Sie sind hier:

Warnstreiks an drei Flughäfen - Einschränkungen für mehr als 100.000 Reisende

Datum:

Das Sicherheitspersonal an drei großen deutschen Flughäfen streikt, es kommt zu zahlreichen Flugausfällen. Auch andere Airports sind betroffen.

Durch den Streik kommt es zu Verzögerungen bei der Abfertigung.
Durch den Streik kommt es zu Verzögerungen bei der Abfertigung.
Quelle: Marijan Murat/dpa

Nach dem Beginn des Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Stuttgart müssen sich Passagiere in Deutschland auf erhebliche Einschränkungen einstellen. An den drei Airports haben Warnstreiks der Sicherheitsleute begonnen, bestätigten Gewerkschaftssprecher.

Demnach könnten rund 110.000 Passagiere betroffen sein. Auch an anderen Flughäfen waren Streikfolgen zu erwarten. Verdi fordert eine bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde.

Auch DHL, UPS und Fedex betroffen

Am Düsseldorfer Flughafen demonstrierten in den frühen Morgenstunden Hunderte Streikende lautstark mit Trillerpfeifen und Plakaten. Auf einem war etwa zu lesen: "Mehr Lohn? Mit Sicherheit!" Anzeigentafeln zeigten zahlreiche annullierte Flüge. Der Stuttgarter Flughafen warnte seine Fluggäste vor langen Wartezeiten. Sie sollten sich vorab informieren, mehr Zeit vor dem Abflug einplanen und möglichst wenig Handgepäck mitnehmen.


Im Gegensatz zu anderen Standorten gibt es in Köln/Bonn kein Nachtflugverbot. Nachts ist der rheinische Airport besonders für die Frachtflieger von DHL, UPS und Fedex wichtig. Auch sie betrifft der Warnstreik - ihre Piloten und Ladungen müssen ebenfalls durch die Sicherheitschecks. Die Streikbereitschaft in Köln/Bonn sei enorm hoch, sagte ein Verdi-Sprecher. Bereits kurz nach Streikbeginn um Mitternacht habe es Chaos an den Kontrolltoren gegeben, durch die die Lastwagen die Fracht auf das Flughafengelände bringen. Es habe Rückstaus bis zur Autobahn gegeben.

Terminals "deutlich leerer als sonst"

Am frühen Morgen habe die Fluggastkontrolle zeitweise stillgestanden. Zahlreiche Betroffene machten dem Sprecher zufolge in Gelbwesten und etwa mit Fahnen auf ihr Anliegen aufmerksam. "Da die Airlines bereits im Vorfeld Flüge gestrichen und ihre Passagiere informiert haben, reisen die meisten betroffenen Fluggäste gar nicht erst an. Die Terminals sind deutlich leerer als sonst", erklärte am Morgen die Pressestelle des Flughafens.

Die von Verdi geforderte bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde für die 23.000 Kontrolleure von Passagieren, Fracht, Waren und Flughafen-Beschäftigten wäre ein Plus im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich. Derzeit ist die Bezahlung je nach Region und Tätigkeit unterschiedlich. Die Arbeitgeber bieten nach eigener Darstellung ein Plus von bis zu 6,4 Prozent. Für Verdi ist das zu wenig - nach Berechnung der Gewerkschaft wäre das nur ein Plus von 2 Prozent für das Gros der Beschäftigten.

Mehr Ausfälle als zu Wochenbeginn

An den drei Airports sind donnerstags normalerweise rund 1.040 Flugbewegungen vorgesehen. Doch in Stuttgart wurden 142 der rund 270 Starts und Landungen gestrichen, in Düsseldorf sogar rund 350 von 570. Auch in Köln/Bonn sollten zunächst 131 von knapp 200 Flügen ausfallen.

Bereits zu Wochenbeginn hatte Verdi Warnstreiks an den Berliner Flughäfen ausgerufen, die aber nur wenige Stunden dauerten - etwa acht Prozent der Flüge an diesem Tag fielen aus. Am Donnerstag liegt der Anteil deutlich höher. Damit erhöht Verdi den Druck im Tarifkonflikt. Aus der Tourismusbranche kam Kritik an der Gewerkschaft. "Das ist eine unglaubliche Zumutung für Urlauber und Geschäftsreisende, sie werden erneut in Geiselhaft genommen", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes, der "Rheinischen Post".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.