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Feuer und Rodungen in Südamerika - Immer mehr Tropenwälder zerstört

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In Südamerika geht immer mehr Wald verloren. In Kolumbien hat die Zerstörung von Tropenwäldern dramatisch zugenommen, in Brasilien bleibt sie auf hohem Niveau.

Archiv: Abholzung des Regenwalds im Amazonasgebiet am 03.06.2008
Die Abholzung des Regenwalds im Amazonasgebiet nimmt weiter zu. Quelle: dpa

Das Friedensabkommen mit den FARC-Rebellen in Kolumbien hat eine unerwartete Auswirkung mit sich gebracht: die dramatische Abnahme tropischer Wälder. Nachdem die Rebellen ihre Kontrolle über die Wälder nach Jahrzehnten aufgegeben haben, bedrohen Landspekulation und Rodung von Flächen für den Acker- und Bergbau immer mehr Waldgebiete. Das geht aus Daten der University of Maryland hervor - die Denkfabrik World Resources Institute veröffentlichte die Zahlen jetzt. Demnach hat sich der Waldverlust beschleunigt.

30 Prozent Verlust allein in Brasilien

Während der Anstieg in Kolumbien im vergangenen Jahr dramatisch gewesen sei, seien die Verluste in Brasilien, wo der Großteil des Amazonas-Regenwaldes befindet, gleichbleibend hoch geblieben. Brasilien mache fast 30 Prozent des Gesamtverlustes an Baumbedeckung aus - und der liege 2017 bei knapp 158.000 Quadratkilometern. Das entspricht beinahe der halben Fläche Deutschlands. "Diese Zahlen zeigen eine alarmierende Geschichte von der Situation der Regenwälder dieser Welt auf", sagte Andreas Dahl-Jorgensen, der stellvertretende Direktor von Norwegens Internationaler Klima- und Waldinitiative. Jeder müsse nun wissen, dass etwas getan werden müsse.

In Oslo findet in dieser Woche ein Tropenwaldforum statt, auf dem besprochen wird, wie der Schutz von Wäldern dazu beitragen kann, die Ziele des Pariser Weltklimaabkommens zu erreichen. Seit die Forscher 2001 angefangen haben, Daten zu dem Thema zusammenzutragen, handelt es sich um den zweithöchsten Verlust von Wald nach 2016. Die jetzt veröffentlichten Werte messen den Verlust der Baumbedeckung. Das hat zu einem noch pessimistischeren Bild geführt als andere Abholzungszahlen. Diese rechnen beispielsweise oft nicht mit ein, wenn ein Baum durch Brände zerstört wird.

Feuer im Regenwald

Gerade in Brasilien spielten solche Brände den Daten zufolge aber eine größer werdende Rolle: 31 Prozent des Verlustes im brasilianischen Amazonas-Regenwald gingen auf Feuer zurück. Im Vergleich zu Brasilien nimmt Kolumbien nur einen kleinen Teil des weltweiten Waldverlusts ein. Dabei handelt es sich dennoch um einen besorgniserregenden Anstieg von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fast 4.250 Quadratkilometer gingen 2017 verloren. Das entspricht etwas mehr als dem Doppelten des Durchschnitts der Jahre 2001 bis 2015. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos räumte ein, dass der Rückzug der Rebellen teils für die Entwaldung verantwortlich ist. Seine Regierung bilde deshalb Sicherheitskräfte aus, die das Amazonas-Gebiet schützen sollten, sagte er.

Den Daten der University of Maryland zufolge erreichte der Waldverlust im Kongo 2017 ebenfalls eine Rekordhöhe. Und in der Karibik zerstörten Wirbelstürme viele Wälder. Was Santos dagegen Zuversicht verleihen könnte, ist ein Blick nach Indonesien: Dort ging der Waldverlust 2017 um satte 60 Prozent zurück - vor allem dank des besseren Schutzes von torfigen Gebieten in dem Inselstaat.

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