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Tarifstreit im öffentlichen Dienst - Warnstreik: "Zeigen, was wir können"

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Ver.di erhöht den Druck: Warnstreiks an Flughäfen, Kitas, Kliniken und im Nahverkehr treffen das öffentliche Leben in vielen Städten. Hunderte Flüge entfallen allein in Frankfurt.

Mit Warnstreiks will die Gewerkschaft Verdi die Forderung nach mehr Gehalt für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst unterstreichen. Für Flugreisende und Pendler war es ein nervenaufreibender Tag.

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London - annulliert, Oslo - annulliert, Erbil - annulliert. Die Anzeigetafel im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens zeigt, dass hier nur die allerwenigsten geplanten Maschinen starten können. Grund ist ein Warnstreik der Gewerkschaft ver.di für mehr Geld im öffentlichen Dienst von Bund und Ländern. Am größten deutschen Flughafen heißt das: Massive Einschränkungen bei den Sicherheitskontrollen und beim Bodenpersonal auf dem Vorfeld.

Auch Teile der Flughafen-Feuerwehr stellen die Arbeit ein, was bedeutet, dass für knapp fünf Stunden die gesamte Nordwest-Landebahn nicht benutzt werden kann.

Auch Flughäfen München, Köln und Bremen betroffen

Direkt betroffen von den Streiks sind auch die Flughäfen München, Köln und Bremen, andere Airports bekommen die Ausstände indirekt zu spüren. In Köln geht wegen eines Streiks der Flughafenfeuerwehr über Stunden gar nichts. Auch Eltern von Kindergartenkindern müssen am Dienstag umplanen, genau wie Berufspendler, die auf dem Weg zur Arbeit vielerorts auf den ÖPNV verzichten müssen. Flüge mit insgesamt mehr als 90.000 Betroffenen müssen in Frankfurt gestrichen werden. Von ursprünglich vorgesehenen 1.441 Flügen entfallen mit Stand Mittag 659. Hauptbetroffene Airline ist die Lufthansa.

Schon am frühen Dienstagmorgen stehen Reisende an deren Schalter für Umbuchungen an. Eine Durchsage informiert über "Streikaktivitäten" und ihre Auswirkungen. Von langen Schlangen oder gar Chaos ist nichts zu sehen - ganz im Gegenteil. Einige haben bei den Umbuchungen Glück. Jochen Kühn kann nun über Zürich nach Mallorca in den Urlaub fliegen. Das Reisebüro habe ihn rechtzeitig informiert; ursprünglich wäre sein Abflug erst um 16 Uhr gewesen. Für den Warnstreik zeigt er Verständnis: "Die Leute müssen auch ihr Geld verdienen."

Fraport: Vor allem Deutschlandverbindungen annulliert

Glück hat auch ein älteres Ehepaar, das nun ziemlich gestresst in Richtung der Lufthansa-Schalter eilt. "Wir kommen über Zürich weiter und sollen jetzt zum Automaten zum Einchecken. Ich habe es schon über das Internet versucht, das ist halt alles ein Problem, wenn man älter wird", sagt der Mann. Durch eine der Abflughallen des Terminals 1 zieht sich ein blaues Absperrband. Wegen des Warnstreiks der Sicherheitskontrolleure geht hier nichts mehr. Fraport-Mitarbeiter stehen vor der Absperrung und weisen Passagieren den Weg. Ein Herr will nach Moskau, er wird zum Lufthansa-Schalter geschickt. "Gehen Sie zum Abflugbereich B", wird einem anderen Mann geraten.

Viele der Passagiere sind schon vorher informiert worden, gehen ruhig zu ihren Ausweich-Flugsteigen oder sind im Inland gleich auf den Zug umgestiegen. Fraport erklärt, annulliert worden seien vor allem Deutschland- und Kontinentalverbindungen. Viele Airlines planten, Interkontinentalflüge nach Ende des Warnstreiks am Abend nachzuholen. In der Schlange vor dem Umbuchungsschalter steht Amy Burns mit ihrer Familie. Sie sind auf dem Rückweg aus Rom, wollen über Frankfurt heim nach Atlanta in den USA fliegen. "Wir müssen umbuchen oder was immer es für eine Möglichkeit gibt", sagt sie. Ein junges Paar aus Norwegen ist auf dem Heimweg aus Singapur. "Das ist jetzt schon ein bisschen unangenehm", sagt die junge Frau. Den Warnstreik trägt sie mit Fassung, so etwas gebe es in ihrem Heimatland auch.

Bsirske: Harte körperliche Arbeit muss entlohnt wetrden

Draußen vor der Tür wird es unterdessen laut: Ver.di hat einen Protestmarsch organisiert, an der Spitze Gewerkschaftschef Frank Bsirske. Die harte körperliche Arbeit der Flughafenbeschäftigten müsse so entlohnt werden, dass sie auch bei den hohen Mieten im Rhein-Main-Gebiet über die Runden kommen könnten, hat er zuvor auf einer Kundgebung gefordert. Mit insgesamt rund 2.000 Warnstreikenden rechnet ver.di an diesem Tag am Flughafen, weit mehr als 100.000 sollen es bundesweit in dieser Woche werden.

Die Gewerkschaften fordern für die 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat.

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Zuvor haben vor dem Terminal schon die Feuerwehrleute ihre Sirenen erklingen lassen. "Es ist Warnstreik, da zeigen wir, was wir können", sagt ein Gewerkschaftsmitglied zu dem ohrenbetäubenden Lärm. Flughafenbetreiber Fraport rechnet damit, dass sich der Flugverkehr am Abend wieder normalisiert. Über die Kosten des Streiks kann der Betreiber am Dienstag noch nichts sagen.

An diesem Mittwoch gehen die Arbeitsniederlegung in zahlreichen Bundesländern weiter, Flughäfen sollen aber vorerst nicht mehr bestreikt werden. Wenn es nächste Woche keine Einigung in dem Tarifstreit gibt, will ver.di die Streiks massiv ausweiten.

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