitäten genährt wurden und bei denen mehr als 1000 Menschen starben.

Technik-Chef der Wahlkommission ermordet

Odinga erklärte, Hacker hätten sich mit der Identität des kurz vor der Wahl ermordeten IT-Chefs der Wahlkommission, Christopher Msando, in das Computersystem der Behörde eingeloggt. "Die allgemeine Wahl von 2017 war ein Betrug", sagte er auf einer Pressekonferenz. Er sprach von einem Angriff auf die Demokratie und dem größten Wählerdiebstahl in der Geschichte des Landes. Verantwortlich dafür sei Kenyattas Jubilee-Partei. "Diesmal haben wir sie erwischt", twitterte Odinga.

Kurz darauf gingen in den Slums von Nairobi und in der Oppositionshochburg Kisumu Demonstranten auf die Straßen. Sie zündeten Reifen an, errichteten Straßensperren und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Augenzeugen berichteten. In Kisumu setzte die Polizei Tränengas ein. Im Wahlkreis South Mugirango im Südwesten eröffnete die Polizei das Feuer und tötete einen Menschen, wie ein örtlicher Polizeikommandeur mitteilte. In Nairobi wurden nach Polizeiangaben zwei Männer erschossen, als sie versuchten, die Demonstrationen für Diebstähle auszunutzen.

Wahlkommission will die Vorwürfe prüfen

Die Wahlkommission kündigte an, Odingas Vorwürfe zu prüfen. "Im Moment kann ich noch nicht sagen, ob das System gehackt worden ist oder nicht", sagte Kommissionschef Wafula Chebukati. Ein Funktionär der Regierungspartei nannte die Manipulationsvorwürfe unbegründet. "Wir appellieren an die Kenianer, ruhig zu sein", sagte Rafael Tuju.

Odingas Vizepräsidentschaftskandidat Kalonzo Musyoka rief zur Zurückhaltung auf. "Es mag eine Zeit kommen, in der wir Euch zu Aktionen aufrufen müssen", sagte er an die Oppositionsanhänger gerichtet. "Aber für den Moment ist es wichtig, dass wir uns strategisch verhalten, während wir die Sache gründlich untersuchen."

Innenminister Fred Matiangi versicherte, das Land sei sicher. Jeder solle seinem Alltag nachgehen. Er warnte davor, im Internet Spannungen zu schüren. Vor der Wahl hatten die Behörden gedroht, sie könnten einige soziale Medien abschalten, wenn darin zum Hass angestachelt werde.

Die Bahn erklärte, der Verkehr zwischen Mombasa und Nairobi werde bis auf weiteres eingestellt. Dies diene der Sicherheit der Passagiere. Die erst kürzlich eröffnete Strecke ist das größte Verkehrsprojekt des Landes seit der Unabhängigkeit 1963. Kenyatta hatte es im Wahlkampf als Beispiel für den Erfolg seiner Politik herausgestellt. Deshalb gab es Befürchtungen, seine Gegner könnten es nun attackieren.

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