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ZDFcheck19 - Was uns die EU schon gebracht hat

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Die Europäische Union ist zu teuer und will uns alles vorschreiben? Viele Regelungen aber erleichtern unseren Alltag. Sieben Beispiele dafür, was die EU ihren Bürgern gebracht hat.

ZDFcheck 19: Energieverbrauch - Heizkosten (Symbolbild)

Quelle: dpa

1. Stromsparen: LED statt Glühlampe

Als im Jahr 2009 die Glühlampen aus den Regalen verschwanden, gab es einen großen Aufschrei. Für den Stromverbauch hat es aber etwas gebracht. Im letzten Jahr mussten dann auch die Halogenlampen daran glauben. Ersetzt werden die klassischen Glühbirnen und Halogenlampen durch die verbrauchsärmeren und langlebigeren LEDs. Neben Strom sollen so auch Emissionen gespart werden. Aber verbraucht man deshalb wirklich weniger Strom?

Die Entwicklungen des Stromverbrauchs in Deutschland lassen es vermuten: Der Verbrauch für Beleuchtung ist von 2010 bis 2017 um mehr als 20 Prozent zurückgegangen - der gesamte Stromverbrauch in Privathaushalten ist im gleichen Zeitraum um 7,6 Prozent gesunken.

2. Europaweites Shopping leicht gemacht

Kaufhaus ade: 50 Prozent der EU-Bürger shoppen inzwischen online - in Deutschland sogar 68 Prozent. Auch europaweites Einkaufen ist für den Verbraucher einfacher geworden. Die EU legte fest: 14 Tage Rückgaberecht ohne Grund auf alle Güter und Waren, die man außerhalb eines Geschäftes kauft - zum Beispiel auch online. Und: vorgeschrieben sind mindestens zwei Jahre Gewährleistung auf alle Waren - unabhängig wo und in welchem Mitgliedsland man eingekauft hat.

3. Grenzenloses Reisen

1985 beschlossen, 1995 umgesetzt: Der Schengen-Raum vereinfacht seit inzwischen fast 25 Jahren das Reisen in Europa. Zwischen 26 europäischen Staaten kann man seitdem ohne Passkontrollen die Grenzen überqueren. Und das ist eine große Erleichterung, denn die Europäer unternehmen jedes Jahr insgesamt etwa 1,25 Milliarden Reisen über die Schengen-Binnengrenzen (Stand: 03/2017).

Symbolbild: Reisefreiheit
Quelle: ap

Zu den Schengen-Staaten gehören 22 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Nicht zum Schengen-Raum gehören zum Beispiel Großbritannien, Irland und Zypern.

4. Rechtlicher Schutz auf Reisen

Urlaub soll so sorgenfrei wie möglich sein. Dazu tragen auch einige EU-Regelungen bei. Beschwerden im Rahmen von Pauschalreisen müssen vom Anbieter bearbeitet werden. Darauf können sich EU-Bürger bei Reisen in andere EU-Staaten verlassen. Zudem besteht ein Schutz, falls der Reiseveranstalter oder die Fluggesellschaft in Konkurs geht. Und: Umfassende EU-weite Flug- und Fahrgastrechte regeln den Anspruch auf Ausgleichszahlungen - auch bei Verspätungen.

Auch bei Reisen außerhalb der EU gibt es Vorteile für EU-Bürger: Verliert man beispielsweise den Ausweis oder Reisepass in einem Land, in dem der eigene Staat keine Vertretung hat, helfen die Botschaften anderer EU-Mitglieder aus.

5. Einfach mal nach Hause telefonieren

Für viele gilt es als die Errungenschaft schlechthin: das Ende der Roaming-Gebühren. Kostete es noch vor zehn Jahren über 40 Cent, aus dem EU-Ausland mit dem eigenen Handy zu telefonieren, entstehen seit 2017 keine Zusatzkosten mehr. Man kann auch im EU-Ausland zu den Preisen des Inlandstarifes kommunizieren. Zu verdanken ist das dem "Roaming-Like-At-Home"-Prinzip. Das gilt auch für ankommende Anrufe, SMS und die Nutzung des mobilen Datenvolumens.

Einzige Ausnahme: die sogenannte "Fair-Use-Grenze". Anbieter dürfen bei nachweislich hohen Kosten für die Zuverfügungstellung des Roamings Gebühren erheben und bei besonders großen Datenpaketen das Volumen im Ausland beschränken.

6. Wie Interrail - aber umsonst

Die Jugend ist unsere Zukunft. Unter dem Motto "Explore More" stellt die Initiative DiscoverEU jungen Erwachsenen Travel-Pässe zur Verfügung, mit denen sie Europa erkunden können. Und das umsonst. Für einen solchen Pass dürfen sich junge Leute im Alter von 18 Jahren bewerben, die zum jeweiligen Stichtag die Staatsangehörigkeit eines EU-Staates besitzen. Im Jahr 2018 wurden in zwei Bewerbungsrunden 30.000 Travel-Pässe vergeben. Die Vergabe erfolgt anhand von Quoten, die sich nach der Bevölkerungsanzahl des Mitgliedsstaates richten. Die nächste Bewerbungsphase läuft vom 2. bis 16. Mai 2019.

7. Freihandel

Ohne Zollkontrolle über die europäischen Grenzen: In der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wurden Zölle schon im Jahr 1968 abgeschafft. Seit 1993 gibt es auch einen einheitlichen europäischen Binnenmarkt.

Symbolbild Freihandel
Neben der Freiheit des Verkehrs von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital ist auch eine Erweiterung für freien Datenverkehr im Gespräch.
Quelle: dpa

Gemessen an der Wirtschaftsleistung ist er der größte einheitliche Markt der Welt. Neben dem Freihandel innerhalb Europas sind auch einheitliche Zollsätze für den Warenverkehr mit Drittstaaten eine Erleichterung. Nach Angaben der EU hat der Binnenmarkt schon 2,77 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Zudem profitiert der Handel jährlich von 233 Milliarden Euro zusätzlichen Einnahmen.

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