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Landrat über Brand bei Lübtheen - "Haben das Feuer komplett eingekreist"

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Die Feuerwehr hat den Waldbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern vorerst unter Kontrolle, sagt Landrat Sternberg im ZDF. Bewohner zweier Dörfer können heute zurückkehren.

"Wir können heute Morgen das erste Mal davon sprechen, dass wir das Feuer im Griff haben", berichtet der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), im ZDF-Morgenmagazin. Mit vereinten Kräften wollen Feuerwehr, Bundeswehr und Polizei den verheerenden Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern jetzt auch von innen heraus bekämpfen.

Das Feuer sei ein Stück weit zurückgegangen. "Wir haben es mit über 1.200 Hektar zu tun, die gebrannt haben. 700 Hektar brennen noch", sagt der Landrat von Ludwigslust-Parchim. "Das hat aber etwas mit den Temperaturen zu tun. Wir werden heute wahrscheinlich im Laufe des Tages wieder ein Aufbrennen erleben", sagt Sternberg. Die Einsatzkräfte hätten "das Feuer komplett eingekreist". Es sei mit Schneisen "eingekesselt auf ein Areal von knapp drei mal drei Kilometer". Doch es bestehe die Gefahr, dass wenn der Wind drehe, diese Schneisen wieder übersprungen werden könnten.

Evakuierungen werden zum Teil aufgehoben

Da die Feuer auch von den zuvor vorsorglich geräumten Dörfern zurückgedrängt worden seien, könnten nun die ersten Bewohner in ihre Häuser zurückkehren. Von einer generellen Entspannung könne aber noch keine Rede sein, teilte Sternberg, der auch Chef des Einsatzstabes ist, am Vormittag mit.

Zum Mittag wird laut Sternberg das Dorf Trebs wieder freigegeben, um 18.00 Uhr das südwestlich gelegene Jessenitz-Werk. Bereits am Morgen hätten die Bewohner von drei Häusern in Hohen Woos zurückkehren können. Gesperrt bleiben hingegen zunächst die am dichtesten am Brandgebiet liegenden Orte Alt Jabel und Volzrade. Damit müssen nach Angaben des Landrats noch etwa 400 Menschen weiterhin in Notunterkünften oder bei Verwandten ausharren.

"Wir sind mit diesem Truppenübungsplatz hier überfordert"

Wir haben einfach nicht die Technik dafür. Wir sind mit diesem Truppenübungsplatz hier wirklich überfordert.
Stefan Sternberg (SPD), Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim

Als Problem haben sich für die Feuerwehren die Munitionsreste auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz herausgestellt. "Wir haben einfach nicht die Technik dafür. Wir sind mit diesem Truppenübungsplatz hier wirklich überfordert", sagt Sternberg. Es gebe viele kleine Feuerwehren im Raum, die ihre Arbeit machen. Aber die könnten beim kleinsten Feuer am Platz nicht in das Gelände und darum werde der Brand riesengroß. "Wir hätten hier, so wie es bis 2013 war, eine stationierte Feuerwehr mit gepanzerten Fahrzeugen gebraucht."

Sternberg sieht hier den Bund in der Verantwortung: "Wir haben erst seit gestern Munitionskarten von vor 2013, dass wir überhaupt einschätzen können, wo wir Kameraden auch nur ansatzweise ans Gelände ranführen können und wo nicht - ohne sie in Gefahr zu bringen."

Waldbrand gilt als größter der Nachkriegsgeschichte

Die Bundeswehr hatte nach Angaben von Brigadegeneral Gerd Kropf, Chef des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, am Dienstag zehn Räumpanzer im Einsatz, will diese Zahl aber nochmals aufstocken. Zur Unterstützung der Feuerwehren sollen zudem 22 Wasserwerfer der Polizei eingesetzt werden.

Der seit Sonntag wütende Brand bei Lübtheen, knapp 60 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Schwerin, gilt als der größte Waldbrand in der Nachkriegsgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns.

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