In 99,5 Jahren sind Frau und Mann gleichberechtigt

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Globale WEF-Studie - In 99,5 Jahren sind Frau und Mann gleichberechtigt

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Es gibt Fortschritte, ja. Aber gleichberechtigt sind Männer und Frauen weltweit erst in 99,5 Jahren - sagt der neue "Global Gender Gap Report". Die Ergebnisse.

Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau
In 99,5 Jahren ist es soweit, sagt das Weltwirtschaftsforum - die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau.
Quelle: colourbox

Was untersucht der "Global Gender Gap Report"?

Die Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) schaut sich jedes Jahr in 153 Ländern die Bereiche Gesundheit, Bildung, Arbeit und Politik an - und untersucht, ob Männer und Frauen dort komplett gleichgestellt sind. Beim Bildungsgrad und im Gesundheitssektor sieht die Studie dabei die größte Gleichberechtigung - mit Index-Werten von 96,1 Prozent beziehungsweise 95,7 Prozent. Am schlechtesten sieht es in der Politik aus, auch wenn sich die Zahlen im Vergleich zum letzten Report verbessert haben:

  • 2019: Frauen haben 25,2 Prozent der weltweiten Abgeordnetensitze und 21,2 Prozent der Ministerposten inne.
  • 2018: Frauen hatten 24,1 Prozent der weltweiten Abgeordnetensitze und 19 Prozent der Ministerposten inne.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Im weltweiten Vergleich schneidet Deutschland zwar gut ab. Rang 10 im Gleichberechtigungs-Index, vier Plätze besser als im Vorjahr. Trotzdem sieht das Weltwirtschaftsforum Nachholbedarf.

  • Beispiel Politik: Während 40 Prozent der Ministerposten in Bund und Ländern mit Frauen besetzt sind, machen die Parlamentarierinnen nur 30,9 Prozent unter den Abgeordneten aus.
  • Beispiel Wirtschaft: Hier sind die Unterschiede der Studie zufolge noch größer - vor allem wegen der Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern. Das WEF empfiehlt aber auch eine längere Elternzeit für Väter.

Als der "Global Gender Gap Report" 2006 zum ersten Mal erhoben wurde, war Deutschland übrigens noch auf Rang 5.

In welchen Ländern ist es gerechter als bei uns?

Gibt es große regionale Unterschiede?
Region Stand der Gleichberechtigung
Westeuropa 76,7 Prozent
Nordamerika 72,9 Prozent
Lateinamerika und die Karibik 72,2 Prozent
Osteuropa und Zentralasien 71,3 Prozent
Sub-Sahara-Afrika 68,2 Prozent
Südasien 66,1 Prozent
Mittlerer Osten und Nordafrika 60,5 Prozent

Westeuropa könnte die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in 54 Jahren erreichen. Im Mittleren Osten und in Nordafrika ist es dem Weltwirtschaftsforum zufolge erst in 163 Jahren soweit.

Welche Zahlen und Entwicklungen sind besonders positiv?

  • Island führt die Wertung des Weltwirtschaftsforums bereits im elften Jahr in Folge an.
  • Die Länder, die sich im Gleichberechtigungs-Index am meisten verbessert haben, sind Albanien, Äthiopien, Mali, Mexiko und Spanien.
  • Spanien hat sich um ganze 21 Plätze verbessert - und damit sogar den Sprung in die Top 10 geschafft.
  • Insgesamt haben 101 Länder ihren Wert verbessert.
  • 35 Länder haben zudem die komplette Gleichberechtigung im Bildungssektor erreicht.

Wo sieht das Weltwirtschaftsforum die größten Probleme?

  • Die komplette Gleichberechtigung - und das weltweit - ist dem Report zufolge noch 99,5 Jahre entfernt.
  • Bei der wirtschaftlichen Beteiligung rechnen die Autoren des Reports sogar erst in 257 Jahren mit dem Schließen der Geschlechterlücke. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 202 Jahre.
  • In 72 untersuchten Ländern können Frauen keine Bankkonten öffnen oder Kredite aufnehmen.
  • Es gibt kein einziges Land auf der Welt, in der Männer mehr unbezahlte Arbeit leisten als Frauen.
  • Die letzten zehn Länder im Ranking haben erst 40 Prozent der Geschlechterlücke geschlossen.

Was sagt das Weltwirtschaftsforum zu den Ergebnissen?

Dass es auf Grundlage der aktuellen Entwicklungen noch fast ein Jahrhundert dauert, bis die Gleichberechtigung weltweit abgeschlossen ist, sei ein Zeitrahmen, "den wir in der globalisierten Welt einfach nicht akzeptieren können", schreibt WEF-Gründer Klaus Schwab. "Am Vorabend der 2020er Jahre muss es das Ziel globaler und nationaler Anführer sowie von Top-Managern sein, eine fairere und inklusivere Wirtschaft aufzubauen." Ohne die gleichberechtigte Einbeziehung der Frauen - "der Hälfte des weltweiten Talents" - könnten weder die Volkswirtschaften zum Wohle Aller wachsen noch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreicht werden, betont Schwab.

Der Autor auf Twitter: @waskevinsagt

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