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Zweitstimmen-Sieger Linke, AfD gewinnt CDU-Kreise

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Analyse der Wahlkreise - Zweitstimmen-Sieger Linke, AfD gewinnt CDU-Kreise

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Welche Spitzenkandiadaten haben Direktmandate gewonnen? Wieso die Linke trotz weniger gewonnener Wahlkreisen stärkste Kraft ist und was Grüne und FDP in den Landtag gerettet hat.

Wahlkreise in Thüringen
Wahlkreise in Thüringen
Quelle: ZDF

Die Linke ist einer der Wahlgewinner in Thüringen. Nach aktuellem Stand hat die Partei 31 Prozent der Wählerstimmen für sich geholt. Schaut man auf die Karte der Wahlkreise, dominieren aber die Farben Schwarz und Hellblau, also CDU und AfD. Nur in Elf von 44 Wahlkreisen holten Linke-Kandidaten die Mehrheit der Erststimmen. Die CDU schaffte das in 21 Wahlkreisen, die AfD ebenfalls in Elf. Die SPD konnte nur in einem Wahlkreis, in Gotha II, die meisten Erststimmen bekommen.

Die Linke konnte aber bei den Zweitstimmen punkten. In 38 von 44 Wahlkreisen hat die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow die meisten Zweitstimmen geholt. Der CDU gelang das nur in vier Wahlkreisen, die AfD schaffte es in Zweien. Am stärksten war die Linke in Suhl/Schmalkalden-Meiningen IV mit 39,1 Prozent der Stimmen.

Bei der Wählerwanderung hat vor allem die CDU an die AfD verloren. Während 2014 noch fast ganz Thüringen bei den Erststimmen schwarz dominiert war, hat sich die AfD bei dieser Wahl zehn Wahlkreise von den Christdemokraten geholt. Einen holten sich die Rechtspopulisten von der Linken, die wiederum gewann in Nordhausen I einen früheren CDU-Wahlkreis.

Wie haben die Spitzenkandidaten abgeschnitten

Bodo Ramelow (Linke) muss Koalitionspartner suchen.
Bodo Ramelow (Linke) muss Koalitionspartner suchen.
Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat sein Direktmandat zurückerobert. Er lag nach Auszählung fast aller Stimmbezirke in seinem Wahlkreis Erfurt III mit 42 Prozent der Stimmen weit vorn. Auf den zweiten Platz kam der CDU-Politiker Dominik Kordon mit 16,5 Prozent, Platz drei ging mit gut 14 Prozent an Marek Erfurth von der AfD. Außerdem setzte er sich damit auch gegen die Spitzenkandidaten der Grünen, Dirk Adams, und der FDP, Thomas Kemmerich, durch.

Ramelow hatte schon früher das Direktmandat in dem Wahlkreis geholt. Bei der Landtagswahl 2014 verlor er es jedoch an die CDU-Politikerin Marion Walsmann. Er zog über die Landesliste ins Parlament ein, legte sein Mandat aber nach der Wahl zum Ministerpräsidenten nieder.

AfD-Landeschef Björn Höcke hat kein Direktmandat bekommen. Er erhielt in seinem Wahlkreis Eichsfeld I nach Auszählung fast aller Stimmbezirke lediglich gut 21 Prozent der Erststimmen und kam damit auf Platz zwei. Die meisten Stimmen bekam mit knapp 49 Prozent der CDU-Kandidat Thadäus König. Auch bei den Zweitstimmen landete die CDU in dem Wahlkreis auf dem ersten Platz mit gut 40 Prozent. Auf Platz zwei lag die AfD mit rund 22 Prozent, gefolgt von der Linken mit knapp 18 Prozent.

Wahlkreis Eichsfeld I
Wahlkreis Eichsfeld I
Quelle: ZDF

Auch Wolfgang Tiefensee von der SPD hat das Direktmandat verpasst: Er verlor im Wahlkreis Gera II und landete nur auf Platz Drei hinter AfD und der Linken. Gera II ist mit 29,9 Prozent der Zweitstimmen der stärkste Wahlkreis für die AfD, nur geschlagen von der Linken mit 34,4 Prozent.

Der Thüringer CDU-Chef und -Spitzenkandidat Mike Mohring konnte sein Direktmandat verteidigen. Im Wahlkreis Weimarer Land I/Saalfeld-Rudolstadt III holte er 31 Prozent und ließ damit seinen schärfsten Konkurrenten Torben Braga von der AfD um mehr als fünf Prozentpunkte hinter sich. Trotzdem ist es für Mohrings CDU das historisch schlechte Ergebnis bei einer Landtagswahl in Thüringen.

Und was ist mit Grünen und FDP?

Landtagswahl in Thüringen: Die Grünen sind nur stark in Städten
Landtagswahl in Thüringen: Die Grünen sind nur stark in Städten
Quelle: ZDF

Die Grünen können ihr Umfragehoch auf Bundesebene in Thüringen nicht in Wählergunst umsetzen. Lediglich in den größeren Städten Weimar, Erfurt und Jena (Spitzenwert hier in Jena I bei 16,3 Prozent) konnte die Partei sich verbessern. In den meisten Wahlkreisen lag sie unter der Fünf-Prozent-Hürde. Am schlechtesten schnitten die Grünen im Saale-Orla-Kreis I ab mit nur 2,36 Prozent der Stimmen.

Auch die FDP ist in den Großstädten etwas stärker als in ländlichen Gebieten, sticht aber nirgendwo besonders heraus. Am stärksten schneiden die Liberalen in Jena II ab (7,9 Prozent), am schwächsten in Sonneberg I (2,8 Prozent)

Alle Ergebnisse in den Wahlkreisen, die Wahlbeteiligung und der Vergleich zur Wahl 2014

Wahlkreise Thüringen

Politik | Wahlen im ZDF -
Ergebnisse bei der Landtagswahl Thüringen
 

Wie haben die Parteien bei den Landtagswahlen in Thüringen abgeschnitten? Wo haben sie ihre treuesten Wähler? Und wie sah das Ergebnis bei den vorherigen Wahlen aus? Antworten finden Sie auf unserer interaktiven Ergebnisseite.

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