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Merkel besucht Trump - Viele warme Worte, wenig Konkretes

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Der US-Präsident hat die deutsche Kanzlerin zum Arbeitsbesuch im Weißen Haus empfangen. Dabei lobten sich beide gegenseitig; konkrete Ergebnisse wurden nicht verkündet.

Pressekonferenz: Angela Merkel und Donald Trump in Washington
Angela Merkel und Donald Trump auf der Presseoknferenz in Washington. Quelle: reuters

Die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium, das Atomabkommen mit Iran: Heikle Themen standen auf der Tagesordnung der Gespräche, zu denen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Freitag mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zusammengekommen ist.

"Mit gleicher Kraft wie immer"

In seinem Statement auf der Pressekonferenz unterstrich Trump die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Freundschaft: "Es gab Herausforderungen", sagte der US-Präsident, aber er hoffe, "dass wir sie mit gleicher Kraft behandeln wie immer." Dieses Bekenntnis war Merkel wichtig, wie sie sagte.

Zu den beiden großen aktuellen Streitthemen, die möglichen Strafzölle und der Atom-Deal mit Iran, berichteten weder Trump noch Merkel von irgendwelchen Vereinbarungen. Beide versicherten sich lediglich ernsthafte und konstruktive Gespräche geführt zu haben. Auf Nachfrage sagte die Kanzlerin, die Entscheidung über Strafzölle liege beim Trump.

Trump lobt Merkel für "maximalen Druck"

Ansonsten lobte der US-Präsident die deutsche Regierungschefin für ihren "maximalen Druck" auf das nordkoreanische Regime - "das hat uns sehr geholfen". Merkel ihrerseits führte die politischen Fortschritte zwischen Nord- und Südkorea auf die Politik von Donald Trump zurück.

Auf eine Frage zum Atom-Streit mit Iran sagte Trump wörtlich: "Ich spreche nicht über militärische Mittel - aber ich kann Ihnen sagen, dass sie keine Nuklearwaffen nutzen werden." Ansonsten brandmarkte er die Führung in Teheran als "mörderisches Regime". Die Bundeskanzlerin verteidigte das Atom-Abkommen mit Iran, sieht zur Stabilisierung der Region aber weiteren Handlungsbedarf.

Küsschen zur Begrüßung

Vor der Pressekonferenz hatte es ein Gespräch hinter verschlossenen Türen gegeben - und davor der öffentliche Empfang vor zahlreichen Kameras. Dabei war die Begrüßung der beiden Staatenlenker betont herzlich verlaufen.

Trump drückte Merkel bei ihrer Ankunft Küsschen auf die Wange - eine Geste, die er wohl vom französischen Staatschef Emanuel Macron gelernt hatte, der kurz zuvor zu Gast gewesen war. Anschließend drückten sich beide vor den laufenden Kameras im Oval Office gleich zwei Mal die Hände. Außerdem tätschelte Trump Merkels Hand.

Charmeoffensive des US-Präsidenten

Er habe zu Merkel eine "wirklich großartige Beziehung", sagte Trump im Oval Office. Dies sei so auch "gleich von Anfang an gewesen". Dies sei allerdings von manchen "nicht verstanden" worden: "Aber wir verstehen das, und das ist das Wichtige", betonte der US-Präsident. Er bezeichnete die Kanzlerin als "außergewöhnliche Frau", nannte sie Angela und gratulierte ihr zu ihrem Wahlsieg. Als Themen der Gespräche nannte er das Iran-Abkommen, die NATO und den Handel.

Merkel bedankte sich für die Glückwünsche. Sie sagte, es sei ihr "ganz wichtig" gewesen, bei ihrer ersten Auslandsreise außerhalb Europas nach ihrer erneuten Vereidigung nach Washington zu kommen, um "unsere Zusammenarbeit zu vertiefen".

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