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Folgen des Sommers - Worauf sich Verbraucher nun einstellen müssen

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Der extrem trockene und heiße Sommer hat den Landwirten in Deutschland erhebliche Ernteeinbußen beschert. Die Folgen sind mittlerweile absehbar - auch für die Verbraucher.

Gemüse im Supermarkt
Verbraucher müssen sich bei vielen Produkten auf höhere Preise im Supermarkt gefasst machen. Quelle: ap

Kartoffeln und Kartoffelprodukte

Die Kartoffel gilt in Deutschland als "Paradefrucht", wie der Bundesverband der Obst-, Gemüse- und Kartoffelverarbeitenden Inudstrie (BOGK) betont. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium erwarten die Kartoffelbauern in diesem Jahr Ernteeinbußen von 25 Prozent. Da die Haupternte noch läuft und auch zuletzt kaum Regen fiel, könnte die Bilanz sogar noch schlechter ausfallen.

"Kartoffeln werden auf jeden Fall teurer", prognostizierte der BOGK bereits im Sommer. Das gilt genauso für verarbeitete Produkte wie Chips, Pommes und Kartoffeltaschen, für die oft besonders große Knollen benötigt werden. Der Verband geht von Preissteigerungen aus, die sich am Prozentsatz der Ernteausfälle orientieren. Importiert werden kann auch nicht so einfach: Auch in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Belgien fällt die Ernte niedriger aus.

Kartoffelernte in Baden-Württemberg.
"Kartoffeln werden auf jeden Fall teurer", prognostiziert der Branchenverband. Quelle: Christoph Schmidt/dpa

Milch und Fleisch

Höhere Preise drohen auch bei der Milch. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) rechnet mit finanziellen Engpässen, weil viele Landwirte Futter zukaufen müssen. Mit einer Erhöhung des Milchpreises um zehn Cent pro Liter "wäre uns schon ein Stück weit geholfen", sagt Verbandssprecher Hans Foldenauer. Das sei für einen Durchschnittsverbraucher, der täglich etwas Milch trinkt, eine Preissteigerung von gerade einmal drei Euro im Monat.

Beim Fleisch erwarten die Bauern hingegen nur wenig Bewegung. Zwar werden derzeit auch Tiere etwas früher als geplant geschlachtet, wenn sie keine Milch geben, sagt Foldenauer. Das passiere aber nicht "im großen Maße" und betreffe etwa Mastvieh und Jungvieh.

Eine Kuh im Stall neben einem Glas Milch.
Um ihre Kosten zu decken, müsste der Milchpreis um zehn Cent pro Liter steigen, sagen Milchviehhalter. Quelle: dpa

Obst und Gemüse

Keine Auswirkungen hat das Wetter auf verarbeitete Produkte aus Obst und Gemüse wie Konfitüre, Ketchup, Obstkonserven und Suppen, erklärt der BOGK. Denn die Rohware dafür wird tiefgekühlt oder frisch aus Ländern wie Italien, Polen, Serbien und Rumänien sowie bei den Tomaten auch aus China bezogen. Bei hiesigen Einlegegurken sieht es ebenfalls gut aus.

Anders sieht es beim Herbstgemüse aus, vor allem beim Kohl. Laut BOGK liegt die Ernte von Rot-, Weiß- und Grünkohl mindestens 25 Prozent unter den Erwartungen, in einigen Regionen wird ein Minus von 50 Prozent erwartet - die Köpfe sind auch kleiner. Bei Karotte, Bete und Sellerie beträgt das Ernteminus mindestens zehn Prozent. Einzelhandel und Gastronomie müssten sich darauf einstellen, "dass Lieferungen ersatzlos gestrichen werden müssen". Verbraucher könnten die Dürrefolgen "am leeren Regal im Handel" spüren, erklärt der BOGK.

Blaukraut (auch Rotkohl) wächst auf dem ausgetrocknetem Boden eines Blaukrautfeldes, aufgenommen am  05.08.2018  in Prosselsheim
Die Ernte beim Rotkohl liegt in manchen Regionen bis zu 50 Prozent unter den Erwartungen. Quelle: dpa

Wein

Es gibt auch gute Nachrichten: Der Wein hat von der Wärme profitiert. Die Winzer freuten sich nicht nur über den "frühesten Federweißen", den sie jemals hatten, sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. Auch die Hauptlese begann früher und verspricht eine Rekordbilanz: Die Winzer gehen von einem Plus von 23 Prozent im Vergleich zum zehnjährigen Mittel aus.

Selbst für Experten fiel die Ernte unerwartet hoch aus. Ältere Reben reichten bis zu 15 Meter tief in den Boden und kommen an Wasserreserven heran, die andere Kulturen nicht erreichen. Deshalb hielten sie auch der Trockenheit stand. Günstiger wird der Wein deshalb zwar nicht - allerdings auch nicht teurer und zusätzlich "fruchtig, farbkräftig und vollmundig".

Die Menge an geerntetem Wein liegt weit über dem Durchschnitt.
Die Menge an geerntetem Wein liegt weit über dem Durchschnitt. Quelle: Boris Roessler/dpa
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