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Wirksamkeit "erwiesen" - Waldbeauftragter fordert "Wald auf Rezept"

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Wald sei gesund, findet Deutschlands Waldbeauftragter. Deshalb sollten Krankenkassen Waldtherapien fördern. Das könne etwa die Belastungen der modernen Arbeitswelt reduzieren.

Teilnehmer eines Waldspaziergangs beim Waldbaden in einem Wald bei Karlsruhe
Teilnehmer eines Waldspaziergangs beim Waldbaden in einem Wald bei Karlsruhe
Quelle: imago

Die Bundesregierung hat einen Waldbeauftragten: Cajus Caesar. Der Mann, der qua Amt die Bedeutung und Funktion des Waldes in der Gesellschaft stärken soll, hat nun die Krankenkassen aufgefordert, die heilsame Wirkung des Waldes stärker für die Gesundheitsvorsorge einzusetzen. Die gesetzlichen Krankenkassen sollten die Arbeit von Waldpädagogen finanziell fördern und den Versicherten regelmäßig Gesundheitskurse im Wald anbieten - "also quasi Wald auf Rezept", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wirksamkeit "erwiesen" - tatsächlich?

Denn der Wald, so Caesars Begründung, könne die Belastungen der modernen Arbeitswelt spürbar reduzieren: "Man ist in Bewegung, die Augen wandern von Baum zu Baum, bleiben mal hier hängen, mal dort. Das ist das Gegenteil von Bildschirmarbeit."

Der CDU-Politiker bezeichnete es als "erwiesen", dass der Wald sowohl bei der Vorbeugung, als auch bei der Behandlung von psychischen und körperlichen Erkrankungen helfen könne. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das aber durchaus umstritten. Das sogenannte Waldbaden, das als Therapie auch in Deutschland angeboten wird (die man bislang allerdings selbst zahlen muss) entstammt einer japanische Tradition und ist in den USA bereits eine Therapieform, mit der sich Geld verdienen lässt.

Studien aus den beiden Ländern sollen auch die Wirksamkeit der Waldtherapie belegen. Zwei renommierte deutsche Forschungseinrichtungen haben allerdings auch Zweifel angemeldet - wie nicht nur dieser ZDF-Bericht zeigt, sondern auch die "Neue Züricher Zeitung" und die "Zeit".

Teilnehmer ersten beim Waldbaden in einem Wald bei Karlsruhe mit nackten Füßen den Waldboden
So geht Waldbaden: mit nackten Füßen auf dem Waldboden stehen.
Quelle: imago

Einen Schultag pro Jahr im Wald

In seiner Funktion als Waldbeauftragter will und soll Caesar den Menschen gleichwohl die Bedeutung des deutschen Waldes bewusster machen. Deshalb fordert er nun auch, dass jedes Kind einmal im Jahr einen Schultag im Wald verbringen solle. "Nur so lernen Kinder, welche Bedeutung der Wald für den Klimaschutz und die Gesundheit hat", sagte der ehemalige Bundestagsabgeordnete, der seit 2018 erster Waldbeauftragter der Regierung ist. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte ihren Parteifreund, der wie sein Vater mit vollem Namen Cajus Julius Caesar heißt, dazu ernannt.

Archiov: Blätter- und Nadelbäume am 18.05.2017 in einem Wald am Trepliner See

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von Rolf Markert
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