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Kartoffelsalat, Fondue, Weihnachtsgans? - Was Sterneköche zu Weihnachten empfehlen

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Kartoffelsalat, Fondue, Weihnachtsgans? heute.de hat sich bei Sterneköchen umgehört, wie sie als Kind Weihnachten erlebt haben. Und, was sie gestressten Eltern empfehlen.

Archiv: Weihnachtsessen einer Familie, aufgenommen am 01.01.2008
Weihnachtsessen einer Familie
Quelle: colourbox.de

Der Sternekoch Claus-Peter Lumpp arbeitet im Restaurant "Bareiss" in Baiersbronn im Schwarzwald. In vielen schwäbischen Familien gibt es am 24.12. ein einfaches Essen, oft Würstchen mit Kartoffelsalat. Nicht so bei den Lumpps: "Bei uns gab es auch am Heiligen Abend ein festliches Essen. Rinderbraten, Roulade oder Schweinebraten", erinnert sich Lumpp. "Manchmal gab’s was Einfaches. Aber meinen Eltern war es sehr wichtig, dass es festlich zugeht." Am ersten Weihnachtsfeiertag ging es dann "meistens mit einer weihnachtlichen Ente weiter".

Weihnachtliche Aromen: Orangen und Glühwein

Und was empfiehlt der Star-Koch den Normalos am Herd? "Die Gastgeber sollen an Weihnachten kochen, was sie können. Also kein neues Rezept ausprobieren, was oft in Stress ausartet", sagt Lumpp. "Lieber am Heiligen Abend etwas Leckeres zubereiten und am 25.12. dann schön essen gehen, als sich unter Druck zu setzen." Wer gerne kocht, den ermuntert Lumpp zu weihnachtlichen Aromen: "Orangen, Glühwein, Gewürze. Man soll schmecken, dass Weihnachten ist."

Mein Tipp wäre, die ganze Familie miteinzubeziehen. Denn kochen verbindet und macht Spaß
Torsten Michel

Torsten Michel arbeitet ebenfalls in Baiersbronn - und zwar in der "Schwarzwaldstube". In der Kindheit gab es an Heiligabend "Kartoffelsalat mit Gala-Äpfeln, Hering oder Wiener Würstchen, Fleischküchlein und Schinken". Am ersten Weihnachtsfeiertag ging es dann meistens zu den Großeltern. "Dort gab es einen großartigen Kaninchenbraten", sagt Michel.

Das Bild zeigt eine fertige Weihnachtsgans mit Rotkohl und Kartoffelklößen angerichtet auf einem Tisch.
Weihnachtsgans mit Rotkohl und Kartoffelklößen - ein beliebter Klassiker bei den Deutschen.
Quelle: ZDF

Sein Rat an Familien: "Mein Tipp wäre, die ganze Familie miteinzubeziehen. Denn kochen verbindet und macht Spaß. Auch ein gesundes, regionales Gericht kann alle glücklich machen." Eine Alternative sei Gans oder Ente - aber ohne aufwändige Beilagen. "Man serviert dazu einfach mal Salate und kalte Beilagen, die sich gut vorbereiten lassen."

Karamalz und Cola an Weihnachten & aufregende Heilige Abende

Clemens Rambichler vom "Sonnora" in Dreis (Rheinland-Pfalz) erinnert sich an "sehr aufregende" Heilige Abende. "Zum Abendessen gab es meist kalte Platten mit geräuchertem Lachs, gefülltem Gemüse und Rohmilchkäse. Dazu Salate wie Chicorée und Orange oder Endiviensalat mit süßen Walnüssen", sagt Rambichler. "Das Highlight für uns Kinder war das Karamalz, das wir trinken durften." Rambichlers Tipp: "Die Produkte müssen stimmen. Aus ein paar Kartoffeln, einem erstklassigem Hühnerschenkel und frischen Gemüse lässt sich sehr schnell schmackhaft etwas Kochen, das Kinderaugen leuchten lässt."

Joachim Wissler kocht im "Vendôme" in Bergisch Gladbach. Den Heiligen Abend hat er mit ungesunden Getränken in Erinnerung: "Bei uns gab es nur einmal im Jahr zu Weihnachten Getränke wie Cola oder Fanta." Aus Kostengründen, erzählt Wissler, hatte der von seiner Mutter gebackene Christstollen keinen Marzipankern. Trotzdem "etwas ganz Besonderes", schwärmt Wissler.

Archiv: Ein Gänsebraten steht vor einem Weihnachtsessen in einer Gaststätte in München (Oberbayern) am 30.11.2010
Ein Gänsebraten
Quelle: dpa

Muskatkürbissuppe mit Jakobsmuscheln

Am Heiligen Abend gab es bei den Wisslers meistens Würstchen mit Kartoffelsalat. Das kulinarische Highlight folgte dann am Tag darauf: Rinderbraten mit Rotkohl, Spätzle und Feldsalat aus dem eigenen Garten. Der Sterne-Koch findet es schade, wenn Essen in Stress ausartet. "Allein sich Zeit zu nehmen, um ein Essen zuzubereiten, ist schon ein Geschenk an Menschen, die einem wichtig sind. Die meisten haben leider die Wertschätzung dafür verloren."

Wissler verwöhnt seine Familie zu Weihnachten mit einer Muskatkürbissuppe, die er mit Mumbai-Curry, Ingwer und Kernöl zubereitet. "Dazu gibt’s Brotcroutons und Jakobsmuscheln. Die Suppe kann man gut vorkochen und bei der Einlage sind viele Möglichkeiten für alle gegeben."

Als Kind beim Schlachten der Gans mitgeholfen

Sarah Henke kocht im "Yoso" in Andernach. Auch bei ihr gab es am Heiligen Abend Würstchen mit hausgemachtem Kartoffelsalat. Am ersten Weihnachtstag folgte meistens "Ente oder Gans aus der eigenen Aufzucht. Meistens habe ich in der Kindheit auch beim Schlachten geholfen. Dazu gab es dann Knödel und Rotkohl. Ein Festmahl", sagt Henke. Gestressten Eltern empfiehlt sie: "Die Zeit, die eine Familie gemeinsam verbringt, ist viel zu wertvoll, als sich selbst Stress zu machen. Raclette ist eine tolle Sache. Mit wenig Vorbereitung, bei der aber jeder mithelfen kann, selbst wenn man nicht kochen kann, sitzt man später gemeinsam am Tisch und kann sich sein eigenes Pfännchen braten."

Rehrücken und Rehragout sind am 16.05.2019 im Hofgut Ruppertsberg in Ruppertsberg zu sehen
Rehrücken und Rehragout
Quelle: picture alliance / dpa Themendienst

Christian Jürgens kocht im Restaurant "Überfahrt" in Rottach-Egern am Tegernsee. Die Jürgens gingen an Weihnachten nach der Kirche meistens zu den Großeltern, wo die Großfamilie zusammenkam. An einer langen Tafel wurde zuerst eine klare Suppe serviert. "Meist vom Rind, mit Gemüse, Fleisch und Nudeln als Einlage", erinnert sich Jürgens. Danach gab es Gänsebraten mit Blaukraut und Knödeln. Zum Nachtisch gab’s Vanilleeis und Süßkirschen, die im Sommer im Garten der Großeltern gepflückt und eingelegt wurden.

Rehrücken als "Königsdisziplin"

Als Weihnachtsgericht empfiehlt Jürgens einen Rehrücken. "Die Sauce lässt sich wunderbar ein paar Tage vorher zubereiten, ebenso wie das Blaukraut und die Spätzle." Der Rehrücken werde kurz in Butter angebraten, anschließend gehe es im Backofen weiter: "Bei 130 Grad auf dem Rost für etwa zehn bis zwölf Minuten bei Ober- und Unterhitze rosa garziehen lassen", sagt der Sternekoch. Zwar sei der Rehrücken "die Königsdisziplin bei Wildgerichten". Da vieles im Vorfeld zubereitet werden könne, sei er dennoch "eines der einfachsten Gerichte".

Dem Autor auf Twitter folgen: @raphael_rauch

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