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Verhaftung im Fall Lübcke - Verdächtiger aus rechter Szene - Motiv unklar

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Ein 45-Jähriger soll Nordhessens Regierungspräsidenten in den Kopf geschossen haben. Er ist polizeibekannt und stand in Kontakt zur rechten Szene. Doch sein Motiv ist noch unklar.

Polizeiliche Ermittlungen im Mordfall Lübcke
Polizei am Tatort: Walter Lübcke wurde auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen-Istha mit einer Schussverletzung am Kopf gefunden.
Quelle: Reuters

Die Verhaftung eines Tatverdächtigen im Fall des erschossenen nordhessischen Regierungspräsidenten Walter Lübcke wirft viele Fragen auf. Spezialkräfte hatten den 45-Jährigen am frühen Samstagmorgen in Kassel festgenommen. Seit Sonntag sitzt er unter dringendem Mordverdacht in Untersuchungshaft.

Der Mann stand nach ZDF-Informationen der rechten Szene nahe oder hatte zumindest in der Vergangenheit Kontakte in das rechte Milieu. Ein DNA-Hinweis, der vermutlich auf der Kleidung des toten Regierungspräsidenten gefunden wurde, brachte die Ermittler auf die Spur. ZDF-Reporter Stefan Schlösser berichtet, man habe die DNA-Spur mit der Datenbank abgeglichen, "dort gab es einen Treffer, das heißt, dass der Mann polizeibekannt ist, also schon mal eine schwerere Straftat verübt haben muss, denn sonst wäre sein DNA-Profil nicht hinterlegt".

Unklar, ob Tat politisch motiviert war

Es sei unklar, ob die Straftat politisch motiviert war, sagte Schlösser. Genauso sei möglich, dass es einen ganz anderen Hintergrund gebe. Die Pressemitteilung 36 Stunden nach der Verhaftung weise jedoch darauf hin, dass die Ermittler sich sicher zu sein schienen, "den Richtigen zu haben".

Die Innenpolitikerin der Linken, Martina Renner, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Sollte sich bewahrheiten, dass der Täter aus der rechtsextremen Szene stammt, wäre meine Erwartung, dass der Innenausschuss des Bundestages für nächste Woche eine Sondersitzung anberaumt." Dabei müsse es dann nicht nur um den Hintergrund des mutmaßlichen Täters gehen, sondern auch um das aktuelle Gefährdungspotenzial im Bereich des Rechtsextremismus.

Der 65-jährige Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni gegen 0:30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb kurz darauf. Seither ermittelte eine 50-köpfige Sonderkommission.

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