Sie sind hier:

Jahresausblick - Weniger Zucker - und was 2019 noch bringt

Datum:

Weniger Zucker in Fertigprodukten und weniger Müll, höhere Strompreise, aber geringere Krankenkassenbeiträge und Mega-Jubiläen: Womit die Deutschen im neuen Jahr rechnen dürfen.

verschiedene Zuckerwürfel
Zucker soll künftig weniger in Fertigprodukten sein.
Quelle: ZDF

Weniger Müll, mehr Recycling

Trotz hoher Recyclingquoten produziert derzeit kein anderes Land in Europa mehr Verpackungsmüll als Deutschland. Pro Einwohner sind es circa 220 Kilogramm im Jahr. Zum Vergleich: EU-weit kommen pro Kopf im Schnitt 167 Kilo zusammen. Mithilfe eines neuen Verpackungsgesetzes, das den sperrigen Namen "Gesetz zur Fortentwicklung der haushaltsnahen Getrennterfassung von wertstoffhaltigen Abfällen" trägt und zum 1. Januar in Kraft tritt, will Deutschland nun die Recyclingquoten erhöhen und für umweltfreundlichere Verpackungen sorgen.  

Mülldeponie
Mehr Recycling soll das neue Verpackungsgesetz bringen.
Quelle: ZDF

Das Gesetz gilt für alle, die Produkte und Waren gewerbsmäßig in Deutschland in Verkehr bringen, die verpackt beim "Endverbraucher" ankommen. Die Händler mussten sich bis Ende 2018 in einem öffentlichen Register bei der 2017 gegründeten "Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister" mit Sitz in Osnabrück anmelden. Das Register soll für mehr Transparenz beim Thema Verpackungsmüll sorgen. Wer künftig weiter Verpackungen in Umlauf bringt, die sich schlecht recyceln lassen, muss mit höheren Gebühren rechnen. Die Kosten zur Müllentsorgung sollen so fairer verteilt werden.

Das neue deutsche Verpackungsgesetz geht einher mit einem kurz vor Weihnachten beschlossenen EU-Verbot von diversen Plastikwegwerfartikeln wie Trinkhalmen oder Plastiktellern, für die es umweltfreundliche Alternativen gibt. Bis 2021 sollen diese in ganz Europa vom Markt verschwinden.

Die Bundesrepublik wird 70

70 Jahre Grundgestzes
Das Grundgesetz wird 70.
Quelle: ZDF

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Mit diesen Worten beginnt das Grundgesetz, das am 23. Mai 1949 in der Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland in Kraft trat. Damals lag das Land noch vielerorts in Trümmern. Doch das westdeutsche Wirtschaftswunder, die Demokratisierung der Gesellschaft, die Wiedervereinigung des über Jahrzehnte geteilten Deutschlands und die führende Rolle im europäischen Einigungsprozess ließen die deutsche Nachkriegsgeschichte zu einer Erfolgsstory werden. 2019 feiert die Bundesrepublik ihr 70-jähriges Bestehen. Das Jubiläum geht einher mit den Feiern anlässlich zur Öffnung der innerdeutschen Grenze vor 30 Jahren.

Ein deutscher EU-Kommissionschef?

Mit Manfred Weber, CSU-Vizechef und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), könnte zum ersten Mal nach mehr als 50 Jahren wieder ein Deutscher Präsident der Europäischen Kommission werden. Weber, der im November 2018 zum EVP-Spitzenkandidaten gewählt worden ist, sieht in der Wahl des Europaparlaments und des Kommissionspräsidenten im Mai 2019 einen "Wendepunkt" für Europa. Die Gemeinschaft brauche mehr Demokratie. Weber möchte nach eigener Aussage "die Verbindung zwischen den Menschen und der EU erneuern".

Ob der 46-jährige Niederbayer tatsächlich die Nachfolge des amtierenden EU-Kommissionschefs Jean-Claude Juncker antreten kann, hängt unter anderem vom Ausgang der EU-Parlamentswahlen im Mai 2019 ab. Der EVP-Spitzenkandidat müsste seine Fraktion auch im nächsten EU-Parlament zur stärksten Fraktion machen und anschließend im Rat der EU-Staaten und im Europaparlament ausreichend Fürsprecher finden.

Fahrverbote für Dieselautos

Auch in Darmstadt gelten bald Diesel-Fahrverbote.
Durchfahrt für Diesel verboten - das gilt 2019 in vielen Städten.
Quelle: Marijan Murat/dpa

In vielen deutschen Städten herrscht dicke Luft. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes werden in 70 Kommunen die Stickstoffdioxid-Grenzwerte überschritten. In Städten wie München, Stuttgart, Berlin, Essen und Köln sollen deshalb künftig Fahrverbote für Dieselautos Abhilfe schaffen. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im November 2018 entschieden hatte, dass die Fahrverbote grundsätzlich zulässig sind, prüfen auch zahlreiche weitere deutsche Städte einen Diesel-Stopp.

Betroffen sind vorerst vor allem die bisherigen "grünen Umweltzonen" der Städte und Diesel mit Euro-4-Norm. Ab September 2019 dürfen in bestimmten Gebieten einiger Städte auch keine Diesel mit Euro-5-Norm mehr fahren. Durch die Maßnahmen sollen künftig die EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffoxid eingehalten werden.

Die Krankenversicherung wird günstiger

Ab Januar 2019 wird die Krankenversicherung für alle Mitglieder billiger. Der Grund: Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich fortan wieder je zur Hälfte die Zusatzbeiträge. Bis dato hatten die Arbeitgeber nur die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6 Prozent übernommen. Den Zusatzbeitrag, den jede Kasse nach eigenem Ermessen festlegt, hatten die Beschäftigten bis Ende 2018 jahrelang selbst zahlen müssen. Ein Arbeitnehmer, der 3.000 Euro brutto verdient, hat künftig 15 Euro mehr netto als vorher auf dem Gehaltszettel.

Eine gute Nachricht gibt es auch für Selbstständige: So sinkt der Mindestbeitrag für Selbstständige fast um die Hälfte, wovon vor allem Mitglieder mit wenig Einkommen profitieren. Für Kleinunternehmer, die bislang etwa 360 Euro an die Krankenversicherung zahlen mussten, sind es künftig knapp 160 Euro. Auch Rentner profitieren von den neuen Regeln: Bei Ihnen übernimmt die Rentenversicherung ab 2019 die Hälfte des Zusatzbeitrags.

Weniger Zucker, Salz und Fett in Lebensmitteln

Tiefkühlpizza
Fertigpizzen sollen gesünder werden.
Quelle: dpa

Wer dauerhaft zu viel Salz, Zucker und Fett isst, läuft Gefahr, bestimmte Krankheitsrisiken deutlich zu erhöhen. Nach Verhandlungen mit Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich die Lebensmittelindustrie kurz vor Weihnachten dazu verpflichtet, von nun an Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten zu reduzieren.

Verbraucherschützer von Foodwatch kritisieren jedoch
, dass es sich hierbei nicht um ein Gesetz, sondern nur um eine Art freiwillige Selbstverpflichtung handelt. Klöckner verweist hingegen darauf, dass die Ziele bereits im Herbst 2019 erstmals überprüft werden sollen und kündigte an: "Wenn die Wirtschaft nicht mitmacht, werden wir weitere Maßnahmen prüfen."

Strompreise steigen

2018 waren die Strompreise für Haushaltskunden weitgehend stabil geblieben, im neuen Jahre aber müssen zahlreiche Stromkunden in Deutschland mit höheren Kosten rechnen. Bis zum Jahreswechsel hatten bereits mehr als 200 Versorger höhere Preise angekündigt. Für die betroffenen Haushalte steigen die Kosten in der Grundversorgung um durchschnittlich vier bis fünf Prozent. Für einen Vierpersonenhaushalt sind das im Schnitt 40 bis 50 Euro Mehrkosten pro Jahr.

Der Grund für die steigenden Preise: Für die Versorger ist es teurer geworden, den Strom zu beschaffen. Zwar sinkt gleichzeitig die Abgabe (EEG-Umlage), mit welcher der Staat die Erneuerbaren Energien fördert - doch dieser Nachlass reicht nicht, um den Preisanstieg zu verhindern.

Bahn bietet Coworking Spaces an

Logo der deutschen Bundesbahn
Die Bahn wird Büroanbieter.
Quelle: reuters

Coworking-Spaces gelten vielen als moderne, hippe Arbeitsräume - ideal für Soloselbständige, die nicht im Home-Office versauern möchten. Ab 2019 bietet auch die Deutsche Bahn ihren Fahrgästen auf mehreren deutschen Bahnhöfen eigene Coworking Spaces. Dort können vor allem Pendler und Geschäftsreisende stundenweise die gesamte Infrastruktur (Arbeits- und Besprechungsräume, Internet, Drucker…) nutzen.

Eintritt gibt's mit der Fahrkarte oder gegen eine Gebühr. Ein Pilotprojekt der Bahn in Berlin stieß im vergangenen Sommer offenbar auf so großes Interesse, dass sich das Unternehmen künftig auf dem Markt der Büroanbieter behaupten will. Die Bahn geht mit Optimismus an das Projekt. Schließlich seien ihre Bahnhöfe "ideale Standorte für mobiles und agiles Arbeiten".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.